Größte Schule im Kreis Kelheim: Neue Baustelle, aber auch neue fertige Highlights

Von Beate Weigert · 10. September 2024 um 05:00

Am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Kelheim beginnt fast zeitgleich mit dem Schulstart eine neue Bauphase. Freude machen Fertiggestelltes und besondere Neuerungen, sagen die Schulleiter.

Wenn am Dienstag, 10. September, in der größten Schule im Landkreis Kelheim, dem Beruflichen Schulzentrum (BSZ), der Betrieb wieder anläuft, müssen sich gut 1500 Schüler, gut 100 Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter, Hausmeister und Schulleitung auf neue Wege und eine neue Baustelle einstellen. Am Augenfälligsten sind die neuen Büros der Schulleiter. Sie haben Containermodule direkt vor dem Eingang bezogen. Zum Schulstart gibt es aber auch Grund zur Freude über ganz neue Räume und ein besonderes Highlight.

Das BSZ ist seit Jahren Baustelle. Während im Ostteil inzwischen neue Werkstätten, EDV- und Elektro-Labore für die FOS oder die neue Turnhalle fertiggestellt sind, geht es von Westen her nun ans Sanieren.

Vor Ferien wurde entrümpelt

Bei den Schulleitern Hubert Ramesberger, Yvonne Ruscheinsky und Anton Kolbinger hallt noch das Ende der alten Schuljahrs nach. Da hatten das Trio und viele weitere helfende Hände – neben Zeugnissen und Verabschiedungen – viel zusätzliche Arbeit. Es galt mehr als 20 Räume zu entrümpeln – vom Klassenzimmer bis zum Keller. Nicht nur in privaten Häusern, auch in einem Schulgebäude sammelt sich über die Jahre vieles an, so Kolbinger. Reihenweise wurden Container gefüllt, mit E-Schrott, Unmengen an alten Büchern, Papier und allgemeinem Müll.

Ende vergangener Woche liefen nicht nur bei der Schulleitung die Vorbereitungen auf Hochtouren, auch die Arbeiter das Entkernungsteams gaben Gas. Aus den oberen Stockwerken fielen im Staccato Teile alter Schränke und vieles mehr krachend in die bereitstehenden Bauschutt-Container. Vielfach ist auch der Putz von den Wänden geschlagen, das Dach ist runter. Denn grob gesagt wird alles bis auf die Außenwände erneuert.

So beschert auch der neue Bauabschnitt zusätzliche Organisationsarbeit, so Ramesberger. Wer zieht wohin, lautet die zentrale Frage. Nun, wo der Westtrakt an der Reihe ist, trifft das Umziehen auch den Schulleiter und seine Mitarbeiter. Ihre Containermodule finden sich direkt vor dem Eingang. So gut es geht, haben sie sich eingerichtet.

Während Ramesberger mit einem Doppel-Container gut Platz hat, auch für einen größeren Besprechungstisch, ist es bei Ruscheinsky und Kolbinger „kuscheliger“. Auch an neue Wege werden sich die Schulleiter gewöhnen müssen. Die unmittelbare Nähe zum Lehrerzimmer wussten sie bislang sehr zu schätzen. Ab Dienstag sitzen die Pädagogen sprichwörtlich im „Glashaus“. In der ehemaligen Bibliothek mit Glasfassade unterhalb des Eingangs war in der letzten Bauphase das Sekretariat unterkommen, nun wird es zum Lehrerzimmer.

Lehrer sitzen im „Glashaus“

Der Zugang zum bisherigen Direktorat und Lehrerzimmer ist inzwischen mit einer XXL-Spanplatte verschlossen. Während sich wenige Meter weiter nun ein nigelnagelneues Sekretariat findet, ziehen die Lehrer in ihr Interimsquartier. Damit sie in den Pausen nicht unter Beobachtung der Schüler stehen, soll an den Scheiben noch ein Sichtschutz angebracht werden, sagt Ramesberger. Dafür profitieren die Kollegen von der Terrasse mit Blick auf die Befreiungshalle. Auch Metallabteilung und ein Teil der Kinderpflege müssen sich an neue Räume gewöhnen. Ebenso rückt der Pausenbereich der Schüler näher an die Mensa. Bei guter Witterung lassen sich davor Bänke und Tische draußen nutzen. Der Platz im Pausenbereich im Innenhof ist auf die Hälfte geschrumpft, die andere nehmen Gerüste, Container und Co. ein.

Im Schnitt sind täglich 850 Schülerinnen und Schüler im Haus. Die meisten freitags. Alle, die im Westteil des Schulhauses lernen, müssen sich nun auf längere Wege einstellen. Auch zu den Toiletten. Immerhin können inzwischen die neuen im hinteren Gebäudeteil genutzt werden. Auch neue Klassenzimmer werden ab Dienstag „eingeweiht“. Andere Räume, wie ein neuer Kraftraum, werden vorübergehend zum Klassenzimmer. Die Kunst, alles unter einen Hut zu bringen, wird die Schulfamilie noch einige Zeit begleiten. Dafür findet sich im Untergeschoss des Osttrakts nun der ganze Stolz der Schulleitung. Die neue Turnhalle. So eine gab es hier noch nie.

Zudem ist in ihr ein Lü-System installiert. Damit lässt sich laut Ramesberger Sport mit interaktivem Spielen und Lernen verbinden. Im Umkreis sei so etwas völlig neu. „Das hat bei uns keiner.“ Als Erste werden es die Sportlehrer testen. Wie sich die Innovation in anderen Fächern einsetzen lässt, werde die Praxis zeigen.

Das BSZ in Zahlen

Schule: Unter dem Dach des Beruflichen Schulzentrums finden sich die Berufsschule mit Außenstelle Mainburg, Fach- und Berufsoberschule, Wirtschaftsschule Abensberg und die Berufsfachschule Kinderpflege. Alles in allem lernen am BSZ 1800 junge Leute für ihre berufliche Zukunft. Künftig soll es dort auch eine Fachakademie für Sozialpädagogik geben.

Lehrer: Am BSZ arbeiten 144 Lehrkräfte. Davon knapp 120 am Standort Kelheim. 16 Referendare starten zum neuen Schuljahr.

Zulauf: Immer mehr Zulauf gibt es laut Schulleitung bei den Berufsvorbereitungsklassen (für Schulabgänger ohne Lehrvertrag). Auch die Berufsintegrationsklassen (für Geflüchtete ohne Sprachkenntnisse) sind gefragt.

In den Tagen vor dem Schulbeginn gab das Entkernungsteam Vollgas.
Die Schulleiter haben sich ihre Büros in den neuen Containermodulen vor dem Schulgebäude eingerichtet.
Der neue Stolz: Erstmals gibt es am BSZ eine Turnhalle. In ihr geht zudem ein in der Region völlig neues, interaktives System an den Start.
Sichtbeton im Klassenzimmer: Im neuen Ost-Trakt findet sich nicht nur das Sekretariat, auch neue Klassenzimmer werden bezogen.
Die Schulleitung sitzt ab jetzt in den Containermodulen vor dem Schulgebäude.
Die Schilder sind nur noch teilweise richtig. Das Direktorat ist umgezogen.
Blick in eines der Klassenzimmer im Westtrakt, der nun saniert wird.
Das Entkernungsteam gab in der Woche vor Schulbeginn Vollgas.
Kurz vor Schulstart wurde in der neuen Turnhalle das Lü-System installiert. Davon verspricht sich die Schule einiges.
Dies wird einmal der Kraftraum. In diesem Schuljahr wird er aber als Klassenzimmer benötigt.
Der Westtrakt wird jetzt saniert.
Ohne diese Schilder wird es auch im neuen Schuljahr nicht gehen.
Schulleiter Hubert Ramesberger hat noch am meisten Platz in seinem neuen Büro.