Millionen-Investition in neue Hallen in Altenkreith: Gruber Holzbau will sich Trend anpassen

Von Oliver Hausladen · 9. September 2024 um 15:00

Immer weniger Einfamilienhäuser werden in Deutschland gebaut, ein Trend, der auch in der Region deutlich bemerkbar ist, hat Gerhard Gruber, Geschäftsführer der Gruber-Unternehmensgruppe, festgestellt. Immer mehr gefragt seien dagegen Mehrfamilienhäuser und große Verwaltungsgebäude auch in Holzbauweise.

Trotz schwieriger Zeiten setzt das Familienunternehmen deshalb auf eine Erweiterung: Neben der bestehenden Produktionshalle in Roding-Altenkreith entsteht momentan ein Zwischenbau, der als Lager für die Technik und für die Arbeitsvorbereitung dient. Daneben soll dann später noch einmal eine Fertigungshalle in der gleichen Größe wie die, die es schon gibt, entstehen. „So wollen wir sicherstellen, dass wir auch die größeren Teile und größeren Mengen, die wir mehr und mehr brauchen, bei uns vorfertigen können“, erläutert Gruber.

Produktionshalle geplant

Dazu muss erst einmal investiert werden: Alleine der Zwischenbau kostet mit Ausstattung knapp zwei Millionen Euro. Wann dann die neue Fertigungshalle entsteht, steht noch nicht fest, die Pläne dafür sind aber schon fertig.

Dass immer weniger Einfamilienhäuser gebaut würden, sei ein Trend, der sich in ganz Deutschland zeige. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, Mathias Schäfer, führt die stark rückläufige Zahl der Baugenehmigungen in diesem Bereich, die sich laut Gruber auch in Bayern, wo sein Unternehmen hauptsächlich seine Kunden hat, zeige, auf die „fehlgeschlagene Wohnbaupolitik der Bundesregierung vor allem zulasten von Familien“ zurück.

Bundesweite Entwicklung

Die bundesweite Entwicklung ist eindeutig: Von Januar bis Juni vergangenen Jahres wurden in Deutschland insgesamt 21 927 Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgestellt, 28,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und rund 56 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022. Etwas kleiner, aber immer noch deutlich fiel das Minus bei Fertighäusern aus, hier gab es von Januar bis Juni 2024 mit 5575 Genehmigungen 25,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Fertigbauanteil lag dabei mit 25,4 Prozent auf Rekordkurs.

Ein Problem seien oft auch Verzögerungen und mehr bürokratischer Aufwand bis zur Erteilung von Baugenehmigungen von Einfamilienhäusern, wobei Gruber das Chamer Landratsamt ausnimmt. Die Zusammenarbeit sei sehr gut, die Genehmigungsprozesse liefen schnell. In Regensburg laufe es „normal“, während es im Raum München durchaus auch etwas länger dauern könne.

„Wir wollen und müssen uns anpassen und für die Zukunft aufstellen, deshalb die Erweiterung in Altenkreith“, sagt Firmenchef Gruber. Seit rund zwei Monaten wird am Zwischenbau gearbeitet, noch im September soll alles fertig sein. „Wir sind gut vorangekommen“, freut er sich, auch weil die ausführenden, heimischen Firmen gut gearbeitet hätten. Größtes Problem bei der Planung sei die Entwässerung gewesen, weil es sehr große Dachflächen gibt.

Kapazitäten schaffen

Die Halle wird als Lager für Technik, Materialien und Kommissionsware genutzt werden und soll die Arbeitsabläufe vereinfachen und beschleunigen, so der Geschäftsführer der Firmengruppe mit Sitz in Bernried bei Rötz. Momentan entsteht etwa jede Woche ein Einfamilienhaus inklusive Fassade und eingebauten Fenstern in der Fertigungshalle in Altenkreith. Künftig sollen durch die Erweiterung auch die Kapazitäten für größere Projekte und Fertigbau-Teile geschaffen werden. Schon bisher seien Vorhaben mit einem Auftragsvolumen von sechs bis sieben Millionen Euro durchgeführt worden.

Das Unternehmen wurde 1963 durch Zimmerermeister Alois Gruber gegründet. Später folgten die Fachbereiche Estrich (1980), Fußboden (1985), Trockenbau/Elementbau (1987), Naturholzhäuser (1994) sowie Baumanagement (2003). 2016 wurde das Portfolio um Holzobjektbau, mit gewerblichem Büro- und Wohnungsbau in Holzbauweise, erweitert.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Gruber-Gruppe in der Region sei, dass auf die Vorstellungen der Kunden besonders eingegangen werde, sagt Gruber. Das beginne mit der Gestaltung der Grundrisse, setze sich in der ökologischen Ausstattung sowie in den technischen Ausbaugewerken fort und höre mit den Details in Fenster und Fassade auf. Die Kunden könnten ihr Wunschhaus bezugsfertig und schlüsselfertig bekommen. Gruber setze weiter auf Service während des Bauens und in der fünfjährigen Gewährleistungszeit, sagt Gruber.

Daten und Fakten zum Unternehmen

290 Mitarbeiter, 74 Millionen Euro Umsatz: Die Unternehmensgruppe Gruber beschäftigt insgesamt aktuell um die 290 Mitarbeiter und erwirtschaftet etwa 74 Millionen Euro Umsatz.

Individuelle Lösungen für die Kunden: Ein großer Teil der Mitarbeiter ist im Bereich Holz tätig und setzt die Haus-Wünsche der Kunden um. Architekten, Holzbauingenieure und Baubiologen erarbeiten für die Kunden individuelle Lösungen.

Planung bis in die Details: In der bereits bestehenden Produktionshalle in Roding-Altenkreith werden Häuser bis ins kleinste Detail gefertigt. Verwendet wird in erster Linie hochwertiges Brettschichtholz für die Holzrahmenkonstruktion.

Musterhaus in Stamsried: Im Musterhaus in Stamsried mit einer Wohn- und Nutzfläche von 619 Quadratmetern ist es zudem möglich, sich viele Dinge, Designs und Details „in echt“ anzuschauen. Die Öffnungszeiten des Musterhauses sind im Internet unter www.gruber-gruppe.com zu finden.