Da liegt Sommer in der Luft: Menschen aus der Region erzählen

Von Jasmin Eiglmeier, Sarah Woipich, Till Frieling · 31. August 2024 um 05:00

Ob Basilikum, frische Zitrusfrucht oder intensives duftendes Olivenöl – der Sommer hat auch in der Küche eine ganz besondere Note. Koch Marcel von Winckelmann erklärt, wonach es in seinem Restaurant duftet.

Die Küche verbinden die meisten mit frischen Zutaten und wohlschmeckenden Kombinationen. Doch auch ihr Duft ist nicht zu vernachlässigen – angefangen von frisch geerntetem Gemüse, Obst und Kräutern bis hin zu ihrer aromatischen Verbindung in Pfanne, Topf oder auf dem Grill. Einer, der diese Düfte bestens kennt, ist Koch Marcel von Winckelmann.

Aromatische Natur

Der 30-Jährige eröffnet mit seiner Frau Lisa-Marie im Sommer sein erstes eigenes Restaurant in Passau und freut sich schon auf einen sommerlichen Duft: „Meine Küche duftet nach Natur wie Fichte und nach frisch geschnittenem Heu, aber auch nach Rauch und frischen Kräutern.“

Lesen Sie mehr zum Thema: So riecht der Sommer

Den Sommer verbindet der gebürtige Würzburger mit reifen Früchten und Beeren. Von diesen lässt er sich oft zu neuen Gerichten inspirieren, verrät er. „Aber natürlich auch im Wald, wenn es mit den Pfifferlingen und Steinpilzen losgeht, riecht man den Sommer.“ Seine Gerichte kommen in der warmen Jahreszeit mit einem frischen, leichten Duft daher, sollen „Lust auf mehrere Gänge machen“. „Besonders gut ist ein sanft gegartes Saiblingsfilet mit einer Dashi-Beurre blanc und Pfifferlingen oder ein saftiges Stück Fleisch mit feinen Rauch-Aromen.“ Auch Vegetarierer können sich bei Spitzkraut mit Kalamansi und Stracciatella auf einen herzhaften, aber fruchtigen Duft freuen, der einem schon beim Lesen förmlich in die Nase steigt.

Heute wie damals

Nasse Badesachen, Sonnenmilch,Chlor und Pommes rot-weiß: Wer kennt ihn nicht den Freibadgeruch. Für Rettungsschwimmer Christian Pauli ist er im Sommer alltäglich. Doch für ihn riecht es nach noch mehr. Der Sommer duftet für jeden anders und es kommt auch darauf an, wo man sich gerade befindet. Christian Pauli (63) ist Rettungsschwimmer und leitet mit seiner Frau als Badeaufsicht das Freibad in Garham (Lkr. Passau).

Mit zwölf Jahren sei er als Junge zum ersten Mal in einem Freibad gewesen. Das war das Freibad in Hofkirchen, wo Christian Pauli auch heute lebt. „Vorher sind wir in der Donau schwimmen gegangen. Freibad, das war für uns etwas ganz Neues“, erinnert sich der 63-Jährige. Heute ist Christian Pauli im Sommer täglich im Freibad in Garham. Dort kümmert sich der Pensionär um alles, was an Aufgaben anfällt. „Um die Anlage, das Wasser und am Nachmittag, wenn das Schwimmbecken voll ist, um die Sicherheit der Gäste“, sagt der Rettungsschwimmer.

Der Geruch des Freibads hat für Christian Pauli nicht unbedingt mit Chlor zu tun. „Das riecht man hier so gut wie nicht. Was mir aber jeden Tag in die Nase kommt, ist der Geruch der Natur ringsum, zum Beispiel der vielen Obstbäume, die hier stehen“, schwärmt er.

Ein weiterer, für ihn angenehmer Duft sei der von Sonnenöl. „Im Schwimmbecken mag ich das aber nicht so gerne haben“, sagt Pauli und lacht. Und dann gibt es da noch einen Geruch, der bei ihm immer Kindheitserinnerungen weckt: „Der nach den heißen Pommes vom Kiosk natürlich. Die gehörten für mich schon immer zu einem Besuch im Freibad mit dazu und bei den Kindern heute ist das noch ganz genauso.“

Wie in der Provence

Sonnenblume, Bartnelke, Lisianthus und nicht zu vergessen: Lavendel. Der Sommer duftet definitiv blumig. Gärtner Tobias Schmid aus Regensburg weiß, was jetzt blüht und welche Sorten Auge und Nase erfreuen. Im Moment hat Tobias Schmid viel zu tun. Der 37-jährige Regensburger ist Gärtner. Im Frühjahr hat er Schnittblumen gesät, gezogen und seit Juni erntet er die farbenfrohe Pracht. Was Tobias Schmid am meisten an der Arbeit im Sommer liebt, ist der betörende Duft seiner Blumen. „Besonders Bartnelken und natürlich der Lavendel riechen sehr stark und das weckt bei mir auch automatisch Kindheitserinnerungen“, schwärmt der Gärtner.

Auf dem Grundstück seiner Eltern standen schon immer Lavendelbüsche, als kleiner Junge zog es den heute 37-Jährigen wie viele andere Kinder auch im Sommer immer automatisch dorthin – zu gut duften die lila Blüten, die man vor allem von den großen Feldern aus der französischen Provence kennt. Seine selbst gezogenen Schnittblumen verkauft Tobias Schmid in seinem gleichnamigen Blumenladen in Regensburg, den er in vierter Generation führt. „Besonders beliebt bei den Kunden sind Dahlien, Löwenmaul, Zinnen und Meerlavendel. Für viele und natürlich auch für mich gehört ein schöner Blumenstrauß auf dem Tisch einfach zum Sommer mit dazu“, sagt der Gärtner. Ob es noch einen anderen Duft gibt, mit dem er den Sommer verbindet? „Definitiv Sonnencreme. Ich arbeite ja viel draußen, da ist Sonnenschutz wichtig. Und wenn ich die erste Tube im Jahr öffne, dann weiß ich: Jetzt ist Sommer.“

Stroh und Staub

Der Duft nach Stroh, wertvollem Weizen und Körnen, aber auch nach Staub, Schweiß und viel harter Arbeit – wenn Jungbäuerin Eva Grienberger diese Gerüche um die Nase wehen, weiß sie, dass der Sommer da ist.

Während andere die sommerlichen Temperaturen im Freibad oder am Badestrand genießen, hat Eva Grienberger immer richtig viel zu tun. Sobald das Wetter passt, schwingt sich die junge Landwirtin aus Pollenfeld im Landkreis Eichstätt auf den Mähdrescher und legt los. Der Geruch von Stroh, Staub und gutem Getreide weht der 21-Jährigen dann dauerhaft um die Nase. „In der Lagerhalle bei meinen Eltern riecht es dann immer nach Weizen“, erzählt die Jungbäuerin.

Bei der ganzen harten Arbeit kann es aber auch mal unangenehm riechen, gibt Grienberger zu. Vor allem dann, wenn die Klimaanlage auf dem Traktor oder dem Mähdrescher nicht gegen die sommerlichen Temperaturen ankommt und der Schweiß zu fließen beginnt.

Die junge Frau hat ihr ganzes Leben auf dem Bauernhof verbracht. Seit sie 14 Jahre alt ist, ist sie „richtig drin“ im Betrieb der Eltern, wie sie sagt, und packt fleißig mit an.

Mit der Sommer- und Erntezeit auf dem elterlichen Hof verbindet Grienberger auch einen ganz speziellen kulinarischen Duft. „In der Zeit haben wir immer Wurstsemmeln gegegessen“, erklärt sie. Die sind schnell zubereitet und genauso schnell verspeist. Der Geruch der Wurstsemmeln ist für die Landwirtin daher auch eine Kindheitserinnerung an vergangene Sommertage.

Sonnencreme und Sonnenöl: Für viele riecht der Sommer danach und weckt die Sehnsucht nach einer Erfrischung im kühlen Freibad-Becken.
Ob als Geschenk oder Dekoration auf dem Tisch: Sommerblumen schmücken Haus und Garten und verströmen betörende Düfte.
Der Geruch nach Getreide und Stroh gehört für Landwirtin Eva Grienberger genauso zum Sommer wie der nach Schweiß und harter Arbeit.