Neunburger Kulturverein Unverdorben erhält Preis – Feierliche Verleihung am 7. Oktober

Von Ralf Gohlke · 28. August 2024 um 15:58

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 bemüht sich der Kunstverein Unverdorben erfolgreich darum, dem kulturellen Leben Neunburgs besondere Glanzpunkte zu verleihen. Neben Ausstellungen und Konzerten hat der Kunstherbst hier seine Wurzeln gefunden, der mittlerweile vielerorts gern kopiert wird.

Mit dem Kulturpreis der der Oberpfalz 2024 erfährt der Verein dafür heuer eine besondere Würdigung. Seine Eigenbewerbung in der Kategorie „Grenzüberschreitende Kulturkooperationen“ war erfolgreich. Am Montag, 7. Oktober, wird der Preis bei einem Festakt im historischen Schlosssaal der Burg durch den Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler verliehen.

„Die enge Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn in der tschechischen Republik ist kein Zufall“, betont der Vorsitzende Peter Wunder im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung. Sie sei sogar besonders in der Satzung des Vereins hervorgehoben und verankert. Die Gründe dafür lägen unter anderem an der Nähe zur ehemaligen Handelsstraße von Nürnberg nach Prag. Zwischenzeitlich seien die Kontakte sogar bis nach Brünn erweitert worden.

Tauben für Bärnwald

Gern erinnert Wunder sich zum Beispiel an die Kunsttour nach Mähren, wo die Wallfahrtskirche Bärnwald „der Ort der Versöhnung“, also der Zielort für die Friedenstauben aus der Aktion Ahoj18 war. Bei den unzähligen Gelegenheiten des Zusammentreffens hätten sich zahlreiche Freundschaften unter den Kunstschaffenden entwickelt. Daraus habe sich ergeben, dass die Zusammenarbeit in jeder Hinsicht reibungslos funktioniere, selbst da, wo gerne auch mal bürokratische Hindernisse aufträten.

In einer kleinen Rückschau stellt Wunder fest, dass sich bei der Arbeit des Vereins die bildenden und die darstellenden Künste in etwa die Waage hielten. „Uns ist es enorm wichtig, auch nach außen zu signalisieren, dass wir allen Kunstformen ein Forum bieten.“ Dazu hätten sich im Lauf der Jahre Netzwerke gebildet, die es dem Verein ermöglichten, immer wieder hochrangige Künstler zu verpflichten. Die Schwarzachtalhalle mit ihrer hochmodernen Ausstattung habe dem Verein einen enormen Schub im Bereich „Klassik-Gala“ verliehen, ergänzte der Klassikbeauftragte Karl Stumpfi. Allerdings erweise sich insgesamt die Finanzierung als Problemfeld. Der Verein verfüge über kein großes Vermögen, sondern finanziere sich ausschließlich aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden. „Es gibt leider kaum eine unserer Veranstaltungen, die sich selbst trägt“, meint Wunder.

Gagen, Gebühren, Abgaben

Neben den Gagen für die Künstler fielen auch die Werbung, Gebühren an die Gema und in besonderen Fällen auch Abgaben an die Künstlersozialkasse an. Gleiches gelte für die Kosten der Schwarzachtalhalle. Andere Veranstaltungsorte dürften dafür kostenlos genutzt werden.

Dem stehe eine begrenzte Anzahl an Gästen gegenüber. Aber die seien in der Provinz nun einmal nicht über Gebühr belastbar. „Wenn so ein Konzertabend mit Getränken für ein Paar mit circa 100 Euro zu Buche schlägt, überlegt man sich das schon zweimal“, ist er sicher. In München würden solche Beträge eher zum Lachen animieren. Bei rund 500 Besuchern ließe sich alles gut händeln, aber die seien leider nicht immer zu erreichen.

Insbesondere nach Corona gebe es noch Lücken. Um dennoch hochwertige Auftritte internationaler Künstler anbieten zu können, sei der Verein drauf angewiesen, Fördermittel einzusetzen. Dies wiederum erfordere einen immensen Aufwand bei der Antragstellung. „Das ist mittlerweile meine Hauptarbeit“, so Wunder.

Den Schwerpunkt der Förderung leisteten die Regierung der Oberpfalz und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Bei letzteren zum Beispiel müsse jeweils eine ausführliche Begründung ausgearbeitet werden, und zwar zweisprachig. Zum Glück habe der Verein Dana Ettl in seinen Reihen, die die Übersetzung problemlos bewältige. Für den 12. Neunburger Kunstherbst sei das Programm auf jeden Fall gesichert.