Faible für Geschichte und Geschichten mit Lokalkolorit: Peter Hübl liebt das Schreiben

Seit 49 Jahren schreibt Peter Hübl für die MZ als freier Mitarbeiter. Er hat viele Redakteure kommen und gehen gesehen. Hübl ist in seiner Wahlheimat Offenstetten und in Abensberg bekannt wie ein bunter Hund.
Vor Kurzem feierte er seinen 80. Geburtstag. Seine Frau Carola hat ihm einen neuen Bürostuhl geschenkt. An seinem Schreibtisch, auf dem ein Bild von seiner Enkelin und eine rote Lampe stehen, verbringt er viel Zeit, hier verfasst er seine Artikel und schon einmal die eine oder andere historische Schrift. Von Müdigkeit keine Spur. „Das hält jung.“ Im Hintergrund zieht sich ein volles Bücherregal entlang der Wand. Hübl ist ein Mann der Geschichte und Geschichten.
„Ich möchte den Leuten einfach etwas mitgeben“, sagt Hübl, der als Lehrer bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 2009 an der Neustädter Hauptschule arbeitete. Logisch, dass sich seine ersten Artikel vor allem um schulische Belange drehten, anfangs noch ohne Kürzel. Seit 1975 wissen aufmerksame Leser aber, dass hinter dem Kürzel dph ein echter Hübl steckt. Seit er mit seiner Frau in Offenstetten ein Grundstück kaufte und dort seine Herzensheimat fand, sind es Themen rund um Abensberg und eben Offenstetten, in die sich Hübl vertieft und die er dennoch schnell zu Papier bringt – auch schon, bevor es Internet gab: „Als in Sandharlanden in den frühen 1980ern die neue Kirche eingeweiht wurde, ging ich mit dem Bischof noch essen und dann tippte ich auf der Schreibmaschine in der Redaktion in der Von-Hazzi-Straße meinen Text.“ Die Filmrollen wurden um halb vier zur Bahn in Richtung Regensburg gebracht, wo sie der Schaffner entgegen nahm. Der Text war am nächsten Tag in der Zeitung: „Wir waren flott.“ Die Themen kommen mit seinem Engagement in zig Vereinen und seinem Faible für alles Historische wie von selbst. Das Zusammenkommen mit Menschen, das Mitanpacken, etwas bewegen, das ist sein Lebenselixier. „Ich habe immer zu meinen Schülern gesagt, ,ihr müsst euch einbringen‘“, erzählt Hübl.
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Und unter dieser Maxime gestaltet er auch sein eigenes Leben, auch lange nach dem Vorruhestand, „da meinten die Leute, ,jetzt hast ja Zeit‘“, erzählt er schmunzelnd. Hübl war beispielsweise 24 Jahre Stadtrat in Abensberg, gründete die Bücherei in Offenstetten mit. Auch heute noch macht Hübl Stadtführungen, die auch schon mal etwas länger dauern können, denn er kann meisterhaft über geschichtliche Details erzählen. Als Referent für Städtepartnerschaften organisiert er den Austausch mit Italiens Lonigo, belebte die Partnerschaft mit dem griechischen Parga neu und hob die Städtepartnerschaft zum französischen St. Gilles aus der Taufe. Hier kann er seine Leidenschaften, das Kennenlernen von anderen Kulturen und deren Schönheiten auch gleichzeitig anderen zu vermitteln, verbinden. Woher er die Zeit für das alles nimmt? Eine Frage, die er selbst nicht beantworten kann, nur soviel: „Man muss das freilich schon auch mögen, das viele Unterwegssein.“
Vielleicht kommt dieser unbändige Willen zum gesellschaftlichen Engagement, dieses Interesse an Geschichtlichem auch durch die Erfahrung, die Hübl und seine Familie gemacht haben, der Erfahrung, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.
Hübl war zwei Jahre alt, als seine Eltern das Egerland, heute Tschechien, verlassen mussten, vertrieben wurden. Den Vater, einen Ingenieur, verschlug es beruflich nach Westfalen, wo Hübl Abitur machte und nach Neustadt/Donau. Hübl wurde eingezogen und machte die Offizierslaufbahn bis zum Leutnant, studierte Lehramt. Als er etwas für seinen Unterricht vorbereiten wollte und sein Vater ihm anbot, die elektrische Schreibmaschine in dessen Firma zu nutzen, traf er seine zukünftige Frau, eine Abensbergerin. „Sie war die Sekretärin meines Vaters“, erzählt er schmunzelnd. So fand er neue Wurzeln.