Entspannter Start in die Regensburger Herbstdult: Tausende amüsieren sich friedlich

Von Marion Koller · 25. August 2024 um 19:00

Wie sicher ist das Regensburger Volksfest? Auch um diese Frage ging es am ersten Dult-Wochenende nach dem Messerangriff in Solingen vom Freitag.

Trotz der 30 Grad am frühen Samstagabend pilgern Evelin, Nicole und Leon mit vielen anderen über die Oberpfalzbrücke. Die jungen Leute aus Nittendorf und Parsberg freuen sich nicht nur aufs Feiern, sondern auch auf die eine oder andere Maß, auf Lachssemmeln und die Fahrgeschäfte. „Ich gebe nicht mehr als 70 Euro aus“, hat sich Nicole P. (21), eine Medizinische Fachangestellte, vorgenommen. Für Leon Schoierer (22) ist die Dult ein Luxus. „Sie könnte billiger sein“, meint der Kfz-Mechaniker. Nicole wirft ein: „Aber es ist schön, dass wir so etwas haben.“

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Wie sicher ist das Volksfest?

Auf dem Dultplatz mischen sich Kinderkreischen, Discosound und Blasmusik. Am Eingang kontrollieren Mitarbeiter der Fairplay-Security GmbH Taschen und Rucksäcke – sogar die des MZ-Fotografen. Hängt das mit der furchtbaren Messerattacke im nordrhein-westfälischen Solingen vom Freitag zusammen? „Es geht um Glasflaschen“, sagt eine Sicherheitsfrau. Dultmarktmeister Reinhard Kellner winkt ab. Seit der islamistischen Terrorattacke in Nizza 2016 sei die Taschenkontrolle selbstverständlich. „Unser Sicherheitskonzept wird ständig geprüft, evaluiert und verbessert.“

Alle möglichen Katastrophenszenarien würden „im Detail durchgespielt“. Zum Beispiel: Kann man verhindern, dass ein Tankwagen von der Brücke in die Warendult gesteuert wird? Es gehe nicht nur um die Taschenkontrolle, sondern um jeden Meter Fluchtbreite oder um die Stärke der Notbeleuchtung. Auch auf dem Platz wird immer wieder kontrolliert. „Es wird mit Sicherheit nicht jedes Messer gefunden“, sagt Kellner. „Wenn einer zu Nichtbetriebszeiten etwas deponiert, kann er es später rausholen.“

Überzeugt vom städtischen Sicherheitskonzept ist Alex Hofmann, Chef der Schirmbar. Polizeistreifen mit bis zu sechs Beamten seien „gut sichtbar unterwegs“ und mit der Security vernetzt. Ob in den Zelten oder in der Bar – überall schauten Sicherheitsleute nach dem Rechten. Auch die Einfahrtsbarrieren auf dem Dultplatz seien wichtig. „Es ist gut gemacht“, urteilt der 36-Jährige.

Weder das Polizeipräsidium Oberpfalz noch die fürs Volksfest zuständige Polizeiinspektion Nord wollen sich zu Sicherheitsfragen äußern. Das erste Dult-Wochenende ist laut Polizei friedlich verlaufen.

Warum sind am Samstagabend in den Dultbiergärten etliche Plätze frei geblieben? Marktmeister Kellner gibt zu bedenken, dass viele Menschen verreist sind und dass am Monatsende das Geld nicht so locker sitzt. Auf der Herbstdult gehe es etwas ruhiger zu als auf dem Mai-Volksfest, das die erste große Freiluftveranstaltung des Jahres ist. Festwirt Alfred Glöckl und Alex Hofmann sind zufrieden. „Wir haben eine schöne Neuheit geschaffen, die gut angenommen wird“, sagt der Schirmbar-Inhaber.

Tímea Dézsi eilt am Samstag zum Bus. Die BMW-Mitarbeiterin hat Fisch gegessen und ist auf der Riesenschaukel „XXL Höhenrausch“ bis in 40 Meter Höhe geschwungen. Das Gäubodenfest sei vielfältiger gewesen, sagt die 48-Jährige. „Aber die Dult ist schöner.“

Ein kleiner Gewinner

Schweren Herzens muss Julian Voglmeier (8) mit Mama Sabrina (39) heimfahren. Er hat Plastikenten geangelt und beim Dosenwerfen triumphiert. „Gewinnen ist meine Stärke“, sagt er. Gastronom Alex Hofmann ist am Sonntag trotz Regens bestens gestimmt. „In den nächsten zwei Wochen wird das Wetter super.“

Stimmungsbands heizen im Hahnzelt ein.
Natürlich in Tracht: Evelin (l.) und Nicole
Ist überzeugt vom Regensburger Sicherheitskonzept: Gastronom Alex Hofmann