Regensburg und die Hitze: Es wird ja nichts getan!

Statt „Kunst am Bau“ „Wasser am Bau“
Zu unserem Bericht „Regensburg beim Hitze-Check durchgefallen: Chef des Bunds Naturschutz schreibt Brandbrief“ erreichten uns diese Zuschriften:
Dem „Brandbrief nach Hitze-Check“ des Bunds Naturschutz möchte ich noch etwas hinzufügen: Vor diesem offiziellen Hitze-Check wusste man schon seit vielen Jahren, dass Regensburg die heißeste Stadt Bayerns ist, und jetzt steht Regensburg sogar an dritter Stelle bundesweit. Ganz klar, es wurde so gut wie nichts unternommen, um die Hitze in der Stadt zu mildern, obwohl alle Städte dazu von der Bundesregierung aufgerufen wurden. Der Bund Naturschutz hat nun Vorschläge zur Abhilfe gemacht, die sehr begrüßenswert sind. Durch systematische Entsiegelung finden sich sicher zahlreiche Möglichkeiten, richtige Bäume zu pflanzen. Jeder Baum ist ein Gewinn. Die „Hitze Hölle Haidplatz“ muss begrünt werden, Wasser muss in die Stadt (Brunnen repariert werden). Die Erkenntnis der Oberbürgermeisterin, dass die Umsetzung dieser Vorschläge viel Zeit benötigt, um Wirkung zu zeigen, ist richtig. Es wird aber nur besser, wenn man sofort und mit Tempo damit anfängt. Die „Steinerne Stadt“ ist Geschichte. Wie wäre es, wenn man statt „Kunst am Bau“ jetzt „Begrünung und Wasser am Bau“ zum Gesetz macht?
Thekla Banrevy
Regensburg
Für genügend öffentliches Grün sorgen
Man muss mit Raimund Schoberer vom Bund Naturschutz nicht immer einer Meinung sein; aber wo er Recht hat, hat er Recht. Die Stadt Regensburg hat es in der Vergangenheit geradezu verschlampt, für genügend öffentliches Grün zu sorgen. Ich habe mit 16 Jahren meinen Dienst in der Stadtverwaltung angetreten und konnte 48 Jahre lang miterleben, wie eine falsche Entscheidung förmlich die andere jagte. Einige Beispiele gefällig? Ein riesiges Areal hat man für die Universität, das Klinikum und die Ostbayerische Technische Hochschule bereitgestellt. Der Platz für die Ansiedlung des BMW-Werks war nicht minder groß. Große Unternehmen wurden im Westen (Wernerwerkstraße) und im Osten (Osttangente) der Stadt angesiedelt. Für mittelständische Unternehmen wurde in Hasl-bach ein großes Gewerbegebiet ausgewiesen. Im Bereich Galgenberg wurde großflächig in einen BioPark investiert. All diese Flächen wären hervorragend für die Errichtung eines Stadtparks, ja sogar eines Stadtwalds, geeignet gewesen. Außer Arbeitsplätzen und Wohlstand haben diese Fehlentscheidungen, die die Stadt getroffen hat, nichts gebracht. Also ja – auch die städtischen Finanzen konnten sich über reichlich sprudelnde Steuern freuen. Aber – was hat die Stadt mit dem Geldsegen gemacht? Millionen und Abermillionen wurden für den Bau von Grundschulen, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen verplempert. Kindergärten und Kinderhorte schossen wie die Pilze aus dem Boden. Leerer Beutel, Degginger, Stadttheater, Kulturförderung – alles Dinge, auf die man getrost verzichten könnte. Die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt – geschenkt. Mir persönlich hat die Parkplatzsuche am Haidplatz und am Neupfarrplatz immer Spaß gemacht. Schade, dass man da heute nur noch flanieren oder sitzen und das Altstadtflair genießen kann. Schluss mit dem Gejammer – wie könnte eine Lösung aussehen? In der Stadtverwaltung muss eine radikale Wende eintreten. Ich hoffe und wünsche mir, dass unsere Frau Ober-bürgermeisterin den Mut und die Kraft aufbringt, das für all diese Fehlentscheidungen hauptsächlich verantwortliche Planungsreferat aufzulösen. Es sind dort eben nur fachliche und keine universellen Kompetenzen vorhanden. Eine Handvoll universalgelehrter und universalkompetenter Mitglieder vom Bund Naturschutz würden nach meiner Meinung genügen, um die Stadtverwaltung auf den richtigen Weg zu führen. Für diesen radikalen Schnitt gäbe es wahrscheinlich sogar eine Mehrheit im Stadtrat, weil die CSU-Fraktion ja kürzlich ihre Offenheit für grüne Gedanken (Parkhaus am Unteren Wöhrd) signalisiert hat. Die Mitarbeiter des Planungsreferats müssen wohl auch keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Das Stadtgartenamt macht bei Stilllegung von Spielplätzen und bei Kritik an mangelnder Pflege der Grünanlagen immer wieder geltend, dass man händeringend Mitarbeiter suche. Offenbar gibt es doch gar nicht so wenige Grünanlagen in Regensburg?!
Ulrich Landskron
Regensburg
Besucherzentrum muss Toiletten vorweisen
Eine Leserin hat Anmerkungen zu unserem Bericht „1000 Gäste am Tag, aber kein Klo“:
Ja geht’s noch? Es sollen immer mehr Menschen unsere tolle Stadt besuchen, wofür auch ein Besucherzentrum mit öffentlichen Geldern eingerichtet wurde, aber dann sind die Besucher da, und, oh Wunder, die Beseitigung ihrer Hinterlassenschaften ist zu aufwendig und teuer. Dann wird halt einfach zugesperrt. Als ob dies das Problem lösen würde. Sollen am besten in ein Lokal ausweichen, die müssen Toiletten vorweisen, und können bei hohen Kosten auch nicht einfach zusperren. Liebe Verantwortlichen, schämt euch! Das hat Regensburg nicht nötig, und manche Kosten sind halt nicht zu vermeiden. Vielleicht wäre eine Gebühr die Lösung oder die Übergabe an eine Reinigungsfirma in Eigenregie?
Susanne Schneider
Regensburg
Kein richtiger bayerischer Wirt
Unseren Artikel „Wirt vom Kneitinger Keller in Regensburg hört auf: Abschied (fast) ohne Wehmut“ kommentiert dieser Leser:
Warum Frank Gebhard der langjährigste Betreiber (23 Jahre) des „Kneitinger Kellers“ war, das wissen nur Gott und der Stiftungsrat! Für viele Stammgäste war er nicht der „bayerische Wirt“, den wir für eines dieser letzten, urigen bayerischen Wirtshäuser gewollt hätten. Die Aussage, er hätte in der Galgenbergstraße einst alles neu aufbauen müssen, kann nur der verzerrenden Nüchternheit eines saarländischen Geistes entstammen. Abgebaut hat er hingegen: Holzkohlegrill (nur sehr selten im Einsatz), Fischbraterei, Eisautomat, mitgebrachte Brotzeiten, Geselligkeit. Im Gegensatz zu seinem allseits beliebten Vorgänger (Herr Engstler, Wirt vor 2001), vertrieb er die Schafkopfler und Watter aus seinen Gemäuern. Zielstrebig und wie in Regensburg neuer, beliebter Brauch, opferte er alles Kulturgut der Gewinnmaximierung. Ersetzte Tradition durch warmes Bier und Bluesmusik aus der Konserve. Kritik an seiner Verelendung des Kneitinger Kellers begründete Herr Gebhard unter anderem mit dem Stammtischsterben in Bayern. Was nicht sein soll, rentiert sich nicht? Das verhält sich ungefähr so, wie wenn man das Pflanzensterben mit dem Einsatz von Glyphosat begründet. Importierte Zyniker haben wir in Bayern schon genug. Wir Stammgäste warten also auf den letzten Urbayern, der mit Hirn und Herz unsere Werte vertritt und dem man das Wort „Gemütlichkeit“ nicht erst dreimal auf Hochdeutsch ausbuchstabieren muss.
Siegfried Hruby
Regensburg
Nautische Kenntnisseeingebracht
Zu unserem Artikel „Die Galeere macht Geschichte erlebbar“ schreibt dieser Leser:
Es ist bedauerlich dass der Artikel Dr. Konen als Initiator des Projekts doch sehr einseitig darstellt. Tatsächlich war Dr.Christoph Schäfer – jetzt Professor für alte Geschichte in Trier – mehr als nur Mitgestalter dieses Megavorhabens. Dr.Schäfer hatte über seine Kontakte zum Hauptsponsor Bischofshof (dazu gehörte Weltenburger) dieses Unternehmen für das Projekt begeistern können. Darüber hinaus hat er in der Organisation, in Fragen der Zulassung, der administrativen Begleitung und nicht zuletzt der Dokumentation entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Projekt überhaupt realisiert werden konnte. Über die Schiffstaufe hinaus hat Dr.Schäfer seine nautischen Kenntnisse eingebracht, ohne die die Auswertung der Ergebnisse nicht gelungen wäre. Über entsprechende Fähigkeiten hat sonst niemand verfügt! Außerdem hat Dr. Schäfer für die ersten Publikationen gesorgt und den ersten Bildband, der zur Schiffstaufe vorlag, überhaupt erst möglich gemacht, gesetzt und mit Herrn Konen und Herrn Ferkel von der TU Clausthal herausgegeben. Alle Beiträge wurden von Dr. Schäfer überarbeitet, Fotos eingebracht etc. In jedem Fall waren Dr. Konen und Dr.Schäfer Partner beim Unterzeichnen der Sponsorenverträge für das Projekt. Es ist eigenartig und gleichermaßen schade, dass auch nach Jahren zu diesem Event an Dr. Schäfer keine Einladung erfolgt ist. Auch Marcus Altmann wurde im Artikel nicht erwähnt, die beiden haben schließlich Monate an Einsatz zum Gelingen der Aktion beigetragen. Ich war seinerzeit öfter beim Bau des Schiffes in der Hitzlerwerft mit dabei und interessierte mich entsprechend auch für den gesamten Organisationsablauf, deswegen bin ich sicher, dass es sich nicht nur um eine subjektive Sichtweise handelt.
Karl Winter
Lappersdorf
Führerscheinstelle: Es wurde nur abgewartet
Zu unserer Berichterstattung zur Führerscheinstelle schreibt uns diese Leserin:
Es wurde wohl schon vor Jahren verpasst, die Abteilung der wachsenden und internationalen Bevölkerung in Regensburg anzupassen, das heißt, genügend Stellen zu schaffen. Wie bei so vielen anderen Angelegenheiten wurde nur abgewartet und jetzt ist das Jammern groß. Wie ich mitbekommen habe, geben die Mitarbeiter in der Abteilung, obwohl sehr überlastet, ihr Bestes und werden dabei noch von allen Seiten kritisiert. Wessen Schuld ist diese nicht funktionierende Abteilung? Nicht die der Mitarbeiter. Sondern von den Leuten, die anscheinend von der Praxis wenig bis keine Ahnung haben und nur nach Aktenlage entscheiden. Vielleicht sollte man nicht die Pressestelle, sondern die Mitarbeiter direkt fragen. Interessant wär’s bestimmt. Bezüglich der Lkw-Fahrer ist noch anzumerken, dass schon wiederholt geschrieben wurde, dass es bei der Führerscheinstelle zu längeren Wartezeiten kommt. Jeder muss sich frühzeitig um seine Dokumente kümmern. Da kann man nicht der Behörde die Schuld geben, wenn man seine Angelegenheiten nicht im Blick hat. Ich wünsche den Mitarbeitern und auch den Bürgern der Stadt Regensburg, dass sich die Situation baldmöglichst bessert.
Irmgard Angermeier
Regensburg
Diesenbach: Aus Fest wird Arbeitseinsatz
Zu unserer Berichterstattung über das Feuerwehrfest in Diesenbach hat uns diese Zuschrift erreicht:
Meine Frau und meine Wenigkeit saßen im Diesenbacher Festzelt als die Hölle losbrach: Innerhalb von Sekunden stand das stabile Zelt drei bis fünf Zentimeter unter Wasser. Nur die Bühne blieb von den Fluten verschont. Barfuß laufen war angesagt. Glück im Unglück: Das Feuerwehr-Gerätehaus befand sich unmittelbar neben dem Festzelt. Und die Frauen und Männer der Diesenbacher Feuerwehr erledigten ihren Job profimäßig. Ein umgestürzter Baum wurde sofort entsorgt und zersägt. Kaputte Zeltlinge in die Ecke gelegt. Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei, the show must go on. Insofern stimmt die Überschrift: „Feuerwehr-Feier trotzt dem Unwetter“. Den wahren Helden der Diesenbacher Feuerwehr gehört ein großes Dankeschön. Denn aus der geplanten Feier wurde ein Arbeitseinsatz bis in den frühen Morgen.
Norbert Kemp
Regenstauf
