Regensburger Farbtupfer: Der Jahn ist keine gmahde Wiesn für Bundesligisten

Von Felix Kronawitter · 14. August 2024 um 14:42

Der SSV Jahn und der DFB-Pokal, das ist keine reine Erfolgsgeschichte. In der jüngeren Pokalhistorie der Regensburger gibt es aber sehr wohl einige herausstechende Farbtupfer. Sonntags-Gegner VfL Bochum muss sich in Acht nehmen. Im alten und neuen Jahnstadion Regensburg war es nicht für alle Bundesligisten eine gmahde Wiesn.

Bei der Auslosung hätten sich viele Jahn-Fans den 1. FC Köln gewünscht. Denn der Traditionsklub war in diesem Wettbewerb zuletzt ein Wunschgegner. 2020/21 hatten sich die Regensburger gegen den Bundesliga-Absteiger im Elfmeterschießen durchgesetzt und waren damit erstmals in ihrer Vereinsgeschichte bis ins Viertelfinale vorgedrungen. 2022/23 wiederholten sie das Kunststück gegen Köln. In der ersten Runde behielt der Jahn erneut im Elfmeterschießen die Oberhand. Da waren dann immerhin rund 13000 Zuschauer mit dabei. Eine angemessene Kulisse für einen außergewöhnlichen Jahn-Auftritt. Diesbezüglich war es am 3. Februar 2021 ein Trauerspiel. Corona versaute den Rahmen. Einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte durften neben den Spielern nur ein paar Verantwortliche und Journalisten live miterleben.

Festtag für Regensburg

„Es macht viel mehr Spaß, wenn unsere Fans da sind und der Gast auch noch was mitbringt“, freute sich der damalige Kapitän Benedikt Gimber einst über die wiedergewonnene Normalität. „Das war ein absoluter Festtag heute!“ Zuvor hatten die Regensburger bereits ihre Elfmeterschießen gegen Kaiserslautern und Wiesbaden erfolgreich gemeistert. Im Viertelfinale war dann aber daheim gegen Bremen (0:1) Schluss.

Der Jahn und der DFB-Pokal – das war aber wahrlich nicht immer eine Liebesbeziehung. In der Vorsaison kassierte die Oberpfälzer in der ersten Runde eine 1:2-Niederlage gegen Zweitligist Magdeburg. 2021/22 und 2022/23 schafften es die Regensburger durch Erfolge gegen Koblenz (3:0) und Köln (6:5 n.E.) immerhin eine Runde weiter. Gegen Rostock (5:7 n. E.) und Düsseldorf (0:3) war dann daheim aber jeweils Endstation.

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Ganz weit ging es für die Regensburger in der jüngeren Vergangenheit nur noch 2003/04. Dort war erst im Achtelfinale gegen Duisburg (5:7 n.E.) Endstation. In dieser Spielzeit hatten sie in der ersten Runde übrigens ihren kommenden Gegner Bochum (2:1) in die Schranken gewiesen. Gegen andere Bundesligisten war wiederum schnell Schluss. Highlights waren es dennoch, als 2012/13 die Bayern (0:4) ihr „Heimspiel“ im Jahnstadion bestritten. 2011/12 war Gladbach (1:3) da, 04/05 Bremen (0:2) eine Nummer zu groß.

An die 2016/17 erinnert man sich in Regensburg aus Pokalsicht nicht gerne. Im Elfmeterschießen (4:6 n. E.) hatte im DFB-Pokal Hertha BSC die Nase vorne. Ein toller Kampf der Regensburger, die sich aber drei Tage später bis auf die Knochen blamieren sollten. Aiglsbach war am 24. August 2016 der Gegner im BFV-Pokal. Das 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den Bezirksligisten schmerzt heute noch. „Das ist eine grandiose Blamage – wahrscheinlich die schlimmste in unserer nicht gerade glorreichen Totopokal-Vergangenheit“, hatte es der damalige Geschäftsführer Christian Keller auf den Punkt gebracht. „Die Spieler sind gestraft genug, indem sie den Aiglsbachern jetzt beim Feiern zuschauen dürfen“, wollte Trainer Heiko Herrlich nach dem Schlusspfiff nicht noch draufklopfen. Das übernahm dafür Keller.

Zwei peinliche Auftritte

Die Qualifikation für den DFB-Pokal schafften die Regensburger dann aber tatsächlich über den Umweg Drittliga-Meisterschaft. In der folgenden ersten Runde kegelten sie sogar Darmstadt aus dem Pokal. Danach war aber gegen Heidenheim (2:5) Schluss. Es folgten bittere Auftritte. 2018/19 gab es unter Trainer Achim Beierlorzer ein peinliches 1:2 bei Oberligist Chemie Leipzig. Seinem Nachfolger Mersad Selimbegovic, der vom Co- zum Cheftrainer aufgestiegen war, erging es nicht besser. Der Bosnier verlor mit seiner Mannschaft in der ersten Runde mit 2:3 gegen den damaligen Regionalligisten Saarbrücken.

In dieser Saison gibt es mit mit dem Bundesligisten Bochum, der den Abstieg in einer wilden Relegation gegen Düsseldorf abgewendet hatte, zu Beginn gleich eine große Hürde. Das dachte man aber am 30. August 2003 auch. Auch da waren die Gäste, die von Peter Neururer trainiert wurden, der große Favorit. Am Ende bejubelten aber die Regensburger einen 2:1-Sieg. Wiederholung erwünscht!