Sehr lukrativer Wettbewerb für den SSV Jahn: Im DFB-Pokal winken hohe Prämien

Von Felix Kronawitter · 13. August 2024 um 11:33

Philipp Hausner (r.), der kaufmännische Geschäftsführer des Jahn, hofft auf ein Weiterkommen des SSV. Foto: Brüssel

Der DFB-Pokal offeriert den Underdogs nicht nur die Chance, in sportlicher Hinsicht zu überraschen. Obendrein hat sich in der Vergangenheit schon so mancher Klub eine ordentliche Finanzspritze abgeholt. Fußball-Zweitligist SSV Jahn Regensburg, der am Sonntag (15.30 Uhr) in der ersten Runde den Bundesligisten VfL Bochum empfängt, kann ein Lied davon singen. In der Saison 2020/21 klingelte die Kasse in der Oberpfalz.

Mehr als zwei Millionen Euro (2,01) haben die Regensburger da durch drei erfolgreiche Elfmeterschießen hintereinander in dem Wettbewerb eingespielt. Der Überraschungssieg im Achtelfinale gegen den Bundesligisten 1.FC Köln war 1,05 Millionen Euro wert. Als Startgeld gab es 137.000 Euro, für die Siege gegen Kaiserslautern und Wiesbaden 274.000 beziehungsweise 549.000 Euro. Geld, das der Klub in Zeiten der Corona-Pandemie sehr gut gebrauchen konnte. Ein Sieg gegen Werder Bremen im Viertelfinale wäre sogar mehr als zwei Millionen Euro zusätzlich Wert gewesen.

Mittlerweile ist noch mehr Geld im Prämientopf. Schon bis zum Halbfinale werden 67 Millionen Euro ausgeschüttet. Der Kicker bemühte den Vergleich zu den Frauen. Dort werden insgesamt „nur“ 1,7 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Männer sind in anderen Sphären unterwegs, sie spielen aber halt auch ganz andere Summen ein.

Allein als Startgeld erhalten die Regensburger und ihre Mitstreiter 209.453 Euro. Danach wird es auch in monetärer Hinsicht richtig interessant, vor allem für Klubs, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind.

Lesen Sie hier: Das 1:0 gegen Ulm war ein typischer Jahnsieg

Prämien verdoppeln sich von Runde zu Runde

Wie bedeutsam dieser Wettbewerb für Klubs wie den Jahn ist, das verdeutlicht der Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die für den SSV herrschen. Diese Saison rechnet Philipp Hausner, der kaufmännische Geschäftsführer der Regensburger, mit einem Umsatz von mehr als 22 Millionen Euro. Der Aufstieg hat dem Jahn auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr gut getan. „Aus etwa 1,5 Millionen Euro werden für uns in der neuen Saison fast zehn Millionen Euro“, erklärte Hausner den Quantensprung in Sachen TV-Gelder, den Erträgen aus der zentralen Medienrechtevermarktung.

Die Einnahmequelle ließe sich weiter aufstocken. Von Runde zu Runde werden die Prämien verdoppelt. Wer sich für die zweite Runde (418.906 Euro) oder das Achtelfinale (837.813 Euro) qualifiziert, der kann ordentliche Summen scheffeln. Im Viertelfinale (1,67 Millionen) und im Halbfinale (3,3 Millionen) klingeln die Kassen. Die beiden Pokal-Finalisten der Saison 2024/25 dürfen sich über einen zusätzlichen Geldregen freuen. Der Finalverlierer bekommt 2,8 Millionen Trostgeld. Der Pokalsieger erhält 4,3 Millionen Euro.

Saarbrücken als Vorbild

Die Ausschüttung bewegt sich damit in etwa auf dem Niveau der abgelaufenen Spielzeit. Neben den Prämien, die es vom Deutschen Fußball (DFB) gibt, kommen auch die Einnahmen vom Spieltag noch hinzu. In der Vorsaison war mit dem 1. FC Saarbrücken ein Drittligist die große Überraschung im DFB-Pokal. Der Traum vom Finale in Berlin platzte erst im Halbfinale gegen Kaiserslautern. Zuvor hatte der Underdog für Furore gesorgt, indem er erst den KSC, dann die Bayern, danach Frankfurt und dann auch noch Gladbach aus dem Pokal kegelte. Gegen einen ähnlichen Werdegang hätte in Regensburg in dieser Pokalsaison niemand etwas einzuwenden.