Martini-Schule macht aus Not eine Tugend und bietet Rollerfahren und Klettern an

Von Heike Regnet · 11. August 2024 um 05:00

In wenigen Wochen startet die Generalsanierung der Mehrzweckhalle in Freystadt. Daher müssen Schule und Vereine in Sachen Sport für eine lange Zeit neue Wege gehen. Bis die Halle fertig ist, werden nach jetzigem Stand zwei Jahre ins Land gehen.

Auch die Bushaltestelle für die Martini-Schüler wird in dieser Zeit verlegt. Ankunft und Abfahrt ist ab dem neuen Schuljahr an der Haltestelle am Mühlbach.

Für den Schulsport hat Konrektor Herbert Lauterkorn die Organisation übernommen. Seit klar war, dass die Halle ab August gesperrt sein wird, wurde an einem neuen Konzept gefeilt. Unterstützt wurde er dabei von Schulcoach Birgit Reinhardt, Sportfachberaterin und Lehrkraft Birgit Angloher sowie Rektorin Christine Gottschalk.

Mehrzweckraum in Martini-Schule wird zur Sporthalle

„Es wird einiges wegfallen, aber wir haben auch gute neue Ideen“, sagt Gottschalk. So wird der Mehrzweckraum im Schulhaus zu einer kleinen Sporthalle umfunktioniert. In den vergangenen Wochen wurden hier bereits viele Sportgeräte aus der Halle untergebracht. Zudem können die Hallen des TSV Mörsdorf und des FC Möning genutzt werden.

Für die 3. und 6. Jahrgangsstufe wird der Schwimmunterricht ausgebaut. Künftig geht es an drei Tagen in der Woche zum Schwimmen ins Berle nach Berching statt wie bisher nur an einem Tag. Auch Eislaufen in Neumarkt, Winterwanderungen oder Sport in der Kletterhalle stehen auf dem Plan. „Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, die die nahe Umgebung bietet“, sagt Lauterkorn.

Grundsätzlich aber gilt: Solange das Wetter mitspielt, findet der Sportunterricht im Freien statt. Dafür hat die Stadt 30 Roller/Scooter gekauft. „Ein kompletter Klassensatz. Und die Schüler können am Ende den Rollerführerschein machen. Das läuft ähnlich wie beim Fahrradführerschein“, sagt Lauterkorn. Auf dem großen Pausenhof der Schule wird ein Parcours aufgebaut. Die nötigen Helme bringt jeder Schüler von Zuhause mit.

Ausweichen auf Sportgelände des TSV Freystadt

Auf dem Schulhof und dem angrenzendem TSV-Sportgelände stehen zudem Beach- und Volleyballplatz sowie Laufbahn und vieles mehr zur Verfügung. Gut geplant werden muss der Quali im Sport, denn nicht immer ist alles möglich. „Da werden wir uns auch nach der Jahreszeit richten müssen. Man muss halt flexibel sein“, sagt Lauterkorn. Dabei baut die Schule auf die Spontaneität der Eltern. Im Schulverbund könne man , wenn es der Stundenplan hergibt, die Halle der Schule Mühlhausen nutzen.

Fehlen werden künftig die Umkleiden an der Martini-Schule, dafür werden die Differenzierungsräume genutzt. „Oder die Kinder kommen an Sporttagen gleich in Sportkleidung“, sagt Gottschalk.

„Ohne Halle den Sportunterricht zu planen, das ist schon ein Kraftakt“, ist sich die Schulleitung einig. Bislang wurde der Mehrzweckraum nicht nur für Veranstaltungen genutzt, sondern war auch das Domizil der Bläserklasse. Von ihr wird ebenso Flexibilität verlangt, denn ein Teil der Schränke, in denen die Instrumente aufbewahrt werden, werden jetzt für die Sportgeräte benötigt.

Auch bei der Stadtratssitzung am Dienstag war die Hallensanierung Thema. Schon in der Julisitzung wurden die ersten Aufträge für rund 4,2 Millionen Euro erteilt. Nun berichtete Dorr, dass in der letzten Augustwoche die Baustelle eingerichtet wird. Vielfältige Lösungen wurden auch für den Vereinssport gefunden – aber Abstriche werden nötig sein. Genutzt werden der Mehrzweckraum der Martini-Schule, vereinseigene Sporthallen und Hallen in der Region von Neumarkt über Postbauer-Heng bis nach Mühlhausen, Obermässing und Greding.