Geisterauto blockiert seit rund acht Monaten Friedhofs-Parkplatz in Regensburg

Wer kennt sie nicht, die ewige Parkplatz-Suche? Umso nerviger, wenn ein Auto seit fast neun Monaten auf einem Parkplatz steht – und scheinbar gar nicht mehr wegfährt. Dies ist gerade am Unteren Katholischen Friedhof in Regensburg der Fall. Dort parkt seit dem Jahreswechsel ein Auto mit polnischem Kennzeichen. Nun wurde sogar die Polizei eingeschaltet.
Zwei MZ-Lesern ist das Auto schon länger ein Dorn im Auge – und scheinbar nicht nur ihnen. Inzwischen haben Unbekannte Zettel angebracht. Auf einem steht: „Das Ordnungsamt und die Polizei sind informiert: interessiert nicht!!! Müsste man sich ja bewegen. Ich bin Deutsch und kann eine Stunde parken, sonst bekomme ich einen Strafzettel und werde abgeschleppt. Das mache ich!!! Armes Deutschland.“ Auf einem anderen Zettel steht: „Ich parke hier seit Dez. ’23. Um mich schert sich keine Behörde, keine Politesse, keine Parkscheibe, keine Vorschrift, kein Abschleppdienst. Und ich schere mich auch um nichts. Und was machst du?“ Beide Zettel wurden sorgsam in Klarsichtfolien gesteckt – der Urheber rechnet wohl damit, dass seine Schreiben noch länger lesbar sein müssen
Das sagt die Stadt zum Geisterauto
Was hat es mit dem mysteriösen Geisterauto auf sich? Die MZ hat bei der Stadt nachgefragt. Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra teilt mit, dass das Auto seit Januar bekannt ist. Es seien Beschwerden beim Ordnungsamt eingegangen. Der Verkehrsüberwachungsdienst selbst könne keine Halterdaten von ausländischen Behörden erhalten. Daher könne der Dienst auch nicht ermitteln, ob das Auto noch zugelassen ist. Daher habe sich der Verkehrsüberwachungsdienst an die Polizeiinspektion Regensburg Süd gewandt. Diese konnte die Halteradresse in Polen ermitteln. „Nun kann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden“, sagt von Roenne-Styra. „Wie hoch das Bußgeld sein wird, kann noch nicht gesagt werden.“
Auch ob und wann das Auto abgeschleppt wird, steht derzeit noch in den Sternen. „Solange das Auto die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet, muss man dem Halter Zeit geben, sein Eigentum abzuholen“, sagt von Roenne-Styra. „So unschön das ist.“ Das Auto sei nun mal Privateigentum, da seien die Möglichkeiten der Kommune beschränkt – das gelte insbesondere für Fahrzeuge aus dem Ausland.
MZ-Leser Karl Gschwendner sieht die Angelegenheit mit einer Prise Humor. Er gehe davon aus, dass das Parken am Unteren Katholischen Friedhof nun ohne Scheibe erlaubt sei und er keine Strafe mehr fürchten müsse. Darüber hinaus vermutet er eine Maßnahme, um Bürokratie abzubauen, indem die Stadt kostenlose Dauerparkplätze einrichte.