Bayern-Keeper Manuel Neuer und Pfingstreiter Johannes Rabl sind jetzt ein Wirte-Duo

Johannes Rabl (Hotelmanager) und Manuel Neuer (Nationaltorhüter) sind jetzt Wirte im historischen Forsthaus Valepp im Landkreis Miesbach. Was das mit Bad Kötzting zu tun hat? Johannes Rabl ist gebürtiger Viechtacher, Sohn von Dr. Karl Rabl (ehemals Anwalt in Bad Kötzting) und seit vielen Jahren ein treuer Pfingstreiter.
Diese Woche startete das Soft-Opening, offiziell wird das sanierte Gasthaus am 15. August mit einer Feldmesse und einer Almkirta eröffnet. „Egal, ob ich in Mexiko oder auf den Bahamas gearbeitet habe: In jedem Arbeitsvertrag stand, dass ich am Pfingstmontag frei habe“, hat Rabl bereits vor zwei Jahren im Gespräch mit unserem Medienhaus erzählt. Schon damals ging es im Interview um die Wiederbelebung des historischen Forsthauses Valepp, das im Mangfallgebirge, in einem Tal zwischen Spitzing, Guffert, Rotwand und Schinder liegt. Johannes Rabl – er betreibt am Tegernsee die beiden Hotels Leeberghof und Lieberhof – und sein Geschäftspartner Manuel Neuer bekamen das Forsthaus von den Bayerischen Staatsforsten auf 99 Jahre in Erbpacht.
Eine Halbe Bier für 5,40 Euro
In Rabls Konzept stand damals unter anderem: „Das Forsthaus muss weiterhin für Tagesausflügler geöffnet und für jeden Geldbeutel leistbar sein!“ Tatsächlich steht auf der Speisekarte jetzt nur ein Gericht, das mehr als 20 Euro kostet: „Gulasch von der Valepper Gams“ (26,50 Euro). Der Münchner Merkur schreibt, dass eine Halbe Bier 5,40 Euro, eine Riesenbreze mit dreierlei Aufstrichen 13,50 Euro oder ein Bergsteiger Eintopf 16,50 Euro kostet. „Wegen der Entfernung kommen weder Müllabfuhr noch Post“, zitiert die Zeitung Johannes Rabl, der die Höhe der Preise mit den Kosten begründet, die er im Tegernseer Tal nicht habe. Übrigens: Auch Spirituosen aus Bad Kötzting finden sich auf der Speisekarte – nämlich die von der Brennerei Liebl.
Nur im Sommer geöffnet
Sechs Millionen Euro hat die Sanierung des Forsthauses gekostet. Dort werden ab nun Tagesgäste bewirtet, es gibt aber auch zwölf Zimmer für 28 Gäste, die pro Übernachtung mit Frühstück etwa 110 Euro bezahlen. Im Biergarten wird es laut Johannes Rabl keine Reservierungen geben, Wanderer und Radfahrer sollen nicht ausgegrenzt werden. Im Winter bleibt das Forsthaus übrigens geschlossen. Mit einer Sache seien Neuer und Rabl noch nicht zufrieden, schreibt der Merkur: Es gebe noch keine Busverbindung zum Forsthaus. Der Kleinbus aus Rottach-Egern drehe an der Moni Alm um, bis in die Valepp seien es noch sieben Kilometer enge Straße. Das Landratsamt Miesbach habe eine Entscheidung hinsichtlich einer Busverbindung in den Winter vertagt. Johannes Rabl befürchtet: „Solange es keinen Bus gibt, kommen die Leute eben mit dem Auto.“
Der Hotelier und sein Herzensprojekt
Johannes Rabl machte eine Ausbildung im 5-Sterne-Hotel Traube Tonbach im Schwarzwald, seinen Master of Business Administration (MBA) in der Schweiz und seinen Master of Food Service Management in den USA. Er sammelte vielfältige internationale Erfahrung in 20 Jahren in zwölf Hotels der Spitzenklasse in zehn Ländern auf vier Kontinenten. Rabl ist Gründer und Geschäftsführer von Latona, einem Unternehmen, das innovative Hotel- und Gastronomiekonzepte entwickelt. Latona konzentriert sich auf die Übernahme, Aufwertung und Neuentwicklung von Betrieben an Orten, die einst einen hervorragenden Ruf genossen, nun aber unrentabel oder unter ihren Möglichkeiten wirtschaften.
1841 wurde das Forsthaus Valepp unter König Max II. als königlich-bayerisches Forsthaus errichtet und nach dem Ende des königlichen Jagdbetriebs zum Gasthaus umgebaut. Ab 2014 stand das Gebäude mit mehr als 6600 Quadratmetern Grund leer, 2020 wurde das Forsthaus von den Bayerischen Staatsforsten zur Erbpacht ausgeschrieben. Hotelier Johannes Rabl war einer der etwa 15 Bewerber. Im Schlierseer Bauausschuss scheiterte Rabl zunächst mit seinem Bauvorbescheids-Antrag. Auch Naturschützer sahen das Projekt kritisch, befürchteten unter anderem, dass das Forsthaus ein Nobelrestaurant für ein exklusives Publikum werde. Rabl betonte immer, er und Manuel Neuer planten kein Luxuschalet und keine Eventlocation.