Eine Andacht für Willmerings Ehrenbürger und Altbürgermeister Michael Dankerl

Von Johannes Schiedermeier · 5. August 2024 um 05:00

Am 13. Juni ist Michael Dankerl in einem Pflegeheim in Tschechien nach längerer Krankheit friedlich eingeschlafen. Er ist 83 Jahre alt geworden. Nun wollen Landkreis und Gemeinde ihren langjährigen Vizelandrat und Altbürgermeister und Ehrenbürger mit einer Andacht in der Kirche seines Heimatortes Willmering ehren, deren Bau und Einweihung er 2001 noch selbst verantwortete.

Es wird keine Beerdigung und kein Requiem in Willmering geben, weil das keine Entscheidung von Gemeinde oder Landkreis ist. Aber den politischen Weggefährten und den Menschen, denen Michael Dankerl nahegestanden hat, war es ein Anliegen, einen würdevollen öffentlichen Abschied zu gestalten für einen, der immer öffentlich war.

Deswegen soll es am Donnerstag um 19 Uhr in seiner Kirche St. Johannes für alle die Möglichkeit geben, Abschied zu nehmen und eines Menschen zu gedenken, der vielen geholfen und die Geschicke seiner Heimatgemeinde Willmering entscheidend mitgeprägt hat.

Drei Landräte vertreten

Landrat Franz Löffler war nahe dran an seinem langjährigen Stellvertreter, der ihm nach dem Abschied von Theo Zellner aus dem Amt, drei Monate lang bis zu seiner Wahl die Geschäfte geführt hatte. „Michael Dankerl war die Nähe zu den Menschen im Landkreis Cham immer besonders wichtig“, sagt Löffler. In seiner Zeit als Kreisrat von 1978 bis 2020 habe er erfolgreich um die Verbesserung der Lebensumstände in der Grenzregion gekämpft. Von 1990 bis 2014 sei Dankerl Stellvertreter von drei Landräten gewesen. „Auf ihn war stets Verlass. Bei ihm wusste man den Landkreis in guten Händen“, so Löffler. Dass der Landkreis sich vom sogenannten wirtschaftlichen Armenhaus zur Aufsteigerregion entwickeln konnte, sei auch ein Verdienst Dankerls.

Landrat Löffler erinnert an zahlreiche Auszeichnungen für das kommunalpolitische Wirken des Michael Dankerl: das Kreisehrenzeichen, die Kommunale Verdienstmedaille in Gold, das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie die Verfassungsmedaille. „Der Landkreis Cham und seine Menschen schulden Michael Dankerl für sein Lebenswerk großen Dank“, so Löffler.

Ein angemessener Abschied

Auch Willmerings Bürgermeister Hans Eichstätter findet den Gedenk- und Erinnerungsgottesdienst angesichts der Sachlage eine gute Lösung, die den Bürgern seiner Gemeinde einen angemessenen Abschied ermögliche. Dankerl war vor seiner fast 45-jährigen Dienstzeit als Bürgermeister bis ins Alter von 28 Jahren leidenschaftlicher Lehrer. In seiner gesamten Dienstzeit habe Dankerl sich für das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürger eingesetzt, sagt Eichstetter. Dieses langjährige Engagement verdiene Dank und Anerkennung. Die Gemeinde werde ihrem Altbürgermeister ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachruf

Danke, Mich!

Von Johannes Schiedermeier

Lieber Mich! Du warst mit Leidenschaft Lehrer. Meiner auch. Ich bin auch nicht als Chefreporter vom Himmel gefallen und habe in der Kommunalpolitik einiges an Lehrgeld bezahlt. Du warst dann immer gnädig: „Des is jetz a Schmarrn. Etz pass amol auf..!“ – Zum Glück hab ich immer aufgepasst, weil es viel zu lernen gab. Denn Du warst ein Fuchs, mit allen Wassern der Kommunalpolitik gewaschen, und dabei nie überheblich. Und Du warst einer, der sich von Schwierigkeiten nicht aus der Bahn werfen ließ. Du hast noch eine Kirche in Willmering gebaut, als sie anderswo schon leer standen. Und Du hast nie den Humor verloren. Nur bei Deinem über alles geliebten Willmering durfte man Dir nicht in die Quere kommen. Wehe, diese Chamer wollten auch nur einen Quadratmeter davon haben... – höchstens getauscht – höchstens.

Ja, es macht uns traurig, dass wir Dich nicht beerdigen konnten in Deinem Willmering. Am Ende aber kann es für niemanden einen Zweifel geben, wo Du hingehörst. Bei den ungezählten Menschen, denen Du geholfen hast und von denen ich einer sein darf, wirst Du dort auch Deinen Platz haben: im Herzen und im Gedächtnis. Alles andere wäre schön gewesen, muss aber nicht sein.

Danke, Mich!

Eines der letzten Bilder: Michael Dankerl mit Ehrengästen an seinem 80. Geburtstag Foto: Hans Schmelber
Der Dankerl Mich war ein geselliger Mensch und mit seiner „Traudl“, wie er seine Ehefrau nannte, oft unterwegs. Foto: Archiv MZ