Syrisches Paar eröffnete Lebensmittelgeschäft in Cham – Drei einfache Gerichte aus dem Orient

Ob Falafel, Hummus oder Schawarma – die arabische Küche bietet viele Köstlichkeiten, die durch Gewürze wie Kreuzkümmel, Chili oder Kardamom ihren besonderen Geschmack erhalten. All die typischen Zutaten für orientalische Speisen bietet der Adam Markt in Cham an.
Der arabische Supermarkt hat vergangene Woche in der Rosenstraße 6 (ehemals Spezialitäten Meier) eröffnet. Inhaber des Lebensmittelladens sind Bayan Gol und ihr Mann Abo Hakim Naddaf, die mit ihren Kindern in Bodenmais leben. In Syrien hatte Bayan Gol bereits ein Geschäft betrieben. „Meine Frau hat lange nach einem geeigneten Laden gesucht“, sagt Naddaf über Bayans Traum, in Deutschland ein Geschäft zu eröffnen. Durch Zufall haben sie dann die leerstehenden Räume gesehen, in denen zuvor Spezialitäten wie Pralinen, Tee und Tabakwaren verkauft wurden.
Laden selbst renoviert – Multikulti in Cham
Es gab viel zu tun, erzählt der Syrer, der seit rund zehn Jahren in Deutschland lebt. Alles hätten sie selbst gemacht. Da die Inneneinrichtung etwas in die Jahre gekommen war, wurden die Regale teilweise erneuert, die Wände gestrichen und Kühl- und Gefrierschränke angeschafft, um Lebensmittel wie Käse, Joghurt oder Tiefkühlgemüse zu lagern. Und auch für die Gemüseauslage bauten die Ladeninhaber neue, geeignete Regale. „Es musste schnell gehen“, sagt Naddaf zur Renovierung.
Das Geschäft lief gut an, erzählt der Syrer, denn „in Cham gibt es Multikulti“. So kamen neben Arabern auch viele neugierige Chamer in das neue Lebensmittelgeschäft. „Wir beraten gern, wie man Speisen zubereitet und was man für bestimmte Gerichte braucht“, sagt Naddaf.
Gerichte aus Kichererbsen: Falafel und Hummus
Als Einstig in die arabische Küche würden sich Falafel eignen. Die kleinen Bällchen aus Kichererbsen, Kräutern und Gewürzen werden zum Beispiel in Tahina, einer Paste aus Sesamkörnern, getunkt oder mit Salat gegessen. Neben einer getrockneten Falafel-Variante, die nur noch mit Wasser angerührt werden muss, bietet der Adam Markt auch die passenden Geräte an, um die Bällchen in die perfekte Form zu bringen.
Eine weitere Spezialität, die in Deutschland bereits bekannt ist und die man laut Naddaf unbedingt probieren sollte, wird ebenfalls aus Kichererbsen hergestellt: Hummus. Die Kichererbsencreme könne unter anderem als Brotaufstrich verzerrt werden.
Mahlzeit aus getrockneten Malvenblätter ist beliebt
Ein anderes beliebtes Gericht in der arabischen Küche ist Muluchiya. „Innerhalb von zwei Tagen war das Regal leer“, sagt Naddaf über die getrockneten Malvenblätter, die für die Speise verwendet werden. „Die Blätter sind ähnlich wie Spinat“, sagt der Syrer. Schmecken würde die Mahlzeit aber anders. Die Blätter werden rund 30 Minuten gekocht und anschließend mit Knoblauch und Tomatenmark angebraten. Dazu isst man Reis und Hühnchen, erklärt Naddaf.
Begehrt seien auch Instantnudeln. Denn in den Flüchtlingsunterkünften ist laut Naddaf meist nicht viel Platz zum Kochen. Deshalb sei ein Fertiggericht, das nur noch mit Wasser aufgegossen werden muss, eine schnelle und einfache Sache.
Große Gewürzauswahl aus Jordanien
„Gewürze machen das arabische Essen aus“, so der Syrer. Deshalb gebe es im Laden auch eine große Auswahl. Die Gewürze kommen aus Jordanien und werden wie die anderen Lebensmittel über den Großhandel bezogen. Neben Kaffee und Tee gibt es auch Zehn-Kilopackungen Reis, Oliven in großen Gläsern, Datteln oder eine spezielle Margarine aus der Dose. Die sei etwas cremiger, erklärt der Syrer und werde zum Beispiel beim Backen von Baklava verwendet.
Die meiste Zeit kümmert sich Bayan Gol um den Laden. „Sie ist die Chefin“, sagt Naddaf. Doch mit drei Kindern habe sie derzeit viel zu tun, deshalb packt ihr Mann mit an. Und auch ihr zehnjähriger Sohn Hakim ist in den Ferien oft im Geschäft.
Köstlichkeiten von Spezialitäten Meier sind umgezogen
Traditionsgeschäft: Für Pralinen, Whiskey, Rum, Kaffee und Tee war Spezialitäten Meier in der Chamer Innenstadt bekannt. Seit Mitte April ist das Traditionsgeschäft in der Rosenstraße 6 geschlossen.
Sortiment zusammengeführt: Doch auf das Angebot muss nicht verzichtet werden, denn das gibt es ein paar Straßen weiter immer noch. Neben Kleidung, Schmuck und Taschen finden Kunden im Phoenix in der Lucknerstraße 1 auch die Köstlichkeiten des alten Geschäfts. „Wir haben alles mitgenommen“, sagt Karin Stoiber, Inhaberin des Phoenix und des ehemaligen Feinkostladens. Das Sortiment habe sich durch die Zusammenführung der beiden Geschäfte nicht verkleinert, und jedes Produkt durfte mit umziehen.
Neues Konzept: „Das Phoenix wurde neu erfunden“, betont Stoiber, die das Phoenix bereits seit 2012 betreibt. Es sei ein nahtloser Übergang gewesen, und die Produkte hätten schnell ihren neuen Platz gefunden. Angenommen werde das bunte Sortiment laut Stoiber bereits gut. „Jedes Ende ist ein Anfang“, ist sich die Inhaberin sicher.


