Global denken, lokal handeln am Technologie Campus

Von Maja Schoplocher · 2. August 2024 um 01:22

Cham. Der Technologie Campus Cham erweist sich als Glücksfall für die Region und treibt Innovation und Wachstum voran. Bei einem Besuch des Campus lobte der Abgeordnete Dr. Gerhard Hopp (CSU) die „großartige Arbeit“ aller Beteiligten und zeigte sich beeindruckt vom kontinuierlichen Wachstum. Der Leiter des Campus, Jürgen Wittmann, informierte Hopp in einem interessanten Gespräch über die verschiedenen Programme, Erweiterungsmaßnahmen und die Entwicklung des Standorts Cham.

Der Campus in Cham ist einer von mittlerweile 15 Standorten der Technischen Hochschule Deggendorf. Trotzdem überzeugt er in seiner Einzigartigkeit. Jürgen Wittmann betonte die hervorragende Zusammenarbeit innerhalb der Campi. Weiter erklärte er, dass der Campus aus insgesamt fünf Säulen bestehe: Diese seien die Lehre, die Technologie Campus-Produktion, die Technologie Campus- Robotik, die operative Leitung und die Zentrale für verschiedenste Studiengangsangelegenheiten.

Nicht bloß ein Anhängsel

Besonderes letztere sei wichtig, denn der Außenstandort solle ein Campus sein, nicht bloß ein Anhängsel, so Wittmann. Mit rund 570 Studierenden aus 30 Nationen und einem engagierten Team von 40 Mitarbeitern habe sich Cham zu einem attraktiven Bildungs- und Arbeitsstandort entwickelt.

Die Lehre am TC Cham finde überwiegend in englischer Sprache statt, um den internationalen Studierenden entgegenzukommen, die fast ausschließlich aus Indien oder Lateinamerika kommen. Europa schneide dabei mit einem Anteil von etwa zwei Prozent verhältnismäßig schwach ab. Doch Hopp betonte, dass sich der TC dennoch sehr lohne. Durch ihn werde der Pool an Fachpersonal für die Firmen in der Region größer. „Der Weg, den wir in Bayern gehen, ist der richtige“, so der Abgeordnete. Der Fokus liege auf einer praxisorientierten Ausbildung, die den Bedarf der regionalen Wirtschaft an Fachkräften unterstütze. Eine Kombination aus Forschung und Lehre, die besonders im ländlichen Raum möglich sei, bringe viel Interesse aus dem Ausland in den Freistaat: „Es ist ein Aushängeschild“, so Hopp.

Besonders überzeugen könne der Campus auch durch kurze Wege, durch die Studierende und Lehrende viel einfachere Kontakte knüpfen könnten. Sie fänden guten Zugang zu einem guten Team hier in Cham.

Wegen Projekten besorgt

Wittmann, der vor ungefähr dreieinhalb Jahren das Amt des Leiters in Cham übernommen hat, sagte, ihm liege die Entwicklung des Standorts auch persönlich am Herzen: „Mein Projekt ist der Campus“, fasste er zusammen. Das stehe und falle jedoch mit den Ressourcen, die man für Projekte zur Verfügung gestellt bekomme. Denn „es ist schwieriger geworden, Förderprojekte zu bekommen“, berichtete Wittmann. Grund hierfür sei die Tatsache, dass einfach weniger Geld zur Verfügung stehe. Sorgen mache er sich dabei auch um seine 14 Mitarbeiter, die alle projektbezogen angestellt seien. Laufe das Projekt aus, verlören sie ihren Vertrag. „Wir brauchen Mitarbeiter, die den Technologie Campus über die Jahre hinweg mittragen und mitaufbauen“, beschrieb Wittmann deren Bedeutung.

Auch die Darstellung nach außen hin war ein Thema bei dem Gespräch zwischen Wittmann und Hopp. Der Campus wolle sich als eine Organisation mit einem Gesicht darstellen, so der Leiter. Dazu zählten auch die viele verschiedenen Projekte, die der TC vorweisen könne. Beispielsweise beim Projekt „ExRe“ arbeite man mit der Westböhmischen Universität in Pilsen zusammen. Dabei werde ein hochmoderner Prototyp eines Exoskeletts für die unteren Gliedmaßen zu Rehabilitationszwecken entwickelt. Doch auch so ein Projekt „steht und fällt mit den Mittelzuschüssen“, so Wittmann.

Ideen und Ziele für die weitere Zeit hat der Leiter auch schon: Eines davon sei das „Center of Excellence for Intelligent Production“. Dabei bauten die Studierenden das fachmännisch nötige Know-how zielgerichtet auf. So entwickle Wittmann mit seinem Team einen Campus weiter, von dem Menschen mittlerweile überall sprechen, lobt Hopp. Hier zeige sich einmal mehr, dass der Leiter sich, in den Worten Hopps, „eine ganze Reihe von Hüten aufzieht“, um mit Power, Innovation und Einsatz den TC Cham weiterzuentwickeln. Er sei eine Investition in die Zukunft, die sich absolut lohnt.

Somit ist der Technologie Campus Cham für Hopp ein „Aushängeschild“ und „Erfolgsmodell“ für Hochschulbildung im ländlichen Raum. In großartiger Zusammenarbeit trage er zur Stärkung der Region bei.