Kommentar zu Vorfällen auf Baustelle bei Schwandorf: Keine Vorfahrt für Egoisten

Auf der Radweg-Baustelle bei Bubach soll am Mittwoch ein Fahrradfahrer, der zuvor eine Sperrung ignoriert hatte, einen Bauarbeiter geschlagen haben. Für MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier ist der Vorfall ein Beispiel dafür, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.
War es eine Watschn, eine Schelln oder doch nur eine Berührung im Gesicht? Eigentlich unwichtig. Hat es sich so zugetragen, wie Bauarbeiter und Polizei unisono berichten, dann führt der Vorfall auf der Baustelle bei Bubach wieder einmal vor Augen, was in unserer Gesellschaft schief läuft: Immer mehr Menschen schauen nur noch auf sich, ihre Zeit und ihr eigenes Wohl. Dabei überschreiten sie, wenn es sein muss, auch gerne rote Linien. Wie es ihren Mitmenschen dabei geht? – Anscheinend egal.
Straßensperrungen sind nervig, keine Frage. Aber sie sind notwendig. Und meistens entsteht während der Sperrung etwas, von dem die Allgemeinheit profitiert. So ist das auch auf der Baustelle bei Bubach. Dort können Radfahrer schon bald auf einem asphaltierten Weg neben der Straße sicher von A nach B kommen.
Bis dahin müssen sie sich noch ein bisschen gedulden und die Sperrung akzeptieren. Wer das nicht kann und Tugenden wie Verständnis und Rücksicht mit Füßen tritt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nach seiner Eignung für den Straßenverkehr gefragt wird.