Donau-Bruchlandung: So lief die Ballon-Rettung in Regensburg – Pilot und Biker-Boss erzählen

Die Passagiere eines Heißluftballons wollten einen atemberaubenden Blick auf Regensburg erhaschen – doch dann mussten sie auf der Donau notlanden. Der spektakuläre Vorfall in Regensburg-Weichs am Freitagabend sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Dabei wurden insbesondere die Mitglieder eines Motorradclubs zu Helden.
Die Mitglieder waren sofort zur Stelle und retteten die Ballon-Passagiere aus den Fluten. Gegenüber der MZ spricht nun der Präsident des Clubs über die bangen Minuten am Donauufer
Die Chopper Crew Nomads habe sich am Freitagabend gerade getroffen, sagt Dieter Arnold, Präsident des Motorradclubs. Da hätten sie gesehen, wie der Heißluftballon sich in den Papeln am Donauufer verhakte. Er sei noch einmal kurz aufgestiegen und dann in die Donau gefallen, schildert Arnold. „Wir haben sofort den Notruf gewählt und sind zum Ufer gelaufen.“
An diesem Abend seien elf Mitglieder der Chopper Crew Nomads vor Ort gewesen, da in zwei Wochen ein größeres Fest ansteht. Ein Glücksfall, denn bei der Rettungsaktion wurde jede Hand gebraucht.
Motorradclub eilte nach Ballon-Bruchlandung in Regensburg zu Hilfe – Präsident: „Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert.“
Die Club-Mitglieder riefen den Ballon-Insassen zu, dass sie ihnen die Seile zuwerfen sollten. Zusammen sicherten die Biker den Korb. „Da hat man schon Kraft gebraucht.“ Während der Rettungsaktion habe er mit seinen Leuten einfach nur funktioniert, sagt Arnold. „Da denkt man nicht mehr.“ Als die Rettungskräfte schließlich eintrafen, hatten die Mitglieder des Motorradclubs die Passagiere schon gerettet. „Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert.“
Schorsch Höcherl ist Chef des Flugzentrums Bayerwald und war Pilot des Ballons. Er betont im Gespräch mit der MZ: „Das Wichtigste ist, dass alle Passagiere wieder heil an Land gekommen sind.“ Er sei schon rund tausendmal von dem Platz an der Donau in den Himmel gestartet. Am vergangenen Freitag sei es windstill gewesen. Gerade als der Ballon aufstieg, sei er allerdings von einer Windböe gegen einen Baum gedrückt worden. Dadurch entstand ein Riss in der Hülle, was wiederum zu einem erhöhten Gasverbrauch führte. Höcherl entschied sich zu einer Sicherheitslandung, da das Risiko, mit dem Ballon über die Altstadt zu fliegen, schlicht zu hoch gewesen wäre. Es habe sich also nicht um einen Unfall im eigentlichen Sinne gehandelt.
Ballon-Landung in der Donau bei Regensburg – Pilot: „Das war das Beste in dieser Situation“
Der Pilot steuerte den Ballon zum Donauufer. „Das war das Beste in dieser Situation“, ist Höcherl überzeugt. Das Gefährt sei direkt am Ufer gelandet. Die Leute konnten normal aussteigen – auch aufgrund der Hilfe des Motorradclubs, sagt der Pilot. Drei Leute hätten sich kleinere Blessuren zugezogen, so Höcherl. „Es musste ja auch schnell gehen.“ Grundsätzlich seien die Passagiere nach dem Zwischenfall gut drauf gewesen, vielen stand der Schock aber freilich ins Gesicht geschrieben.
Rund 3000 Ballonfahrten hat Höcherl schon hinter sich. „Es ist eigentlich immer gut gegangen.“ Das Gefährt ist leicht lädiert, sagt der Unternehmer. Allerdings arbeite er bereits daran, es wieder flugfähig zu machen, natürlich erst, wenn alles mehrfach kontrolliert worden ist. In rund vier Wochen soll es so weit sein.