5000 Euro zum 20-jährigen Bestehen: Leb-mit-Laden in Neumarkt feiert Jubiläum

Von Josef Wittmann · 28. Juli 2024 um 17:00

Seit 2004 existiert der Leb-mit-Laden in Neumarkt. Dort erhalten sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen preiswerte Lebensmittel, die sonst in der Mülltonne landen würden. Zum 20. Geburtstag erhielt die Einrichtung eine süße Überraschung.

Zum 20-jährigen Jubiläum des Leb-mit-Ladens mit Leckereien bei feiner Musik von der Alevitischen Gemeinde sperrte Burgis-Geschäftsführer Timo Burger gestern den Fürsprechern und Unterstützern seine Knödl-Alm am Kartoffelweg auf.

Und die kamen zahlreich – allen voran Landrat Willibald Gailler und alle Neumarkter Bürgermeister. OB Markus Ochsenkühn versprach in seinem Grußwort, dass die Stadt den Laden auch in den nächsten 20 Jahren unterstütze. Und Peter Zilles, der Vorsitzende der bayerischen Tafeln merkte in Richtung Berlin und München an: „Wir können die Armut lindern, aber verhindern muss sie die Politik.“

„Ein solches Jubiläum ist natürlich ein Grund zum Feiern“, ergänzte Thomas Torres Caraballo. Er und Sonja Schambeck sind das Gesicht des Leb-mit-Ladens. „Aber eigentlich ist es auch traurig, dass es uns schon seit 20 Jahren geben muss“, fügt er hinzu. Das Fest sei ein guter Anlass „das Engagement aller zu würdigen, die schon lange oder noch nicht so lange dabei sind“.

Besonders meinte Caraballo dabei Rosa Laube, Dagmar Rudersdorf, Birgit Kellner, Martina Veit und Renate Weinitschke. Die fünf Damen arbeiten als Fahrerinnen, im Verkauf oder in der Kleiderkammer tatkräftig mit und haben „vor 20 Jahren den Laden mit gegründet und sind noch immer dabei sind. Das ist wirklich bemerkenswert“, führte Caraballo aus.

Zur Ehrung war von der Diakonie Elke Kaufmann gekommen. „In Deutschland gibt es über 970 Tafeln, die jedes Jahr 265000 Tonnen Lebensmittel retten und sie an bis zu zwei Millionen bedürftige Menschen weiter geben“, erfuhren die Gäste. „Unser Leb-Mit-Laden in Neumarkt ist ein wichtiger Pfeiler für das soziale Miteinander.

Zur Auflockerung hatten Caraballo und Schambeck für die Gäste ein Quiz mit Fragen aus dem Alltag vorbereitet. Seit Jahresanfang habe man allein in Neumarkt schon 63 Tonnen Lebensmittel von den Spendern bekommen, war eine der richtigen Lösungen. Aus den 25 Kunden von vor 20 Jahren sind inzwischen fast 1000 geworden, davon sind rund 300 Kinder.

„Dass die Supermärkte ihre Bestände immer besser planen ist genau wie die Rettertüten und Prozentaufkleber natürlich super, aber schlecht für uns“, seufzte Caraballo. Seit ein paar Jahren muss das Team nun „auf Sicht planen, aber es ist noch nie jemand mit leeren Händen aus unserem Laden gegangen“.

Damit das so bleibt, tut die Unterstützung der Bevölkerung den Ehrenamtlichen und ihren Kunden gut. Zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger hat jetzt den Kontakt zu neuen Unterstützern geknüpft. Stolze 5000 Euro haben über 50 Biker von der „Streetbunny-Crew“ mitgebracht. Der Club der Motorrad-Biker will gleichzeitig Menschen helfen und Vorbehalte gegenüber Motorradfahrern abbauen. Ihr Erkennungszeichen sind weiße und rosafarbene Hasenanzüge. Die Freunde verstehen sich als sozial tätiger Verein.