Schnelles Internet braucht Zeit

Berching. Die Stadt Berching plant, in ein zweites Förderverfahren zum Breitbandausbau einzusteigen. Den dafür notwendigen Beschluss fasste der Stadtrat am Dienstagabend zwar einstimmig – aber mit zum Teil kritischen Tönen.
Für das erste Bundesverfahren hat die Stadt bereits einen Förderantrag eingereicht, wie Alexander Gsell von der Breitbandberatung Bayern GmbH sagte. Zudem plant die Firma Leonet einen Glasfaser-Ausbau in Berching, hauptsächlich im Kernort.
Allerdings schließe Leonet nicht alle Häuser an, unter anderem Adressen in Berching, Holnstein, Rudersdorf und Buttenmühle. Diese sollen ebenso wie Häuser in Erasbach und Pollanten (die im ersten Bundesverfahren nicht förderfähig waren) nun in zwei Losen im zweiten Förderverfahren zum Zug kommen. Los eins umfasst Erasbach und Pollanten, Los zwei Berching und Holnstein. Insgesamt habe die Breitbandberatung 248 förderfähige Adressen ermittelt.
Die Breitbandberatung rechnet mit 2,2 Millionen Euro Kosten. Das Gremium legte diese Summe auch als Obergrenze fest. Wird diese überschritten, kann Berching aus dem Verfahren aussteigen. Bund und Land fördern den Ausbau. Der Stadt bleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent, was bei 2,2 Millionen Euro 220000Euro wären.
„Das Geld, das wir vermeintlich bei der Vergabe an Leonet gespart haben, müssen wir jetzt draufzahlen“, sagte Andreas Höffler (CSU) dazu. Fraktionskollege Manfred Rackl bedauerte, dass das erste Verfahren so lange dauere und sah kritisch, dass man Monopole schaffe. Josef Leidl (CSU) fragte, wann die zwei Lose starten. Er befürchte, dass es bis 2030 dauere, bis die betroffenen Adressen schnelles Internet haben. Nach kurzem Überschlagen der nächsten Schritte musste ihm Gsell recht geben: „Mit 2030 könnten sie sogar richtig liegen.“