27. Kinderfeuerwehr des Landkreises Amberg-Sulzbach in Schmidmühlen gegründet

Von Josef Popp · 22. Juli 2024 um 05:00

Die Freiwillige Feuerwehr Schmidmühlen hat beim Sommerfest ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte aufgeschlagen: Sie gründete eine Kinderfeuerwehr. Dieses Vorhaben war eines der ersten Ziele, die sich der neue Vereinsvorsitzende Pit Rogga im Frühjahr gesetzt hat. Mit der Gründung in Schmidmühlen gibt es jetzt insgesamt 27 Kinderfeuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Welche Bedeutung diese Gruppen für die Feuerwehren haben, zeigte die Anwesenheit des Kreisbrandrats Christof Strobl (FF Vilseck) und der beiden Bürgermeister Peter Braun (CSU) und Matthias Huger (CSU) sowie Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger (FF Schmidmühlen) und Harald Schmidt (FF Auerbach), Fachbereichsleiter für Kinderfeuerwehren im Landkreis Amberg- Sulzbach.

Viele Feuerwehren, verteilt über alle Bezirke, unterhalten bereits seit vielen Jahren Kindergruppen. Das hat seinen Grund. In den meisten Fällen verspricht man sich dadurch eine frühe Bindung der Mitglieder an die Feuerwehr. Denn der demografische Wandel zeigt in vielen Regionen schon deutliche Auswirkungen. Die nachkommende Generation an Jugendlichen wird laut dem Statistischen Bundesamt bedeutend kleiner und der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Jugendverbänden steigt.

Früh in den Verein holen

Viele Vereine nehmen Kinder schon früher auf als die Jugendfeuerwehr, der man erst mit zwölf Jahren beitreten darf. Daher sind Befürchtungen, dass Kinder frühzeitig abgeworben werden und der Jugendfeuerwehr verloren gehen, sicher nicht ganz unbegründet.

Die Gründung der Kinderfeuerwehr (für Sechs- bis Elfjährige) sieht Pit Rogga als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. „Wir können nicht früh genug mit der Nachwuchsarbeit anfangen“, betonte der Vorsitzende. Dies unterstrich auch Kreisbrandrat Christof Strobl. „Ohne frühe Nachwuchsarbeit, sei es in der Kinder- oder Jugendfeuerwehr, würden wir über kurz oder lang unsere Aufgaben, „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ nicht mehr erfüllen können“, unterstrich der Kreisbrandrat. Er lobte die Initiative der Feuerwehr ebenso wie Fachbereichsleiter Harald Schmidt.

Für Bürgermeister Peter Braun sei die Gründung der Kinderfeuerwehr nicht nur ein wichtiger Schritt, um die Einsatzbereitschaft der Wehr – wenn auch noch in ferner Zukunft – zu sichern, sondern auch ein wichtiges Puzzlestück im Gesamtkontext der Kinder- und Jugendarbeit in Schmidmühlen. Schließlich setzten 21Kinder ihre Unterschrift auf die Gründungsurkunde.

Bei der Kinderfeuerwehr soll es aber nicht nur um Brennen und Löschen gehen. Zusätzlich bietet die Gruppe eine interessante Möglichkeit der Brandschutzerziehung und Öffentlichkeitsarbeit. Und nicht zuletzt kann die Betreuung einer Kindergruppe eine Tätigkeit sein, die allen Beteiligten viel Spaß macht – nicht zuletzt, weil jüngere Kinder häufig sehr begeisterungsfähig für das Thema Feuerwehr sind.

Soziales Verhalten fördern

Ein wichtiges Ziel der Kinderfeuerwehr ist es auch, die Teamfähigkeit, den Zusammenhalt, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung zu fördern: Tugenden, die auch in der aktiven Feuerwehr gefordert werden. Aber auch der Erziehungsfaktor und der Spaß bei den Gruppenstunden dürfen nicht zu kurz kommen.

Positiver Nebeneffekt: Über die Kinder werden auch die Eltern wieder zu mehr Engagement in der Feuerwehr animiert. Mit Ramona Rogga (Leitung), Tammy Pirzer, Anna Manglberger, Aileen Planer, Jana Neumann, Frieda Weigert, Jason Fuhrmann sowie Hannah Lautenschlager und Viktoria Sandner hat sich bereits ein Betreuerteam gefunden.