Zum großen Sanierungsstart bei der Bahn: Möge es gelingen
Bahn und Verkehrsminister geizen nicht mit Superlativen. Da ist von „Pilotprojekt“, von „Hochleistungsnetz“, von „Neustart mit einer ganz modernen und störungsfreien Infrastruktur“ die Rede. Was hochtrabend daherkommt, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Eine Bahnstrecke wird saniert und zwar grundlegend. Ein solcher Vorgang scheint leider in Deutschland inzwischen einen gewissen Nachrichtenwert zu haben. Nun wird also die sogenannte Riedbahn, die Strecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim hergerichtet. 74 Kilometer. Fünf Monate fährt nichts. Der größte Schienenersatzverkehr in der Bahngeschichte wird eingerichtet. Danach soll es endlich laufen und zwar reibungslos. Die Maßnahme ist Vorbild für andere. Viele Regionen, auch solche in Bayern, müssen sich drauf einstellen, dass monatelang nichts geht.
Über das Projekt sollte keine Häme ausgegossen werden; nur weil die Bahn involviert ist. Es darf einfach nicht scheitern. Damit würde nichts besser. Aus diesem Fehler ließe sich nicht mal lernen, die Folge wäre die Rückkehr zum kleinteiligen Streckensperren und Dauersanieren. Für Minister Volker Wissing (FDP) hängt hier alles dran. Geht die Sache gut, hat er doch noch was gerissen. Geht sie schief, muss er als komplett gescheitert gelten. Der Verweis auf ein schwieriges Erbe zählt dann nicht mehr.