Sportliche Bestmarken, begeisterte Fans: So war das 26. Race24 in Kelheim

Begeisterte Fans, sportliche Bestmarken und ein weitgehend unfallfreies Rennen: Das 26. Race24 in Kelheim am Samstag und Sonntag sorgte für müde Wadln, aber glückliche Gesichter.
Aus sportlicher Sicht überzeugte das diesjährige Race24 auf allen Ebenen. Mit knapp 1200 Startern hat das Rennen eine neue Bestmarke aufgestellt. Auch die Qualität im Peloton erreichte neue Dimensionen: Radsport Team Gaimersheim knackte als Staffelgewinner erstmals die 59-Runden-Marke (967,6 Kilometer). Auch die zweit- und drittplatzierten Team Baier Landshut I und Auto Bierschneider powered by Juraspeed.com absolvierten jeweils 59 Runden.
Alle Höhepunkte des diesjährigen Race24 können Sie in unserem Newsblog nachlesen.
Bei den Damen kehrte ebenfalls die Gaimersheimer Riege aufs oberste Siegerpodest zurück (49 Runden, 803,6 Kilometer). In der Mixed-Wertung schaffte mit RSC Kelheim (53 Runden, 869,2) Kilometer das Team des Veranstalters den Sprung aufs Silberpodest. Team Baier Landshut II (55, 902 Kilometer) war nicht zu schlagen. Im Einzel der Herren ragte Martin Dröll mit 46 Runden (754,4 Kilometer) heraus. Die beste Solistin war – zum dritten Mal in Folge – Lokalmatadorin Katharina Stockbauer (40 Runden, 656 Kilometer) vom RSC Kelheim.
Race24 in Kelheim trotz schwieriger Verkehrssituation unfallfrei
Wegen der Baustelle bei Ihrlerstein und der daraus resultierenden Umleitung konnte der Bergsprint am Col de Stausacker heuer nur einspurig stattfinden. Verkehrstechnisch lief nicht alles ganz glatt, berichtet der Kelheimer Feuerwehrkommandant Bernhard Kleiner. Die Einsatzkräfte mussten vor dem Start noch die Straße auf Höhe von Gut Schwaben säubern, weil dort Dreck von den Reifen eines Bulldogs gefallen war. Und offenbar könne nicht jeder Verkehrszeichen lesen, so Kleiner weiter. Am Sonntagmorgen etwa hatte sich ein Autofahrer in den gesperrten Bereich beim Mittertor verirrt. Gravierende Zwischenfälle habe es aber keine gegeben. Laut Andreas Ober vom BRK Kelheim war das diesjährige Race24 verletzungstechnisch das ruhigste jemals. 21 Versorgungen hatten die Sanitäter vorgenommen, sagte er der MZ am Sonntagmittag. Blasen, Schürfwunden, Bauchweh. Ins Krankenhaus musste niemand eingeliefert werden. Ober ist insgesamt zufrieden, sein Fazit des diesjährigen Race24: „Von Rennen zu Rennen wird es professioneller.“
Race24: So war die Stimmung bei den Zuschauern
Die Stimmung bei den Zuschauern war durchgehend bestens, so haben es unsere Reporter vor Ort erlebt. In der Nähe des Mittertors war am Sonntagmittag vor allem Petra Kulzer-Ranftl nicht zu überhören. Der Grund: Sie stand mit einem Schellenkranz und einer großen Kuhglocke am Straßenrand, und feuerte die Radfahrer an. „Ich war in den letzten Jahren damit immer beim 24-Stunden-Rennen. Die Jungs und Mädels brauchen ja Motivation. Und das Geklingel setzt bestimmt auch Adrenalin frei“, sagt sie. Auch Heinz Riedl genoss die Stimmung kurz vor dem packenden Finale. „Das ist in allen Bereichen ein tolles Event. Die Stimmung und die Organisation sind perfekt und bei uns in der Gegend ist ein solches Rennen einmalig“, findet er.
In der Innenstadt ertönten derweil schrille Pfiffe im Sekundentakt. Die stammten aus der Hundepfeife von Josef Pletl. Dieses Mal aber nicht, um seinen Hund anzulocken: „Ich war am Samstagabend schon hier und habe dort irgendwie meine Stimme verloren. Darum habe ich für heute die Pfeife mitgenommen“, erzählte Pletl mit einem schelmischen Lächeln − und tatsächlich auch hörbar heiser. Sein Anfeuerungsrufe – oder jetzt -pfiffe – sind für kein bestimmtes Team gedacht. „Ich feuere alle an. Jeder verdient es, bejubelt zu werden.“ Josef Pletl gefällt vor allem der Zusammenhalt in der Schlussphase des 24-Stunden-Rennens. „Die Leute verbreiten alle eine richtig gute Stimmung. Da bekommst du trotz 30 Grad richtig Gänsehaut. Das ist einfach toll“, sagt er.

