Mittelalterfest Horto Historico in Teublitz: Tausende kamen und staunten

Von Werner Artmann · 14. Juli 2024 um 19:00

Die Schlacht ist geschlagen! Die Aufführungen der „großen Schlacht um Tiubelitz“ waren wieder Höhepunkte beim Mittelalter-Spektakel Horto Historico im Teublitzer Stadtpark. Aber auch darüber hinaus gab es von Freitag- bis Sonntagabend viel zu sehen und erleben.

Ritter, Gaukler, Händler aus aller Herren Länder, Adelsleute und Knechte hatten ihre Lager aufgeschlagen und das Mittelalter lebendig werden lassen. Tausende Besucher wollten sich das nicht entgehen lassen und genossen diese besondere Atmosphäre.

Rund 50 Lagergruppen und mehr als 65 Händler füllten das Gelände im Teublitzer Stadtpark. Unter dem Motto „Kommet und staunet, erlebe das Mittelalter hautnah beim 12.Horto Historico Tiubelitz“ hatte das bewährte Organisationsteam „Rumel Telrunya“ mit Sandra Nuber und Heinz Viehauser aus Katzheim die Veranstaltung wieder auf die Beine gestellt – mit vielen bewährten und beliebten Programmpunkten, aber auch Neuerungen.

Festzug durch alle Lager

Höhepunkte dabei waren neben der Schlacht um Tiubelitz die Hexenverbrennung, die musikalischen Darbietungen von Grex Confusus und Terzium Laszivus, die Feuershows mit der Gruppe Drachenherz, ein umfangreiches Kinderprogramm, die orientalischen Tänzerinnen Animadea aus Castra Regina, eine Märchenerzähler, das Kasperltheater, die Kinderritterschlacht und noch vieles mehr.

Ideales Sommerwetter herrschte zum Auftakt am Freitagabend beim farbenprächtigen Festzug durch alle Lagergruppen im Stadtpark. Am Hauptplatz nahmen alle mittelalterlichen Gruppen Aufstellung und wurden von Marktvogt Henker Hubertus alias Hubert Haubner begrüßt.

Bürgermeister Thomas Beer (CSU) wünschte allen unbeschwerte Stunden in gemütlicher Atmosphäre. Anschließend erfolgte der obligatorische Bieranstich durch Beer mit Unterstützung von Braumeister Martin Spießl von der Brauerei Jacob. Zweiter Bürgermeister Robert Wutz (CSU) trug die Marktregularien vor.

Eine Schlacht im Jahr 1433

Für die Besucher eröffnete sich an den drei Festtagen im Stadtpark die Möglichkeit, vieles anzufassen, auszuprobieren, anzuschauen, selbst aktiv zu werden oder mit einem Ritter einen Humpen Bier zu trinken. Händler boten Geschmeide, Lederwaren, Stoffe, aber auch Herzhaftes und Süßes feil. Die Schaukampfgruppe „Schwertbrecher“ aus Schönsee inszenierte gemeinsam mit Lagernden zweimal die „Schlacht zu Tiubelitz“, eine Kampf-Geschichte aus dem Jahre 1433. Florian zu Scheyern erhielt von Pfalzgraf Johann, dem Oberpfälzer, den Auftrag, Streiter in Tiubelitz zur Vernichtung der Hussiten zu sammeln. Durch ein Bündnis in vergangener Zeit war Tiubelitz einen Pakt eingegangen, 70 bewaffnete Soldaten zu stellen. Es kommt zur Auseinandersetzung zwischen den Pfalzgräfischen Kämpfern und den Tiubelitzern. Kurz vor Ende der Schlacht kämpfen Florian zu Schayern und Ulrich Sintzenhofer in einen Einzelkampf, wobei Florian gewinnt. So erklären sich die Tiubelitzer bereit, zusammen mit den Pfalzgräfischen in den Krieg gegen die Hussiten zu ziehen.

Doch zunächst wartete eine ganz andere Herausforderung: der Kampf der Kinder gegen die Tiubelitzer Streitmacht. Und da ging es hart zur Sache – zum Glück waren die Waffen der Nachwuchs-Ritter nur aus Schaumstoff. Erstmals fand am Sonntagvormittag ein Gottesdienst in der Schlossruine statt, der von Pfarrer Lucas Lobmeier zelebriert wurde. Nach drei ereignisreichen Tagen bei überwiegend gutem Wetter geht das Mittelalterspektakel am Sonntagabend zu Ende, denn „auch Ritter müssen schlafen!“.

Eine imposante Feuerschau bot die Gruppe Drachenherz. Foto: Werner Artmann
Rund 50 Gruppen schlugen ihre Zelte auf. Foto: Werner Artmann
Erstmals fand ein Sonntagsgottesdienst mit Pfarrer Lucas Lobmeier im Stadtpark statt. Er eröffnete das Programm am letzten Tag. Foto: Werner Artmann