Siegenburger diskutieren wegen Lärm von der Autobahn

In Siegenburg werden Klagen aus Siedlungen nahe dem Gewerbegebiet Eglsee wegen Lärm, der von der Autobahn her kommt, deutlicher. Schriftlich haben Einwohner jetzt die Kommune aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen. Bürgermeister Johann Bergermeier (Unabhängige Wähler) seinerzeit ruft nach Hilfe von außerhalb.
Und auf die Frage, was eigentlich für den Krach verantwortlich ist, gibt es verschiedene Antworten. In der jüngsten Ratssitzung legte Bergermeier den Gemeinderäten ein Schreiben von Siegenburgern aus dem Anzenbichlfeld auf den Tisch. Sie haben sich laut Rathauschef wie berichtet bereits vor geraumer Zeit beschwert. „Die Situation habe sich dramatisch verschlechtert“, zitierte der Bürgermeister aus dem Brief.
Gebäude im Fokus
Man gehe davon aus, dass die neuen hohen Gewerbebauten in Eglsee den Schall Richtung Siegenburger Wohnsiedlungen ablenken würden. Man verlange binnen dreier Wochen Informationen über Maßnahmen, die das Problem zu lösen könnten.
Mittlerweile sei laut Bergermeier das Landratsamt eingeschaltet. Es würden Untersuchungen angestellt, inwieweit der Lärm zumutbar sei oder nicht. Die Ergebnisse würden sowohl die Kommune als auch die entsprechenden Bürgerinnen und Bürger erhalten.
Allerdings will Bergermeier es nicht dabei belassen. Er legte ein weiteres Schreiben vor, dass er seinerseits an den Bundestagsabgeordneten Florian Oßner, der für Verkehrsfragen zuständig ist, geschickt habe. Er erinnert den Politiker daran, dass der vor zehn Jahren in Siegenburg zu Gast war und die Situation rund um die Autobahn kenne.
Der Bürgermeister fordert den CSU-Mann in dem Brief dazu auf, sich vehementer als bisher für eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 Stundenkilometer für den Abschnitt einzusetzen. Ratsmitglied Matthias Mohr (Forum) erinnerte daran, dass geringere Geschwindigkeiten durchaus helfen könnten. So sei während der Sommermonate wegen drohender Schäden auf der Fahrbahn immer wieder eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern auf dem entsprechenden Abschnitt angeordnet. In seinen Augen sei in diesen Zeiten der Lärm deutlich geringer als sonst. Außerdem drängt der Bürgermeister in seinem Brief darauf, auch bei der Gemeinde Siegenburg endlich Sanierungsmaßnahmen auf der Autobahn anzugehen.
Alte Fahrbahn soll weg
Derzeit gibt es dort noch eine Fahrbahndecke aus Beton. Weiter Richtung Regensburg laufen bekanntlich längst Arbeiten, um diese durch Asphalt zu ersetzen. Würde das auch weiter südlich geschehen, gäbe es laut Bergermeier sogar die Möglichkeit, sogenannten Flüsterasphalt aufzubringen, um den Lärm auf diese Weise deutlich zu verringern.
Aus dem Siegenburger Gremium heraus gab es Stimmen, die betonten, dass allein schon die Betonfahrbahn Auslöser von übermäßigen Lärm sei. Einen Beschluss zu der Thematik gab es im Rat allerdings keinen.
