Tausende feiern Christopher Street Day in Regensburg

Tausende Schwule, Lesben und queere Menschen gingen beim Christopher Street Day am Samstag auf die Straße, um für ihre Rechte einzutreten. Es wurde ein buntes Fest – zum Teil auch mit leisen Tönen. Erstmals war auch die Kirche vertreten: Stadtpfarrerin Gabriele Kainz segnete diejenigen, die das auch wollten in Stadtamhof. Zuvor gab es eine Andacht in der Kirche – auch ein Novum.
Doch zunächst versammelten sich die Teilnehmer des Demonstrationszugs am Regensburger Domplatz. „Wir haben hier 18 angemeldete Fuß-Gruppen. Im letzten Jahr bei schlechtem Wetter waren es 2000 Teilnehmer. Heuer sind es wesentlich mehr“, freute sich einer der Mitorganisatoren Alexander Irmisch von dem ausrichtenden Verein Qeeres Regensburg. Was ihn wurmte: Innerhalb der Bewegung gebe es einige Grüppchen, die den anderen vorschreiben wollten, was wie gemacht werden müsse (wie etwa nur veganes Essen auf dem CSD oder Firmen verdammen).
Doch am Ende war alles eine friedliche Veranstaltung, die überaus viel Beachtung fand. Im Laufe des Zuges schlossen sich immer mehr Teilnehmer mit Regenbogen-Fahnen und Tüchern an, so dass die Zahl schwer zu schätzen war. Auch Touristen, die über die Steinerne Brücke nach Stadtamhof kamen, mischten sich unter die Feiernden. Eine vorsichtige Schätzung dürfte bei rund 5000 Teilnehmer liegen.
CSD in Regensburg: Gegen Hass und Hetze
Vom Domplatz aus setzte sich der CSD-Zug in Richtung Altes Rathaus in Bewegung. Hier wurde Maltz-Schwarzfischer abgeholt. Sie stellte sich in vorderster Reihe mit auf und ging den gesamten Weg durch die Regensburger Altstadt bis nach Stadtamhof mit. Dort war eine große Bühne aufgebaut, auf der zunächst die Berlinerin „Stella deStroy“ den Feiernden mächtig einheizte. Bei Temperaturen um 30 Grad Celsius eine schweißtreibende Angelegenheit.
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer trat ans Mikrofon und begrüßte mit: „Hallo queeres Regensburg – herzlich willkommen. Vielfalt feiern, Liebe leben, gemeinsam stark gegen rechts. Das diesjährige Motto des CSD sagt eigentlich schon alles aus“. Niemand solle ausgegrenzt oder beleidigt werden. Deshalb stehe man hier, gegen Hass und Hetze, so Maltz-Schwarzfischer.
Sebastian Ritschel, Intendant des Regensburger Stadttheaters, stand auch auf der Bühne in Stadtamhof und betonte, dass das Stadttheater an der Seite der Bewegung sei, so habe man regelmäßig After Show-Partys sowie einmal im Jahr eine queere Party.
Andacht beim CSD unter dem Motto: „Sehen und gesehen werden“
Zurzeit könne man in der Donauarena die Rocky Horror-Picture-Show sehen. Er bedankte sich bei den vielen Mitarbeitern des Stadttheaters, die auf dem CSD dabei waren. Irmisch betonte, dass man die Arbeit der Firmen, die für die Rechte kämpften und dafür sorgten, dass es in der Firma Diversity-Abteilungen gebe, die für Sichtbarkeit sorgten und an der Seite der Queeren Bewegung kämpften, anerkennen müsse.
City-Pfarrerin Gabriele Kainz segnete mitten im großen Trubel einen jungen Teilnehmer des CSD: „Es ist schön, dass wir dabei sind, wenn Leute feiern. Wir wollen da sein, wenn Menschen nach Gott fragen, ja auch nach der Kirche fragen“, so Kainz. Sie habe bereits schwere Geschichten gehört. Sie freute sich, dass man am Morgen des CSD bereits eine Andacht haben feiern können unter dem Motto: „Sehen und gesehen werden von den Menschen und von Gott.“




