Entscheidung zur Kaiser-Therme: So reagieren Mitarbeiter und Unterstützer

Von Martin Rutrecht · 4. Juli 2024 um 17:44

Die große Protestkundgebung blieb aus. Aber viele Mitarbeiter der Kaiser-Therme und Befürworter des Erhalts zeigten mit ihrer Anwesenheit bei den Sondersitzungen, wie sehr die Zukunft der Einrichtung die Menschen bewegt. Auf die Beschlüsse reagierten sie enttäuscht.

Die Belegschaft der Therme, die 45 Mitarbeitende zählt, war fast vollständig vertreten, als im Kurhaus über ihre Zukunft befunden wurde. „Unangenehm und belastend“ seien die letzten Monate gewesen, sagten Mitarbeiter gegenüber der Mediengruppe Bayern.

Mitarbeiter: „Wir werden fallen gelassen“

„Die fünf Thermen in Niederbayern werden als eine Gemeinschaft beworben – warum wird jetzt eine fallen gelassen? In die anderen wurde doch auch investiert“, so Gerhard Rußwurm, der wie seine Kollegen schon nach dem vorberatenden Bezirksausschuss wusste: Bezirk und Marktgemeinde werden die Sanierung nicht stemmen.

Nach den Sitzungen von Bezirkstag und Gemeinderat wurde das Personal in einer nichtöffentlichen Versammlung informiert. Innerhalb von zwei Jahren muss ein privater Investor gefunden werden, sonst droht das Aus, weil sich der Zweckverband als Träger auflöst. „Das ist traurig für uns“, erklärte Personalratsvorsitzende Marianne Rieger. „Denn die Ungewissheit über die Zukunft unserer Arbeitsplätze bleibt“, auch wenn sich in den nächsten zwei Jahren vorerst nichts ändern werde. Die Hoffnung richte sich nun auf eine Investoren-Lösung. „Wir stehen zu unserer Therme und fühlen uns als große Familie.“

An die 800 Unterschriften gesammelt

Josef Geitner und Jochen Wollenweber hatten vor dem Kurhaus einen Info-Stand aufgebaut. Wie berichtet, kämpfen die beiden Herren als Privatpersonen für den Erhalt der Therme. Vor und während der Sitzungen sammelten sie Unterschriften. „Wir haben schon rund 800 beisammen“, erklärten beide.

Den möglichen Investoren-Einstieg beäugen sie kritisch. „Auch ein privater Betreiber muss eine Sanierung vornehmen. Hat jemand so viel Geld übrig?“, sagte Wollenweber. Und Geitner war unzufrieden, „weil ein Investor möglicherweise nicht mehr die Gäste im Kurbad haben will, die jetzt kommen“.

Der Kampf um den Erhalt geht weiter

Mit weiteren Unterschriften-Aktionen und über eine Homepage wollen die beiden Männer ihren Kampf fortsetzen. „Wir werden weiter Fragen stellen.“ So insistieren sie weiterhin, dass es eine günstigere Sanierung auch geben könnte.