Unkraut im Mais mechanisch bekämpfen

Cham/Landkreis. Um die Landwirtschaft im Freistaat noch nachhaltiger zu machen, hat die Staatsregierung im Zuge des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ beschlossen, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bis 2028 zu halbieren. Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Cham will in Kooperation mit dem Landwirt Armin Hausladen aus Prinzing aufzeigen, wie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel im Mais reduziert werden kann.
Mais steht auf 34 Prozent der Ackerfläche und ist damit die wichtigste Ackerkultur im Landkreis. Betriebsleiter Hausladen hat neben einer praxisüblichen Herbizidmaßnahme auch eine Variante mit rein mechanischer Bekämpfung angelegt. Daneben gibt es auch zwei sogenannte Hybridvarianten. Dort reduzierte der Betrieb den Einsatz von Herbiziden (Reduzierung der Aufwandmenge bzw. Behandlung im Band nur mit 25 Zentimetern Breite = Bandspritzung) und ergänzt gleichzeitig mit mechanischen Maßnahmen. Ein Teil der Fläche blieb als Kontrollvariante gänzlich unbehandelt.
Am Montag, 24. Juni, wurden die Praxisbeispiele zur Pflanzenschutzmittelreduktion in Prienzing vorgestellt. Pflanzenbauberater Wolfgang Alt vom AELF Cham stellte dar, welche grundsätzlichen Möglichkeiten es zu weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz gibt. Neben der Umstellung auf ökologischen Landbau gibt es auch für konventionelle Betriebe Möglichkeiten, weniger Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Die zentralen Punkte sind Sortenwahl und vielfältige Fruchtfolgegestaltung, so Alt in seinen Ausführungen. Im Zuge der Agrarumweltmaßnahmen und der Öko-Regelungen beim Mehrfachantrag können der Herbizidverzicht sowie der Einsatz biologischer Bekämpfungsverfahren des Maiszünzlers mit Trichogramma Schlupfwespen finanziell unterstützt werden. Auch die Digitalisierung bei Diagnose- und Bekämpfungsverfahren mit Drohnen, Robotertechnik oder präzisionsgesteuerten Geräten bietet Möglichkeiten, chemische Pflanzenschutzmittel einzusparen.
Ludwig Peter von der Erzeugerringberatung Oberpfalz diskutierte die einzelnen Varianten der mechanischen Unkrautbekämpfung, der Herbizidspritzung und der Kombimaßnahmen mit den Teilnehmern. Vorteil der Kombi-Varianten war, dass hier trotz 50-prozentiger Reduzierung der Aufwandmenge des Herbizids bzw. bei Bandspritzung die Maisreihe „sauber“ war. Die mechanischen Maßnahmen mit Striegel und Hackgerät wurden in dem Praxisbeispiel von Matthias Hausladen, Betriebsleiter eines ökologischen Betriebes in Willmering, durchgeführt.
Am Ende fasste Wolfgang Alt vom AELF Cham zusammen, dass mit mechanischer Unkrautbekämpfung entsprechend guter Bekämpfungserfolg zu erzielen sei. Günstige Voraussetzungen seien niedriger Unkrautdruck ohne Pro-blemunkräuter, konkurrenzstarke Kulturpflanzenbestände, integrierte Verfahren, verfügbare Technik sowie günstige Witterung und praktische Erfahrung.
Anschließend machten sich die Teilnehmer auf nach Loib-ling. Dort stellten Wolfgang Alt vom AELF Cham und Ludwig Peter von der Erzeugerringberatung den Schauversuch mit verschiedenen Gersten-Triticale- und Weizensorten vor. Durch die feuchte Witterung im Frühjahr war das Getreide insbesondere mit Pilzkrankheiten konfrontiert. Besonders diskutiert wurde deshalb, wie durch Sortenwahl und Produktionstechnik auf hohen Krankheitsdruck reagiert werden kann.