CSU wirbt für Zusammenarbeit in Asyldebatte

Von Josef Dummer · 28. Juni 2024 um 01:08

Lappersdorf. Aktuelle Themen aus dem Markt Lappersdorf beherrschten die Diskussion bei der Jahresversammlung des CSU-Ortsverbands im Aurelium. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Joachim Strauß kritisierten mehrere Versammlungsteilnehmer, dass Bürgermeister Christian Hauner und die Marktratskoalition aus Freien Wählern und Grünen die Planungen für einen Neubau des Integrations-Kindergartens im Gewerbegebiet „gegen den Willen der Bürger“ weiter vorantreiben wollen..

Diskussionen gab es auch zu den neuen geplanten Unterkünften für Asylbewerber, nachdem das Landratsamt Regensburg die Anmietung von zwei Immobilien in Lappersdorf und Hainsacker für mindestens 50 Bewohner angekündigt hatte. Der Ortsvorsitzende Strauß kritisierte vor allem die anfängliche Kommunikation von Landratsamt und Lappersdorfer Rathaus: Schlagworte wie „unbegleitete junge Männer, fremder Kulturkreis, kein Sicherheitskonzept“ auf der Homepage des Marktes Lappersdorf seien unglückliche Formulierungen gewesen und hätten „große Angst in der Umgebung ausgelöst“, meinte er. Auch der JU-Vorsitzende Franz Rumstadt betrachtete das Thema mit Sorge und forderte eine parteiübergreifende Zusammenarbeit. Gerade am Talblick in Lappersdorf habe sich die Lage verschärft, „wenn bald im Umkreis von 250 Metern vier Einrichtungen mit insgesamt mehr als 100 Menschen untergebracht werden“, listete Rumstadt auf.

Nach Meinung des Vorsitzenden Strauß solle auch überlegt werden, ob statt der angekündigten Integration alleinstehender junger Männer nicht eher Familien in Betracht gezogen werden könnten. Ein weiterer Dorn im Auge sei die Verteilung von Geflüchteten mit Blick auf den Landkreis: „Von Bürgermeister Hauner erwarte ich, dass er sich gegenüber der Landrätin Schweiger für eine gerechtere Verteilung einsetzt“, forderte Strauß. Als unsolidarisch bezeichnete er es, dass sich andere Kommunen im Landkreis um einen Gymnasiums-Neubau bewerben, sich aber gleichzeitig weigern, Asylsuchende aufzunehmen. Ab diesem Monat organisieren die CSU-Ortsverbände in Lappersdorf zusammen mit der Jungen Union erstmals eine Bürgersprechstunde. „Da die Sprechstunden des Bürgermeisters regelmäßig ausfallen, werden wir auf Wunsch von Bürgern diese Möglichkeit anbieten“, kündigte Strauß an. Termine sind geplant am 15. Juli und am 26. August. Eine Anmeldung ist unter info@ju-lappersdorf.de möglich.

Abschließend zeichnete Strauß den Ehrenbürger Albert Baldauf für 35-jährige Mitgliedschaft bei der CSU aus. Baldauf war in dieser Zeit lange Jahre Ortsvorsitzender sowie Marktrat und stellvertretender Bürgermeister.

Für die Delegiertenversammlung im Rahmen der Bundestagswahl 2025 wurden Joachim Strauß, Christiane Doblinger, Francois Mitabaro und Josef Staufer gewählt.