Gefährliche Tigermücke auf dem Vormarsch: Wo sie in Bayern bereits zu finden ist

Die Asiatische Tigermücke, die ihren Ursprung im tropischen und subtropischen Asien hat, breitet sich inzwischen auch in Deutschland aus. Das Insekt kann gefährliche Krankheitserreger übertragen. In Teilen Bayerns ist die Tigermücke bereits nachgewiesen.
Populationen seien in den vergangenen Jahren vor allem im Südwesten Deutschlands festgestellt worden, erklärt Helge Kampen, Stechmückenexperte am Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald, im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. Bayern sei „noch nicht so stark betroffen“, sagt Kampen. Tigermücken-Vorkommen gebe es bislang in Fürth und Würzburg. „Aber es ist damit zu rechnen, dass sich das in Zukunft verstärkt“, fügt der Medizinische Insektenkundler an.
Tigermücken-Monitoring im Landkreis Rosenheim
So startet im Juli im Raublinger Ortsteil Reischenhart im Landkreis Rosenheim ein Tigermücken-Monitoring. Bereits 2023 seien acht Mücken inklusive Eiablage in Reischenhart nachgewiesen worden, informiert das Rosenheimer Gesundheitsamt in einer am Montag verschickten Pressemitteilung. „Wir wollen feststellen, ob es sich bei den in Reischenhart entdeckten Tigermücken um eine stabile, überwinterungsfähige Population handelt“, sagt Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes. Diese Erkenntnisse seien wichtig, um entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen planen zu können. Deshalb würden von Juli bis September Mückenfallen in Reischenhart aufgestellt.
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Tigermücke als „Reisemitbringsel aus Südeuropa“
Die Asiatische Tigermücke, die als gefährlicher Krankheitsüberträger gilt und unter anderem für das Dengue-Fieber bei Menschen verantwortlich ist, werde nach Deutschland eingeschleppt. „Es ist ein Reisemitbringsel aus Südeuropa“, nennt Kampen einen Grund für die Ausbreitung. 2007 seien erstmals Eier der laut des Experten wärmeliebenden, aggressiven und tagaktiven Stechmücke im Bundesgebiet gefunden worden, 2011 dann die ersten ausgewachsenen Mücken. Dass sich die Insekten in unseren Breiten ansiedeln können, hänge mit dem Klimawandel zusammen.
Dengue-Fieber am Gardasee ausgebrochen
Während in Deutschland nach Angaben Kampens noch keine Infektionen mit den von Tigermücken übertragenen Krankheitserregern wie dem Dengue- oder Zika-Virus bekannt seien, ist die Situation in Italien besorgniserregender. So ist nach einem Bericht von „Südtirols News“ kürzlich am Gardasee das Dengue-Fieber ausgebrochen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien bereits 259 Fälle von den nationalen Gesundheitsämtern erfasst worden. Dies sei eine signifikante Zunahme. „Im Jahr 2023 wurden insgesamt 362 Fälle gemeldet“, wird Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, von „Südtirol News“ zitiert. Eine Infektion mit dem Dengue-Virus kann neben hohem Fieber mit starken Kopfschmerzen oder auch Hautausschlag einhergehen.
Eine Deutschlandkarte mit den Verbreitungsgebieten der Asiatischen Tigermücke findet sich im Mückenatlas des Friedrich-Loeffler-Instituts in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Zentrum für
Agrarlandschaftsforschung (ZALF). „Einsendungen von Mücken sind willkommen“, betont Experte Kampen. Diese sollen an das ZALF adressiert werden. Damit könne die Arbeit der Forscher unterstützt werden: „Alles, was wir machen, ist Vorbeugung, damit es nicht zur Übertragung von Krankheitserregern kommt.“