„Alles im Plan“: Als die neue Donaubrücke bei Saal gebaut wurde

Neben der Brückenbaustelle und der Wanderfalken bei Bayernoil beschäftigten auch Grabungen in Mitterfeld und drei Jubiläen in der Benediktinerabtei Weltenburg die MZ-Redakteure vor Jahrzehnten.
• Vor 20 Jahren: Umweltschutz und Industrie – verträgt sich das? Bei der Bayernoil-Raffinerie in Neustadt offenbar bestens, denn hier lebten sogar die recht seltenen Wanderfalken. Und: Sie hatten Nachwuchs. „Ein Drittel des bayerischen Wanderfalken-Nachwuchses kommt von Bayernoil“, sagte Heinrich Ek, Umweltschutzbeauftragter des Unternehmens. Diese Zahl hatte nicht Ek selbst ermittelt, sondern hatte er von der Wildbiologischen Gesellschaft. Seit 1998 waren in den drei Raffinerien der Bayernoil in Vohburg, Ingolstadt und Neustadt Horstkästen montiert. Sie waren Teil des Nisthilfen-Programms im Freistaat, das seit Anfang der 90er Jahre bestand. Inzwischen stammte jeder zweite in Bayern lebende, außeralpine Wanderfalke aus einem Kunsthorst.
• Vor 30 Jahren: „Alles im Plan“, meldete die Brückenbaustelle in Saal an der Donau. Auf der rechten Donauseite wartete bereits ein Komplex von über 80 Metern Länge auf die Betonage. Bis zum Ende des Jahres 1994 sollte auch noch der letzte Flusspfeiler für das fast 500 Meter lange Bauwerk errichtet sein. Das 33-Millionen-Mark-Projekt sollte 1995 in Betrieb genommen werden. Die dritte Donaubrücke im Stadtgebiet Kelheim sollte Teil einer neuen Ortsumgehung der Stadt werden, die die Bundesstraße 16 mit der Kreisstraße 38 in Richtung Riedenburg verband.
• Vor 35 Jahren: „Es ist für uns besonders interessant zu sehen, dass auf dem kleinen Raum von 280 Quadratmetern verschiedene Lebensbereiche präsent sind“, so Direktor Peter S. Wells von der Universität Minnesota in Minneapolis. Der Wissenschaftler aus den USA interessierte sich für die Historie Kelheims. 1987 fand unter seiner Leitung in Mitterfeld im Rahmen des Kanalbaues eine Grabung statt. Eineinhalb Monate lang untersuchte er mit einer rund 20-köpfigen Gruppe ein Areal von etwa 280 Quadratmetern, das zum Opidum von Kelheim gehörte. Nun weilte der Wissenschaftler mit Studenten und Privatleuten aus seiner Heimat wieder in Kelheim. Der zweite Besuch galt der näheren Betrachtung der Funde.
• Vor 40 Jahren: Zwei goldene Priesterjubiläen in der Benediktinerabtei Weltenburg, das war ein Grund zum Feiern, wie er nicht alle Jahre gegeben war. Gleichzeitig gedachte man beim Festgottesdienst in der Asamkirche der Benediktinerabtei des 70. Geburtstages von Dr. August Scharnagl, dem die Weltenburger Musikgemeinschaft viele Werke altbayerischer Klosterkomponisten verdankte, die er in den vergangenen 20 Jahren speziell für sie spartierte. Abt Dr. Thomas Niggl nannte es in seiner Festansprache ein besonderes Ereignis, wenn man gleich drei Jubiläen begehen konnte. Die Priesterjubilare, Pater Maurus Sailer und Pater Ramwold Schober waren am 30. Juni 1934 zu Priestern geweiht worden.