Neumarkter Seniorenheim Martin-Schalling-Haus soll moderner und größer werden

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. Juni 2024 um 15:00

Die bayerische Gesetzgebung schreibt vor, dass Wohnheime für Menschen mit Behinderung oder Alten- und Pflegeheime umfänglich barrierefrei werden müssen. Deshalb muss das Martin-Schalling-Haus in Neumarkt umgebaut werden. Davon profitieren am Ende Bewohner und Mitarbeiter.

Das Haus aus den 60er Jahren hat jedoch auch andere Bereiche, die ein „Fitnessprogramm“ benötigen, teilt die Diakonie NAH Neumarkt-Altdorf-Hersbruck mit: Sanitärräume, Technik, energetische Sanierung. Insgesamt stehe dem Haus, das „in Würde gealtert ist“, eine Verjüngungskur bevor, wie es Vorständin Elke Kaufmann bei der Vorstellung der Modernisierungspläne vor den Angehörigen formulierte.

Die Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner sollen vergrößert werden, im Erweiterungsbau sollen durch die Aufstockung einer Etage 17 neue Zimmer entstehen und dafür im Erdgeschoss „Mikro-Apartments“ für Pflegekräfte und Auszubildende eingerichtet werden. Der Eingangsbereich, der nicht vollständig barrierefrei ist, soll umgebaut werden und sich in das Quartier zum Weiher hin öffnen.

Terrasse mit offenem Café

Das heißt, eine Terrasse mit (nicht-gewerblichem) Café ist angedacht, bei dem nicht nur die Bewohner sowie deren Angehörige, sondern auch die Nachbarschaft oder Besucher des Schlossbades zum Verweilen eingeladen sind.

Auch der ambulante Pflegedienst der Diakonie NAH soll mit Hilfe der Projektsteuerer des Büros CPB Projekt- und Baumanagement sowie Thomas Otte vom Büro Architekten BBO aus Bielefeld eigene Räume bekommen.

Joachim Vetter und Frauke Weiß von CPB berichteten, dass ihr Unternehmen deutschlandweit bereits 78 solcher Neubau- und Sanierungsprojekte durchgeführt habe: „Wir haben eine große Expertise und legen Wert darauf, die Sanierung schonend und rücksichtsvoll für Mitarbeitende und Bewohnende durchzuführen.“

Elke Kaufmann erklärte, dass die Räume heller und freundlicher würden und zu noch mehr Selbstständigkeit für die Bewohner führten: „Auch für unsere Pflegefachkräfte werden die Arbeitsbedingungen und Prozesse verbessert und erleichtert – beispielsweise durch digitale Dokumentation via Tablet.“

Die Renovierung im laufenden Betrieb sieht Kaufmann nicht nur herausfordernd: „Ruhezeiten werden eingehalten und sowohl Bewohnende als auch Mitarbeitende weitgehend entlastet.“ Gleichzeitig versteht sie die Umbauarbeiten auch als „sehr interessant und belebend für alle“, die einzelnen Bauabschnitte zu beobachten.“

Baubeginn 2025 geplant

Noch ist es allerdings nicht so weit, dass der erste Spatenstich begonnen werden kann. Zunächst muss der Aufsichtsrat der Diakonie NAH dem Projekt zustimmen – wenn die Finanzierung zu stemmen ist. Falls alles wie geplant läuft, könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2025 beginnen und im Sommer 2027 beendet werden.

„Wir freuen uns über jede Unterstützung bei diesem Umbau“, machte Kaufmann deutlich: „Das Martin-Schalling-Haus wird von der Heimaufsicht und den Angehörigen immer wieder gelobt. Es ist ein Schmuckstück der Neumarkter Pflegelandschaft. Es soll nun fit für die Zukunft gemacht werden, damit dies auch so bleibt.“