Kiff-Verbot und Lärm-Hotline bei Kalkbrenner-Konzert in Regensburg

Von Jürgen Scharf · 20. Juni 2024 um 17:04

Am Freitag gibt es ein spektakuläres Open-Air-Highlight in Regensburg: Paul Kalkbrenner tritt am Dultplatz auf. Vom Kiff-Verbot bis zu maximalen Taschengrößen gibt es für die Besucher bei der Veranstaltung einiges zu beachten.

• Wie viele Karten gibt es noch zu kaufen?

Die Stadt Regensburg hat festgelegt, dass bis zu 14.300 Besucher auf das Gelände dürfen. Laut Adam Cieplak, der das Konzert mit seiner Agentur veranstaltet, waren am Donnerstag bereits mehr als 13.000 Tickets verkauft. Die restlichen Karten werden weiter im Internet angeboten. Für das Konzert gibt es einen Haupteingang bei der Zufahrt „Am Protzenweiher“. Der Stadt zufolge hat der Veranstalter sein Sicherheits- und Verkehrskonzept auf die zu erwartenden An- und Abreiseströme abgestimmt. Der Veranstalter stelle auch „entsprechende Kapazitäten“ beim ÖPNV und bei Parkmöglichkeiten bereit und habe dies der Stadt zufolge auch den Kartenkäufern mitgeteilt.

• Wie laut darf das Konzert sein und wer überprüft das?

Die Stadt hat nach eigenen Angaben eine genaue Lautstärkengrenze festgelegt. Der Veranstalter sei verpflichtet, diese einzuhalten. Die direkten Anwohner seien schriftlich über die Veranstaltung informiert worden und hätten auch eine Telefonnummer genannt bekommen, bei der sie bei Problemen anrufen können. Raymond Oberst, Projektleiter der Veranstaltung, bestätigt dies: „Die Anrufer kommen während des Konzerts direkt bei mir raus“, erzählt er. Wenn es Probleme geben sollte, werde er die Lage selbst vor Ort überprüfen. Gegebenenfalls könnten die Tontechniker flexibel reagieren: Etwa bestimmte Frequenzen leiser drehen oder die Ausrichtung von Lautsprechern verändern. Zuletzt gab es bei einem Kalkbrenner-Innenstadt-Konzert andersrum vereinzelt Beschwerden von Besuchern, dass die Musik zu leise gewesen sei. Oberst sagt, dass in Regensburg deswegen extra zusätzliche Einzellautsprecher über das Gelände verteilt werden: „Somit können wir die Musik besser für alle Teile im Publikum transportieren, ohne insgesamt lauter zu werden.“

• Was müssen Besucher beim Einlass beachten?

Das Sicherheitspersonal führt am Eingang Kontrollen durch. Es dürfen nur kleinere Taschen mitgenommen werden. Rucksäcke oder ähnliches können nicht mit aufs Gelände genommen werden. Bei den Kontrollen gelten die für Konzerte gängigen Regeln. Verboten sind etwa Flaschen oder Gegenstände, die als Waffen benutzt werden könnten. Für den Verzehr auf dem Gelände erhalten die Besucher eine Bezahlkarte. Diese können sie auf digitalem Weg aufladen. Auf dem Gelände gibt es aber auch eine Station, um mit Bargeld aufzuladen. An den Verkaufsständen kann aber nicht bar bezahlt werden. Er wisse, dass manche Besucher dies vermissen, sagt Veranstalter Cieplak. Er hoffe aber auf Verständnis dafür – und sagt ganz offen: „Wir haben 300 Mitarbeiter dabei, die wir zu einem großen Teil nur für diese eine Veranstaltung haben. Deswegen ist es für uns schwierig, mit Bargeld zu arbeiten und das irgendwie kontrollieren zu können.“

• Warum ist Kiffen auf dem Gelände nicht erlaubt?

Die Stadt teilt mit, dass Personen ab 16 Jahren zu dem Konzert dürfen. Ein Konsum von Cannabis in unmittelbarer Gegenwart von Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, könne somit nicht vollständig ausgeschlossen werden. Deswegen sei dieser bei dem Konzert grundsätzlich verboten. Der Veranstalter werde diese Vorgabe auch durchsetzen. „Wir haben sehr viele Sicherheitskräfte im Einsatz, die das im Auge haben werden“, sagt Cieplak. Bei Verstößen werde dann vor Ort entschieden, ob eine Ermahnung reicht: „Wir haben durch das Hausrecht aber natürlich auch die Möglichkeit, jemanden vom Gelände zu verweisen.“

• Wann tritt Paul Kalkbrenner genau auf?

Einlass ist ab 16 Uhr. Ab 17.30 Uhr wird es ein Musik-Vorprogramm geben. Paul Kalkbrenner spielt von 20 bis 22 Uhr. Er selbst wird auch erst am Freitag direkt zum Konzert anreisen. Die Stadt Regensburg erhält nach eigenen Angaben „die üblichen Entgelte“ als Platzgebühr. Die Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Kulturreferent Wolfgang Dersch können aus terminlichen Gründen, wie sie mitteilen, selbst nicht zu dem Konzert kommen. Dersch ist allerdings „echt begeistert, dass mit Paul Kalkbrenner ein Weltstar der elektronischen Musik für einen seiner einzigartigen Live-Auftritte nach Regensburg kommt“, wie er mitteilen lässt: „Wenn man die Liste der Städte liest, in denen er tourt, dann ist das schon wirklich beachtlich und könnte für weitere Impulse auf diesem Gebiet sorgen.“ Dersch glaubt, dass „die eingängigen Melodien und treibenden Beats sicherlich viel junges Publikum auf den Dultplatz locken und ihn in eine pulsierende Tanzfläche verwandeln werden.“

Der Berliner Musiker Paul Kalkbrenner Foto: dpa/Archiv