Der Airportliner feiert 20. Geburtstag und feilt an einem neuen Service

Die Regensburger Firma blickt auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Auch Promis fahren gerne mit. Der vor kurzem bezogene Standort begeistert die Unternehmerfamilie.
Für das Foto parkt Chiara Ammelounx die verschiedenen Fahrzeugtypen, vom Sprinter bis zur S-Klasse, in einer Reihe. Ihr Vater Lothar, Inhaber des Airportliners, ist längst beim nächsten Thema, dem neuen Firmengelände. Der 71-Jährige stürmt voran, deutet auf die 40 Parkplätze und die Werkstatt. „Schauen Sie mal, wie viel Platz wir jetzt haben. Hier ist es ideal.“ Er führt ins Büro, zeigt die Räume von Callcenter, Buchhaltung, Verkaufsmanager und Abrechnung für die Chauffeure.
Dazwischen erzählt Ammelounx von Promis, die das Unternehmen chauffiert, dass viele Stammkunden auf den Service setzen und dass die Firma früher auf Händlmaier-Gläsern geworben hat. Auf den Fotos im Büroflur steuert der Firmenchef einen Rennwagen bei der Rallye Monte Carlo.
Kunden von Großbetrieben
Zwei Jahre lang haben die Familie und Geschäftsführerin Kerstin Gietl (32) einen neuen Standort gesucht. „Es war schwierig, weil wir Parkplätze, eine große Werkstatt und eine gute Anbindung an die Autobahn brauchen“, sagt Gietl. Der neue Sitz in der Siemensstraße bietet das. Vorher residierte der Airportliner in der Margaretenstraße, die Fläche wird aber mit Wohnungen bebaut. Den Anstoß für die Gründung gab vor zwei Jahrzehnten Ex-OB Hans Schaidinger. Lothar Ammelounx sagt, er habe damals das größte Taxi-Unternehmen in der Oberpfalz betrieben. Schaidinger habe gesagt: „Wir brauchen eine Anbindung an den Flughafen.“
Regensburg hatte sich wirtschaftlich stark entwickelt. Zahlreiche Beschäftigte vor allem der Großunternehmen reisten häufig zum Flughafen München und wünschten sich einen verlässlichen Transfer.
„Es war eine Pioniergeschichte,“ sagt der Unternehmer. Das Stadtmarketing unterstützte die junge Firma, die laut Mitinhaberin Kerstin Ammelounx (55) sehr klein anfing. „Aber der Airportliner ist Teamwork. Wir haben wunderbare Mitarbeiter.“
Fast 40 festangestellte Fahrer und 40 Minijobber bringen die Menschen heute zum Flughafen im Erdinger Moos und an weitere Ziele. Zu Stoßzeiten starten die Mercedes-Fahrzeuge alle zehn Minuten.
Bis zu 50 Mal in 24 Stunden brechen die Regensburger auf. Gefragt sind auch die Event-Shuttle bei den Bayreuther Festspielen, den Schlossfestspielen, bei Kongressen und Messen in München, zu großen Familienfeiern oder in die EM-Stadien. Am Flughafen betreiben die Regensburger einen eigenen Schalter. Mit der Lufthansa kooperieren sie eng. Die Wagen dürfen das Kranich-Logo tragen.
„Rein statistisch hat der Airportliner in den letzten 20 Jahren jeden Regensburger Bürger mehr als zehn Mal chauffiert“, überschlägt Lothar Ammelounx. Viele Stammkunden – Techniker, Vorstände, Kaufleute und Aufsichtsräte – pendeln jede Woche mit der Firma.
Mitgefahren sind auch Promis: Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, „Tatort“-Kommissare, Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber, Partyqueen Gunilla von Bismarck, CDU-Chef Friedrich Merz oder Dirigent Kent Nagano. Ammelounx blättert im Gästebuch. „Es ist voller illustrer Namen.“
Weil die Kunden sicher ankommen sollen, ist bei den Sprintern das Tempo auf 130 km/h gedrosselt. Alle Wagen seien mit der modernsten Sicherheitstechnik ausgestattet.
Batterie und Erdgas getestet
Die Firma setzt auf Diesel. Ammelounx sagt: „Wir haben alles probiert, Erdgas, E-Mobilität. Das funktioniert nicht wirklich, wir würden mit dem Laden nicht fertigwerden.“ Beim Erdgas müsse man Gasflaschen mitnehmen, die zu viel Platz beanspruchen.
Nun hat das Unternehmen vor, einen On-Demand-Service einzuführen, individuelle Fahrten auf Bestellung. Sohn Alexander Ammelounx (27), Masterabsolvent der Technischen Hochschule Ingolstadt, hat eine Kooperation angestoßen. Studierende befragten rund 14000 Airportliner-Kunden, welche Innovation sie sich wünschen. Gegenwärtig wird ein Konzept erarbeitet.
365 Tage unterwegs
Schaidinger-Vorstoß: Der Ex-OB ist vor 20 Jahren auf den damaligen Taxi-Unternehmer Lothar Ammelounx zugekommen mit dem Wunsch, dass Regensburg eine Anbindung zum Flughafen brauche.
Verbindungen: Der Airportliner fährt heute das ganze Jahr rund um die Uhr, hauptsächlich zum Flughafen, aber nicht nur