Kommentar zum Einzelhandel in Schwandorfs Innenstadt: Bezug zu Geschäften vor Ort fehlt

Von Martin Kellermeier · 15. Juni 2024 um 12:12

H&M und Sadlite verlassen den Schwandorfer Marktplatz und sorgen womöglich für riesige Leerstände. Schuld an der Entwicklung ist vor allem der Onlinehandel, schreibt MZ-Redaktionsleiter Martin Kellermeier in seinem Kommentar.

Keine Frage: Für den Marktplatz ist der Weggang der beiden Modehäuser H&M und Sadlite ein Supergau. Und doch ist er symptomatisch für unseren Zeitgeist. Der stationäre Einzelhandel erfährt leider immer weniger Wertschätzung. Geschäftsaufgaben oder die Verkleinerung von Verkaufsflächen und Sortiment sind die Folge. Schuld ist daran vor allem der Onlinehandel.

Dieser Kommentar gehört zu folgendem Text: H&M und Sadlight verlassen den Marktplatz in Schwandorf – Das sind die Gründe„Hauptsache der Postbote bringt das Paket pünktlich“

Der hat es dank Knüllerpreisen und Gratisversand geschafft, dass viele Einheimische längst den Bezug zu den Kaufleuten vor Ort und ihren Geschäften verloren haben. Hauptsache der Postbote bringt das Paket pünktlich. Noch mehr: Man könnte meinen, dass sich die Onlinekunden um die Zukunft der Geschäfte in ihrer Stadt nichts scheren.

Oder tun sie das etwa doch? Einen Marktplatz mit zugeklebten Schaufenstern – den will dann irgendwie auch keiner vor der Haustür haben. Zu trostlos wäre der Spaziergang am lauen Sommerabend mit dem Eis in der Hand.

Überall Probleme mit Leerständen

Der Onlinehandel und seine Auswirkungen machen vor keinen Stadttoren Halt. Probleme mit Leerständen nach Geschäftsaufgaben oder Umzügen gibt es überall. Der Kampf um die Innenstädte läuft längst.

Ein Schlüssel zum Erfolg könnte die Fokussierung auf mehr Regionalität sein. Made in Germany oder gar made in Schwandorf – darum sollten sich nicht nur die Händler bemühen, sondern auch deren Kunden. Denn wer berät besser: ein Pappkarton oder der Verkäufer vor Ort?