Trauer in Roding: Heber-Urgestein Georg Hecht ist im Alter von 78 Jahren gestorben

Von Bastian Schreiner · 13. Juni 2024 um 19:50

Große Trauer um Georg Hecht: Der Träger der Bürgermedaille und überaus engagierte Vereinsfunktionär aus Roding ist am Dienstag nach schwerer Krankheit mit 78 Jahren gestorben.

Bestürzung hat die Nachricht nicht nur in der Familie, sondern insbesondere auch beim TB 03 Roding ausgelöst: Hecht war einer der Gründerväter der Heber-Abteilung. Mit Anton und Josef Hecht hat er den Gewichthebern den Weg bis in die Bundesliga geebnet. Er selbst hat auch gestemmt, bei 100 Kilogramm sei aber Schluss gewesen, erzählte er in einem Interview zu seinem 75. Geburtstag.

Zudem kümmerte sich Hecht viele Jahrzehnte um die Pressearbeit und berichtete von weiten Auswärtsreisen und stimmungsvollen Heimkämpfen. Anfang des Jahres verfolgte er das Duell gegen den KSV Gruenstad wie immer mit umgehängter Kamera von der ersten Reihe in Rodings Dreifachturnhalle aus, noch im April besuchte er die Jahresversammlung der Heber. Nun hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren.

Einkäufer für Krankenhaus

Georg Hecht wurde in Roding geboren und wuchs mit sieben Geschwistern – drei Buben und vier Mädchen – auf einem Bauernhof an der Further Straße auf. Später wurde umgesiedelt an die Ecke Bruckner Straße/ Nanzinger Weg, wo heute viele Hechts wohnen. 1971 baute er Haus, 1972 trat er mit seiner Marianne vor den Traualter. Die Tochter ist verheiratet und lebt in Australien. Die beiden Enkelkinder sind der Stolz der Familie.

Nach der Lehre zum Großhandelskaufmann machte er über das Telekolleg die Mittlere Reife nach und bildete sich zum Wirtschaftsassistenten fort. Von 1979 bis zu seinem Berufsende 2006 war er als Zentraler Einkäufer für die anfangs noch sieben Krankenhäuser im Landkreis zuständig.

„Für den TB gelebt“

„Das ist ein herber Verlust. Georg Hecht hat für den TB gelebt“, sagt Vorsitzender Dr. Reinhold Schoierer. Bei den Hebern sei er ein „ständiger Motor“ gewesen. Nach der Gründung 1973 engagierte sich Hecht als Kassier, dann als Sportwart und schließlich 18 Jahre als Abteilungsleiter. Sein Organisationstalent half ihm auch im Verein, schließlich holte er mehrere Deutsche und Bayerische Meisterschaften nach Roding. Die Bilanz seiner Amtszeit spricht für sich: 13 Jahre 1. Bundesliga, sechs Jahre 2. Liga, zwölf deutsche Meistertitel. Was ihn stolz machte: Die Sportler stammten damals alle aus Roding.

„Er war immer da, man konnte ihn immer um Rat fragen“, sagt Schoierer über das Ehrenmitglied des TB 03 Roding. Bei den Hebern wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Darüber hinaus war Hecht auch im Breitensport – sei es beim Nordic Walking oder als Sportabzeichen-Prüfer – sehr aktiv.

Neben der Tätigkeit als Vereinsfunktionär engagierte sich Georg Hecht auch auf kirchlicher Ebene. Er unterstützte den Malteser Hilfsdienst, war drei Jahre Vorsitzender der Kolpingsfamilie und kümmerte sich um die Jugendarbeit in der Pfarrgemeinde.

Auch die Trauer in der Stadt Roding sei groß, sagt Bürgermeisterin Alexandra Riedl. 1997 wurde Georg Hecht für sein großes ehrenamtliches Engagement in den Vereinen und für die Rodinger mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. „Insbesondere beim TB 03 Roding ist er nicht wegzudenken. Bei den Hebern wird er eine große Lücke hinterlassen“, so Riedl.

Zum 50. Geburtstag hatte er sich ein Rennrad gewünscht. Mit den Mitterdorfer Radlern ging es dann auf Tour, ebenso standen ausgedehnte Radurlaube mit seiner Frau Marianne auf dem Programm. Und in Etappen radelte er den Jakobsweg von 2006 bis 2010 bis nach Santiago de Compostela. Im Ruhestand entdeckte er ferner das Nordic Walking für sich.

Auch das Bayerwald-Echo trauert um Georg Hecht. Viele Jahre hielt er als zuverlässiger Berichterstatter alle Geschehnisse rund um den Hantelsport mit voller Leidenschaft in Wort und Bild fest. Die Redaktion hält ihn als geselligen, sehr gewissenhaften und aktiven Mitarbeiter in Erinnerung.

Eine Leidenschaft: Georg Hecht fieberte bei den Heber-Wettkämpfen nicht nur mit, sondern hielt alles mit der Kamera fest. Foto: Simon Tschannerl