Großprojekt: Investor des Schröttinger Bräu Thomas Dietlmeier ist mit Falkenstein zufrieden

Vor kurzem fand im Gasthof zur Post die Bürgerversammlung statt. Bürgermeisterin Heike Fries konnte mehr als 80 Bürger begrüßen. Zunächst sprach der Investor vom Schröttinger Bräu. Thomas Dietlmeier ist auf Einladung der Bürgermeisterin Heike Fries zur Bürgerversammlung gekommen und erklärte den vorgesehenen Umbau des Gebäudes.
Mit Architekt Schumann arbeite er schon viele Jahre zusammen. Zunächst schilderte Dietlmeier, was alles untergebracht werden kann. Vorgesehen und geplant seien Seniorenwohnungen, ein Biergarten, Kegelbahn und Schießstände, ein Seniorencafé, Büros, Vereinsflächen, im Obergeschoss öffentlich geförderte Familienwohnungen. Der Gastro-Bereich umfasse 450 Quadratmeter und 210 Sitzplätze. Der Biergarten biete 250 Sitzplätze.
Vor vier Wochen wurde die Baugenehmigung erteilt. Im Juli soll mit der Entrümpelung begonnen werden. Die Fertigstellung ist laut Auflage der Fördermittel im April 2026. Dietlmeier lobte die Gemeinde: „Noch nie habe ich in meinem 40 Jahre funktionierenden Geschäft eine so große Unterstützung durch eine Gemeinde erfahren, wie es hier der Fall war.“
Die Finanzen des Marktes
Danach schilderte die Bürgermeisterin die Ausgangsdaten. Die Marktgemeinde hat im Augenblick 3691 Einwohner. Im vergangenen Jahr wurden 24 Geburten und 34 Sterbefälle gemeldet. Der Verwaltungshaushalt beträgt 7685000 Euro und ist mit 52,3 Prozent Anteil am Gesamthaushalt um 0,7 Prozent geringer geworden. Der Vermögenshaushalt dagegen stieg um 84,8 Prozent auf 7 Millionen nach der Planung für 2024.Die größten Einnahmen sind die staatlichen Schlüsselzuweisungen mit 1,17 Mio. Euro, die Kanalbenutzungsgebühren betragen 495037 Euro. An dritter Stelle stehen die Einnahmen aus dem Freibad mit 162935 Euro. Dazu kommen staatlicher Straßenunterhaltungszuschuss, für Schülerbeförderung, Strom- und Konzessionsabgaben, Friedhofsgebühren und der Kurbeitrag.
Bei den Ausgaben ist die Kreisumlage mit 1,755 Mio. Euro der höchste Betrag vor den Personalausgaben mit 1,218 Mio Euro. Es folgt die Umlage and die VG Falkenstein mit 721968 Euro. Außerdem gehören dazu die Kosten für die Grund- und Mittelschule, Fahrzeuge für Bauhof, Feuerwehr und Schulbus, Kindergärten und Krippe, Straßenunterhalt und Freibad – Defizit (ohne Sauna).
Unter anderem wird in eine Pumpstation und das FFW-Gerätehaus in Völling investiert
Bei den Investitionen ist der Neubau einer Pumpstation und die Verlegung der Druckleitung von Arrach und Woppmannszell nach Falkenstein zur Kläranlage mit rund zwei Millionen Euro (noch ohne Zuschuss) der größte Betrag. Es folgen das FFW-Gerätehaus in Völling mit 444000 Euro, Dorfplatz, Dorfweiher und FFW-Haus-Anbau mit rund 400000 Euro, Neuanschaffung eines TSF für die FFW Au-Marienstein, neuer Lkw für den Bauhof, Breitbandausbau, Straßensanierung und Sicherheitsmaßnahmen im Park. Aus der Grundsteuer A sind 45600 Euro Einnahmen angesetzt, Grundsteuer B 301000 Euro und aus der Gewerbesteuer 1,3 Mio. Euro von 102 Betrieben in der Gemeinde. Aus der Umsatzsteuerbeteiligung, Einkommenssteuer-Ersatz, der Hundesteuer und der Grunderwerbssteuer erhält die Gemeinde insgesamt rund vier Millionen Euro.
Veranstaltungen in diesem Jahr in Falkenstein
Die Bürgermeisterin zählte die vielfältigen Veranstaltungen auf, die im Laufe eines Jahres stattfinden. Sie lobte die Seniorenausflüge, das Team für die Ferienplanungen und das Büchereiteam. Die 43 existierenden Vereine bieten viele unterschiedliche Veranstaltungen das ganze Jahr über an. Da heuer die Burghofspiele ausfallen, wird im Lokschuppen am 12. Juli eine Ausstellung über zurückliegende Spiele eröffnet. An aktuellen Projekten stehen an: Abwasseranlagen Arrach und Woppmannszell, Kläranlage Falkenstein, Bavariagelände, Parkgarage, Kinderhausanbau, Feuerwehr-Haus in Völling, Straßensanierung, Dorferneuerung Erpfenzell, Friedhof in Arrach, Breitband-Mobilfunkausbau und die Nahwärmeversorgung.
Zum Thema Sanierung der Kläranlage sprach Marktrat Andreas Fuchs. Er erläuterte ausführlich die Überlegungen des Marktrates. Der geplante Aufwand für die Kläranlagenvereinigung wird mit 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Der Marktrat beschloss eine vollständige Refinanzierung durch Erhebung von Kanal-Verbesserungsbeiträgen in einem Zeitraum von 2025 bis 2027. Er erläuterte die beiden Möglichkeiten der Finanzierung durch einen Gesamtbeitrag, der aufgeschlüsselt werden kann oder dauernde Gebühren, die mit Zinsbelastungen rund 30 Jahre erfordern würden, bis alles abgezahlt ist.
So steht es um Photovoltaik
Marktrat Reinhard Hecht übernahm die Darstellung der Energiewende durch Freiflächenphotovoltaik. Der Markt Falkenstein ist den Regionalwerken im Kreis Cham beigetreten. So gibt es die Möglichkeit für Bürgerbeteiligungen an den Anlagen. Die Gemeinde erhält Gewerbesteuern. Insgesamt liegen acht Projektanträge vor, zwei sind in der Umsetzungsplanung und ein Projekt bereits in der Genehmigungsphase mit 25 Hektar Fläche.
Eng damit verbunden ist die Nahwärmeversorgung, bei der viele anwesende Bürger Probleme ansprachen, wie man sie von den Windrädern kennt: Die Sache sei zwar sinnvoll, solle aber nicht in der Nähe des eigenen Wohnhauses gebaut werden. Zusätzlich sind die hohen Kosten angesprochen worden, die von der Baywa angezeigt werden.
Die Breitbanderschließung ist ein weiteres Thema, das von der Firma Leonet durchgeführt werden soll. Zusätzlich ist wegen der Schließung der Funklöcher im Gemeindebereich der Bau eines Mobilfunkmastes im Bereich Witzenzell/Oberforst im Jahr 2025 notwendig.
Zweiter Bürgermeister Joachim Eberl erläuterte, wie man durch geschickten Einsatz staatlicher Förderprogramme die Investitionen niedrig halten kann. Er nannte drei Beispiele: Turnhallensanierung, Neugestaltung des Parkweges und des Bavariageländes. Die Gesamtkosten betrugen 2254800 Euro, der Förderanteil betrug 1783000 Euro, der gemeindliche Selbstkostenanteil betrug 471000 Euro. Fazit: ein Mehrwert für Falkenstein von 1800000 Euro.
Bürgermeisterin Fries dankte allen freiwilligen Helfern bei den Bauarbeiten in Völling und Erpfenzell für die Kosteneinsparung durch Einsatz auf den Baustellen. So entstehe neuer Zusammenhalt.
Freiwillige Leistung
Auswahl: Die Gemeinde bietet viele freiwillige Leistungen an, die im Landratsamt nicht gern gesehen würden, so die Bürgermeisterin. „Was sollen wir mit dem Freibad oder der Burg? Sollen wir das zusammenfallen lassen?“
Weiteres: Dazu gehören auch Burgmuseum, Förderung von Vereinen, Breitbandausbau, Natur- und Felsenpark, Wander- und Fahrradwege, Jugend- und Seniorenförderung, Anbau für die KLJB beim Skilift und die Bücherei.
rar