Hochwasser in Regensburg: Katastrophenfall aufgehoben – Stadt plant ein Helfer-Fest

In Regensburg kehrt nach dem Ausnahmezustand wieder Normalität ein: Der Katastrophenfall ist aufgehoben, viele Hochwasserschutzelemente können bereits abgebaut werden. Nur an einigen Stellen müssen die Maßnahmen noch bestehen bleiben. Für die vielen Helfer plant die Stadt ein Fest.
Das Hochwasser geht zurück – die Arbeiten gehen weiter. Am Montag haben Bauhofmitarbeiter am Marc-Aurel-Ufer damit begonnen, die Spundwände am Marc-Aurel-Ufer abzubauen. „Für uns geht es jetzt erst richtig los“, erklärte einer von ihnen, während er eines der Schutzelemente in seine Einzelteile zerlegte, „im Anschluss muss alles gereinigt werden.“
Auch der kleine Sandstrand, der sich am Sonntag durch das Hochwasser am Ufer vor der Historischen Wurstkuchl gebildet hatte und von zahlreichen Spaziergängern bereits bewundert worden war, werde im Zuge der Aufräumarbeiten wieder weichen müssen. „Der Sand kommt wieder dahin, wo er hergekommen ist“, so der Arbeiter.
Hochwasser in Regensburg: Katastrophenfall aufgehoben
Obwohl weiterhin genügend zu tun ist, kehrt nach dem Ausnahmezustand wieder Normalität ein. Entwarnung kam am Vormittag auch von offizieller Seite, indem die Stadt um 9.15 Uhr den Katastrophenfall, der eine Woche lang bestanden hatte, aufhob. Der Pegelstand der Donau an der Messstelle Eiserne Brücke lag zu diesem Zeitpunkt bei 4,15 Metern und damit, wie schon am Sonntag, bei Meldestufe eins.
Wie die Stadt mitteilte, sei aufgrund aktueller Niederschläge zwar laut Prognose des Wasserwirtschaftsamts zwar wieder ein Anstieg des Pegels zu erwarten. Dieser werde aber unterhalb der Meldestufe drei, also einer Wasserhöhe von fünf Metern, bleiben. „Lediglich die mobilen Hochwasserschutzelemente an der Historischen Wurstkuchl und am Österreicher Stadel bleiben noch bestehen“, erklärte eine Sprecherin der Stadt auf MZ-Nachfrage, „ansonsten wird – abgesehen von der Werftstraße – alles vom Tiefbauamt abgebaut“.
Werftstraße wird noch auf Schäden untersucht
Wann in der Werftstraße der Bauzaun entfernt werden könne, sei aktuell noch nicht absehbar. Am Freitag hatten die rund 200 evakuierten Anwohner in ihre Häuser zurückkehren können. Die Straße darf aber weiterhin nur zu Fuß betreten werden und ist für den Auto- und Radverkehr gesperrt. „Nach dem Rückgang des Wassers müssen nun die Werftstraße und die Kaimauer auf Schäden untersucht und eventuelle Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden“, hieß es in einer Pressemitteilung, in der die Stadt auch darum bittet, dass Bürger Sandsäcke – insgesamt waren rund 100.000 verbaut worden – wieder an die Verteilstationen zurückbringen sollen.
Wie sehr das Hochwasser Regensburg in den vergangenen Tagen auf Trab gehalten hatte, wird auch an den Zahlen der Helfer deutlich, die sich zum Teil Tag und Nacht engagierten. Insgesamt seien 631 Kräfte der Feuerwehr (Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren und Löschzüge der Stadt Regensburg) sowie 301 Helfer der Rettungsdienste (BRK, Malteser, Johanniter, RKT, DLRG und Wasserwacht) im Einsatz gewesen.
Helferfest für Einsatzkräfte
Die Polizei war laut Stadt mit 256 Personen vertreten, das Technische Hilfswerk mit 287 Kräften. Dazu kamen viele städtische Mitarbeiter, insbesondere des Tiefbauamts, des Gartenamts, des Bauordnungsamts und des Ordnungsamts sowie der Rewag und des Wasserwirtschaftsamts. Die Einsatzkräfte waren rund 130 Mal zu überschwemmten Kellern gerufen worden.
„Die Stadt wird sich für den Einsatz mit einem Helferfest bedanken, das für Ende Juni/Anfang Juli geplant ist“, hieß es in der Mitteilung noch.