Kommentar zum Nein zur Stadtbahn: Unter die Räder geraten

Das Votum zur Stadtbahn ist da: Die Regensburger haben mehrheitlich mit „Nein“ gestimmt. Somit werden die Planungen umgehend gestoppt. MZ-Lokalchefin Christine Straßer findet, dass das Projekt schon vorher unter die Räder geraten ist. Jetzt braucht es neuen Elan, um den künftigen ÖPNV zu organisieren.
Der Zug der Renaissance der Tram in Regensburg ist abgefahren. Nachdem 53,6 Prozent (Stand: 23 Uhr) gegen eine Fortsetzung der Planungen für eine Stadtbahn stimmten, wird es auf absehbare Zeit niemand wagen, das Projekt wieder auf die Spur zu setzen. Die Befürworter haben es nicht geschafft, zu überzeugen und vor allem Ängste angesichts der finanziellen Dimensionen auszuräumen.
Politisch unter die Räder kam das Projekt Stadtbahn aber schon vor dem Bürgervotum. Die Rathauskoalition ist in ihrem öffentlichen Auftreten sogar so krachend entgleist, dass sie eigentlich den Nothalt ziehen müsste. Was das wichtige Thema der Organisation eines leistungsfähigen, komfortablen und verlässlichen öffentlichen Nahverkehrs angeht, ist jetzt so oder so neuer Elan gefragt. Das wird schwierig. Wie sehr die Debatte über die Stadtbahn die Stadtgesellschaft mitunter gegeneinander aufgebracht hat, erfüllt mit Sorge. Es sollte doch möglich sein, sachlich und moderat über die Frage zu streiten, wie die wachsende Großstadt ihren Verkehr stadt-, klima- und umweltverträglich organisieren kann. Dazu gehört es auch, ein Gegenargument einfach mal stehen zu lassen, ohne dessen Verfechter herabsetzen zu wollen, nur weil man dessen Meinung nicht teilt.
Wer den ÖPNV künftig planen muss, ist nicht zu beneiden. Das gleiche gilt für alle, die auf ihn angewiesen sind. Es bleibt nur der Bus – und die Hoffnung, dass er (durch)kommt...