„Wir haben die Freiheit, anderen zu helfen!“

Waldmünchen. Der Schlussappell des Vorsitzenden des Seniorenbeirates war deutlich: „Wir haben die Freiheit, anderen zu helfen!“, sagte Arnold Linder bei seinem Vortrag zur Seniorenarbeit in der Stadt Waldmünchen. So könne man Demokratie und soziale Marktwirtschaft stützen. Lindner sprach sich für ein positives Mitarbeiten und gegen ein nörglerisches Einfordern aus. Damit traf er den Nerv des Sitzungsleiters, des zweiten Bürgermeisters Martin Frank. Das seien „die Grundwerte unseres christlichen Zusammenlebens“, sagte er.
Ohne es namentlich zu nennen, sprachen Arnold und Frank auch die Insolvenz des Senioren-Wohnparks an. Hier hatte sich Lindner „mehr emotionale Nähe gewünscht“. Die Neubürger hätten Sorge, dass sie wieder die Stadt verlassen müssten. Frank sagte, das er erst kürzlich ein Telefongespräch geführt habe, bei dem deutlich geworden sei, wie wichtig es sei, die „Sorgen und Nöte ernst zu nehmen“.
In seinem eigentlichen Bericht über die Seniorenarbeit hatte Lindner fast nur Positives zu vermelden. Nur an einer Stele sei man noch nicht so weit, wie er es sich wünsche: Beim seniorengerechtem Wohnraum. Ansonsten konnte Linner ausschließlich auf Erfolge verweisen. Zum einen wurde durch das achtköpfige Seniorenbeirats-Team mit dem über eine Spende beschaffte Seniorenmobil und weiteren Maßnahmen die Mobilität im Alter deutlich erleichtert. Dabei hob Lindner die Rolle von Verwaltungsleiter Rainer Wagner hervor, der den entscheidenden Antrag für das Seniorenmobil gestellt habe. Noch arbeiten müsse man an der digitalen Kompetenz der Senioren.
Gelungen sei das Programm „gemeinsam statt einsam“. Die kirchlichen Gruppenangebote, Z’sammgsetzt und g’sunga und Ausflüge seien hier Stichworte. Vieles funktioniere in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationhaus (MGH). Zum Beispiel die Angebote für „Gesund im Alter“. An den Bewegungskursen zur Demenzverzögerung nähmen wöchentlich rund 25 Leute teil und man könne sehen „wie die Leute in dieser Gruppe aufblühen“. Wichtig sei auch, dass mit der Nutzung des Kupferdachls ein barrierefreier Veranstaltungsort gefunden wurde. Durch Beratung und Betreuung, aber auch durch die Lebensmittelausgabe habe man die Altersarmut in Waldmünchen lindern können.
Die Seniorenarbeit in Waldmünchen sei gut vernetzt, sagte Lindner und nannte MGH, Projekte der demografiefesten Kommune und das Tourismusbüro als Beispiele. Überregional sei der Seniorenbeirat auf Kreis- und auf Landesebene im Landesseniorenrat engagiert.
Perspektivisch müsse man sich weiter mit Akteuren im Seniorenbereich vernetzten, den Altenclub Ast und die Arbeit der evangelischen Kirche erhalten und neue Mitarbeiter gewinnen.