Ein Hoch auf die deutsch-französische Freundschaft: Libourne-Verein Schwandorf gibt’s seit 40 Jahren

Von Jan Lange · 30. Mai 2024 um 11:00

Um die deutsch-französische Freundschaft soll es so schlecht bestellt sein wie lange nicht, wurde jüngst vermeldet. Sonja Dietl, Vorsitzende des Libourne-Vereins aus Schwandorf, kann dies so nicht bestätigen. Sie wird am Wochenende wieder mit den Freunden aus Frankreich feiern.

Seit fast 60 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen den Städten Schwandorf und Libourne – und die Freundschaft sei auch nach dieser langen Zeit immer noch sehr lebendig, meint Vereinsvorsitzende Sonja Dietl.

Am Wochenende werden erneut etwa 20 Franzosen die Große Kreisstadt besuchen. Sie werden beim Volksfestumzug dabei sein. Und anschließend werden sie „das Zelt rocken“, ist sich Dietl sicher. Das Volksfest ist aber nicht der alleinige Grund für die Stippvisite. Bereits am morgigen Freitag wollen die Gäste aus dem Nachbarland mit den Mitgliedern des Libourne-Vereins dessen 40-jähriges Bestehen feiern. In der Spitalkirche findet am Freitagnachmittag ein Festakt statt.

Ab 18 Uhr wollen der Verein und die Delegation aus Libourne dann gemeinsam mit den Schwandorfern feiern. Auf dem Vorplatz der Spitalkirche laden sie alle Bürger zu einer Jubiläumsfeier samt Winzerfest ein.

Die Gäste können sich auf erlesene Weine und Crémant aus dem Bordeaux freuen, kündigt Sonja Dietl an. Die Delegation aus Libourne, zu der unter anderem einige Stadträte und Mitglieder des dortigen Schwandorf-Vereins gehören, bringt außerdem ein paar Leckereien wie Pasteten und Käse mit. Daneben werden ganz im Sinne der bayerisch-französischen Freundschaft heimische Schmankerl und Bier serviert.

Im September plant der Libourne-Verein einen Gegenbesuch in der französischen Partnerstadt, um dort noch einmal das 40. Jubiläum zu feiern. Jeder Schwandorfer, der gerne mitfahren wolle, könne sich ab sofort anmelden, sagt Sonja Dietl.

Der Verein übernehme eine wichtige Aufgabe im freundschaftlichen und kulturellen Miteinander zwischen Schwandorf und Libourne, findet Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU). Die Stadt könne „nur Danke sagen“, so Feller, dass es so viele frankophile Schwandorfer gebe, die die Partnerschaft lebendig machen würden. „Es würde allen etwas fehlen, wenn es diese Städtepartnerschaft nicht mehr geben würde“, steht für den OB fest. Das habe sich auch gezeigt, als in Libourne mal der Partnerschaftsverein weggebrochen war. Dem damaligen Bürgermeister der französischen Kleinstadt lag aber sehr viel an der Freundschaft, so dass er alle Hebel in Bewegung setzte, um einen neuen Verein zu gründen.

Man müsse sein ganzes Herzblut reinstecken und viel Zeit investieren, um eine solche Freundschaft aufrecht zu halten, sagt Sonja Dietl. Sie selbst tut dies bereits seit 1985 als Mitglied und seit 2008 als Vorsitzende.