Zur Galeria-Sanierung nach der dritten Insolvenz: Die Pleite-Profiteure

Von Christian Eckl · 29. Mai 2024 um 05:00

Die dritte, für manchen altgedienten Mitarbeiter sogar schon die vierte Insolvenz: Das Drama um den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof soll nun eine Wende erfahren. Doch bislang bleibt der fahle Beigeschmack, dass der kleine Mann draufzahlt, was sich andere zuvor genommen haben.

Dass gegen René Benko nun in Österreich ermittelt wird, ist das Mindeste. Fraglich ist, wieso nach den Millionendeals mit Rettungsschirmen und Corona-Beihilfen nicht auch in Deutschland schon längst die Staatsanwaltschaft angeklopft hat. Bislang schaute man bei den Ermittlern in Essen lediglich, ob die Regeln des Insolvenzrechts eingehalten wurden. Dubiose Immobilien-Deals von Häusern wie in Regensburg, wo die Filet-Immobilie im Herzen des Welterbes zunächst Benkos Mutter, jetzt mutmaßlich einem Immobilienfonds auf den Cayman Islands gehört, müssen auf jeden Fall akribisch beleuchtet werden.

Leidtragende dieses Wirtschaftskrimis sind wieder einmal die kleinen Leute. Verkäuferinnen und Verkäufer, die nach teilweise Jahrzehnten Zugehörigkeit im Betrieb mit zwei Monats-Bruttogehältern abgespeist werden, die auch noch versteuert werden müssen, zahlen die Zeche des Debakels. Wundern braucht sich am Ende niemand, wenn diese Menschen verzweifeln und in der Wahlkabine auch mal deutlich rechts oder links der Mitte abstimmen.