Schmidmühlens Steinstadel erstrahlt bald in neuem Glanz

Große Fortschritte machen aktuell die Sanierungsarbeiten am Theaterstadel in der Bahnhofstraße. Innen und außen wird gearbeitet. Bei einem Jour fixe mit Bürgermeister Peter Braun wurden kürzlich die weiteren Arbeiten besprochen.
Lange wurde der mächtige Steinstadel neben dem Netto nicht genutzt. Nachdem der Markt das Areal samt Stadel (einst auch als Sternwirtsstadel oder Salzstadel bekannt) erworben hatte, fand sich bald eine neue Verwendung, mit der sich auch der Denkmalschutz und weitere Genehmigungsbehörden anfreunden konnten: nämlich als Theater. Nutzen wird ihn die Eglseer Bauernbühne. Die ersten Aufführungen haben bereits stattgefunden.
Die Sanierungskosten des Stadels, die Errichtung eines Anbaus mit WC-Anlage und Schankraum sowie die Neugestaltung der Außenanlagen werden etwa 600.000 Euro betragen, wie Bürgermeister Peter Braun berichtete. Der Markt erhält für diese Maßnahme einen Zuschuss in Höhe von 80Prozent. Voraussichtlich wird der Markt also 120.000Euro selbst aufbringen müssen.
Gute Bausubstanz
Architekt Daniel Viehmann vom Planungsbüro Florian Koller Ingenieure aus Amberg, das die Gesamtleitung des Projekts innehatte, fasste zusammen: Erfreulich sei die an sich gute Substanz des Stadels, in dem sicher nur Ernteerträge eingelagert worden seien. In den vergangenen Wochen sei die Außenfassade saniert worden, was letztlich bedeute, dass die versandeten Fugen ausgekratzt und neu verfugt worden seien. Die Fassaden würden sehr unterschiedliche Sanierungsstände zeigen. Historische Mörtelreste seien ausschlaggebend, um den Stadel vollständig neu zu verschlämmen. Das bestehende Bruchsteinmauerwerk bleibe ablesbar, sei aber vor der Bewitterung geschützt.
Eingebaut wurden auch neue holzsichtige Sprossenfenster in Lärche, passende Fensterläden werden in den nächsten Wochen noch angebracht. Auch der Bauhof war in den vergangenen Monaten vor Ort und hat die Elektroarbeiten ausgeführt, die Beleuchtung erneuert und eine Strahlungsheizung eingebaut. Auch die Sanitäranlagen wurden mittlerweile installiert. Im Innenbereich erfolgen derzeit die Fliesenarbeiten. Der Großteil der Arbeiten findet aber im Außenbereich statt.
Für den Tiefbau und die Außenanlagen ist das Planungsbüro Trepesch Landschaftsarchitektur aus Amberg zuständig. Das Landschaftsarchitekturbüro war übrigens bereits für den Hopfengarten verantwortlich.
Die Zufahrt, in ihrem Verlauf schon erkennbar, wird bis zum Stadel gepflastert, dies soll in der letzten Maiwoche abgeschlossen sein. Im Umfeld werden neben Grünflächen auch wassergebundene Flächen geschaffen, moderne Sitzgelegenheiten werden hier noch eingebaut. Eine der letzten Arbeiten wird die Dämmung des großräumigen Dachbodens. Hier, so Architekt Viehmann, könne man davon ausgehen, dass in vergangener Zeit nur Heu gelagert worden sei.
Einweihung im September
Die Arbeiten werden wohl Ende August abgeschlossen sein, so Bürgermeister Peter Braun. Mit einer kleinen Feier wird der Stadel im September dann offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Um derartige Projekte überhaupt als Gemeinde schultern zu können, sind entsprechende Förderungen notwendig, so wie die hier bewilligte Städtebauförderung. Die Bund-Länder-Städtebauförderung existiert bereits seit 1971 und verfolgt das Ziel, die Kommunen finanziell zu unterstützen, wenn diese die erforderlichen Baumaßnahmen mit Mitteln aus dem eigenen Haushalt nicht stemmen können. Bund, Land und Kommune steuern dann in der Regel jeweils ein Drittel der Fördersumme bei. Die Schwerpunkte der Förderung spiegeln sich in Bund-Länder-Programmen wider, die wiederholt an die Bedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft angepasst wurden.
Die Städtebauförderung untergliederte sich bis 2020 in sechs Förderprogramme. Die Schwerpunkte der Förderung wurden 2020 evaluiert und in den drei Programmen „Lebendige Zentren“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ gebündelt. Im Jahr 2023 konnte der Markt Schmidmühlen eben auf diese 150.000 Euro aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Ort gestalten“ zurückgreifen. Das Ziel des Programms besteht in der Erhöhung der Lebensqualität durch eine Aufwertung von Ortsteilen.
In Schmidmühlen wurden bereits 1983 die ersten Maßnahmen mit Mitteln aus der Städtebauförderung umgesetzt. Insgesamt konnte der Markt bereits Fördermittel in Höhe von zweieinhalb Millionen Euro einsetzen. Vor der Umstrukturierung der Städtebauförderung im Jahr 2020 kamen die Mittel aus den Programmen „Soziale Stadt“ und „Sanierung und Entwicklung West“.


