Dabei bei „Bauer sucht Frau“: Darum sucht ein Beratzhausener bei RTL die große Liebe

Die Pferde sind das Leben von Heiner Zimmermann. Auf seinem Anwesen bei Beratzhausen (Landkreis Regensburg) leben 20 davon. Sie sind der ganze Stolz des Reitlehrers – und doch fehlt dem 70-Jährigen etwas zum Glück: eine Frau. Das will er nun ändern und macht deshalb bei der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ mit.
„Das war so eine Blitzaktion von mir“, sagt der Reitlehrer und schmunzelt. „Ich dachte, die nehmen mich eh nicht in meinem Alter.“ Der Sender bat ihn um ein Video. „Da haben sie mich angerufen und gesagt, ich sei eine coole Socke.“ Um den Jahreswechsel habe er sich beworben, sagt Zimmermann.
„Sowas kann mir nur im Winter einfallen. Im Sommer habe ich für sowas keine Zeit.“ Der Grund für seine Bewerbung sei recht simpel, sagt der 70-Jährige. „Wo will man in meinem Alter denn noch jemanden kennenlernen?“ Früher sei man halt in die nächste Ortschaft zum Tanzen gegangen. „Das gibt es auch nicht mehr.“ Dazu komme sein Hof und die Tiere. „Da braucht man keinen Urlaub machen.“
„Bauer sucht Frau“: Heiner hofft auf sportliche Frau
Vor einigen Wochen rückte dann das Kamerateam von RTL an. Nervös sei er nicht gewesen, sagt Zimmermann. „Ich wusste ja, was auf mich zukommt.“ Am Pfingstmontag war es schließlich endlich soweit: RTL strahlte die Sendung aus. Er habe sie sich gemeinsam mit Freunden und anderen Reitern angesehen – dabei musste er sich allerdings ein wenig gedulden. „Die Sendung begann um kurz nach 19Uhr, ich war aber erst kurz vor dem Ende dran.“
In den Aufnahmen sieht man Zimmermann auf seiner Koppel, wie er seine Pferde streichelt. Ein Leben ohne die eleganten Vierbeiner könne er sich nicht vorstellen. Zudem wurde er dabei gefilmt, wie er in seiner Stube Yoga macht. „Wenn meine zukünftige Frau Lust hat, würde ich mich freuen, mit ihr gemeinsam Yoga zu machen.“
Traumfrau sollte tanzen können
Zudem wünsche er sich, dass sie gut tanzen könne. „Ich hoffe, dass da irgendwo eine nette, sportliche Frau ist, die sagt: Menschenskinder, das ist der Mann!“ Und wie geht es jetzt weiter? Im Sommer müsse er mal ein paar Tage nach Berlin, sagt Zimmermann. „Da ist das Scheunenfest.“ Dabei lerne er dann die Frauen kennen, die sich beworben haben. Anschließen darf man aussuchen, ob man jemanden auf den Hof einladen möchte. Grundsätzlich gebe es auch die Möglichkeit, mehrere Frauen auszuwählen. Das möchte Zimmermann aber nicht: „Entweder eine, oder keine.“
Er erhoffe sich allerdings erst einmal gar nichts. „Ich hätte das schon viel eher machen sollen.“ RTL sei allerdings bester Dinge, dass Zimmermann auf eine passende Frau trifft. In der laufenden Staffel ist der Beratzhausener der älteste Teilnehmer. Stolz macht ihn das nicht. „Ich weiß nicht, wo die Zeit hingekommen ist.“ Der Hof halte ihn jedoch fit, sagt der Reitlehrer. „Und ich bin jeden Tag mit vielen Jugendlichen beieinander.“ Sein Tag sei gespickt mit Gruppen- und Einzelstunden in der Reithalle. „Da muss man sich ständig konzentrieren. Da bleibt man vom Kopf her schon jung.“ Das mache ihn schon stolz, gibt Zimmermann zu. „Und dass ich sportlich noch aktiv bin.“ Vor acht Jahren sei er noch internationale Turniere geritten. „Da hab ich einen zweiten Platz gemacht. Um ein Haar hätte ich gewonnen.“
Durch Zufall zum Reitlehrer
Zimmermann ist auf dem Friesenhof bei Beratzhausen geboren. „Schon mein Großvater war ein bekannter Pferdezüchter.“ Das liege in der Familie: „Meine Schwester ist als Punktrichterin bei internationalen Reitturnieren.“
Früher sei der Hof ein landwirtschaftlicher Betrieb gewesen. Die Reitschule habe er eher nebenbei betrieben. Dabei wollte er eigentlich gar nicht Reitlehrer werden. Durch Zufall habe er ein paar begeisterte Reitlehrer kennengelernt, die ihn auf die Lehrgänge mitnahmen. „Ich wusste gar nicht, wo der Hase hinläuft.“ Irgendwann hatte er den Trainerschein B in der Hand. „Den hat auch nicht jeder“, sagt Zimmermann und muss lachen. „Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist. Ich möchte keine Stunde missen.“ In den Lehrgängen seien seine Pferde über den Boden geschwebt. „Geschwebt, nicht gelaufen. Das ist ein Gefühl, das kann kaum einer nachvollziehen.“
Noch immer begeisterter Trainer
Sein Job fasziniere ihn bis heute, sagt Zimmermann. Gerade trainiere er ein zwölfjähriges Mädchen, das schon verschiedene Turniere gewonnen habe. „Aber im starken Feld, mit allen Leistungsklassen.“ Zimmermann ist sicher: „Aus der wird was!“
So unter dem Strich betrachtet: Würde Zimmermann noch einmal bei RTL anrufen? „Das kann ich so nicht beantworten. Das weiß ich erst, wenn alles gelaufen ist.“