600 alte Karossen: Das Oldtimertreffen in Berching bricht alle Rekorde

Von Franz Guttenberger · 26. Mai 2024 um 19:00

Bei strahlend blauem Himmel wurde Berching am Sonntag zum Mekka der Oldtimerfreunde. Rund 600 Fahrzeuge ratterten, knatterten und schnurrten durch die Altstadt. Es war das 27. Oldtimertreffen, das der MSC Berching organisiert hatte. Viele besondere Gefährte bekamen die zahlreichen Besucher zu sehen.

Schon in aller Frühe trafen aus allen Himmelsrichtungen die ersten Fahrzeuge unterschiedlicher Pferdestärken in bunten Farben und blitzeblank poliert in der Innenstadt und in der Vorstadt ein. Auch zahlreiche Besucher wollten sich die Schau nicht entgehen lassen.

Viele spontane Teilnehmer in Berching

Da waren die etwa 50 MSC-Mitglieder voll gefordert. Das Team um den Oldtimerbeauftragen Franz Pfaller leistete Schwerstarbeit, denn aufgrund des optimalen Wetters kam kurzfristig noch eine Reihe unangemeldeter Fahrzeuge. Letztlich reihte sich die Rekordzahl von rund 600 Autos, Motorrädern, Rollern und Traktoren durch die Innenstadt und verbreiteten sich im Bereich der Uferpromenade bis hin zum Park an der nördlichen Stadtmauer sowie in der Vorstadt. Sie alle unterzubringen, war gar nicht so einfach.

In der Vorstadt fand ein Teilemarkt statt. Auch eine Reihe von Oldtimern waren dort zu bestaunen. Innenstadt und Vorstadt zu verbinden, sei ein guter Schachzug, denn die Vorstadt biete sich gut an für größere Veranstaltungen, war immer wieder zu hören.

Das MSC-Festival gehört inzwischen zu den größten Oldtimertreffen in ganz Bayern. Im Namen der Stadt Berching gratulierte die Dritte Bürgermeisterin Petra Merkert dem MSC für diese gelungene Veranstaltung, die Berching weithin bekannt mache.

Teilemarkt in der Berchinger Vorstadt sehr gefragt

Viele der Teilnehmer waren deshalb nicht zum ersten Mal in Berching mit dabei. Doch die Zahl vor allem junger Oldtimerliebhaber mit Mofas, Vespas oder Simson nehme spürbar zu, stellten Manfred Schreiner und MSC-Vorsitzender Niclas Flemmerer erfreut fest.

Der Teilemarkt gehört inzwischen zum festen Bestandteil des Oldtimertreffens. Er bot auch Literatur über ausgefallene Stücke. Unterstützt wurde der MSC durch eine Gruppe von Computer Schwarz mit dem notwendigen technischen Equipment.

Zu sehen gab es Kostbarkeiten und Schätze aus dem letzten Jahrhundert des Automobil- und Fahrzeugbaus in den verschiedensten Ausführungen. Mit dabei waren natürlich auch Fahrzeuge des heimischen Vereins MSC Berching.

So hatte Franz Pfaller ein prächtiges Motorrad-Gespann dabei sowie einen kostbaren Mercedes 190 SL Nitribitt Baujahr 1957. Die Berchinger Gastronomie war für ein Oldtimerfrühstück vorbereitet. Und nach dem Mittagessen ging es dann zur Ausfahrt.

Isetta, BMW-Tixi und Chevrolets

Manfred Schreiner aus Mühlhausen kommentierte wie immer fachmännisch die Ausfahrt und stellte die verschiedenen Modelle vor. Den Anfang machten rund 40 Traktoren, ihnen folgten die Motorräder und am Ende die Autos. Interessant waren einige 2C V-Enten, darunter auch eine Citroën-„Gangster Limousine“, mehrere VW Käfer in verschiedenen Farben, eine BMW Isetta 250 mit zwölf PS, prachtvolle Chevrolets, ausgefallene Ford- Modelle sowie ein Ketten-Krad Fahrzeug aus der Wehrmachtzeit. Ein BMW-Tixi in Schwarz- Weinrot Baujahr 1928 mit 15 PS war aus Kirchheim gekommen.

Bei den Traktoren stachen ein Lanz aus dem Jahr 1936 und ein Lanz Ursus, Baujahr 1948, von Christian Deisenrieder aus Wolfsbuch ins Auge. Für die Schlepperfreunde gab es eine separate Runde um die Stadt.

Pater saß im Motorrad-Gespann

Franz Pfaller mit dem Motorradgespann führte die Ausfahrt an. Als Co-Pilot saß Kaplan Pater Thomy im Beiwagen. Er war erstmals in seinem Leben in einem Gespann und erlebte einen unvergesslichen Tag, viele Menschen an den Straßen winkten ihm zu.

Die Ausfahrt führte von der Innenstadt über die Maria-Hilf-Straße auf den Wallnsdorfer Berg, weiter nach Raitenbuch, Dietfurt und Breitenbrunn. Zurück in Berching erhielten der am weitesten angereiste Teilnehmer einen Pokal: Das waren Christian Fischer und Judith Gudera aus Neukirchen in Österreich mit einem Ford-Taunus P5 und einem Taunus P3 aus den Jahren 1963 und 1965.

Flotte Vespas waren dabei.
Es war nicht leicht, für alle Oldtimer einen Platz zu finden.