Für die Zukunft gerüstet: Die Firma S.A.B. hat sich in Nittenau eingelebt

Von Johannes Lesser · 23. Mai 2024 um 17:00

„Es ging sehr schnell.“ So erinnerte sich der Geschäftsführer der Süddeutsche Anlagenbau GmbH (S.A.B.), Tobias Schmid, an den Bau des neuen Unternehmensstandorts im Gewerbegebiet Waltenried.

Insgesamt seien von der ersten Idee des einstigen Rodinger Unternehmens bis zum finalen Umzug keine drei Jahre vergangen. Am Mittwoch besuchte Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (Freie Wähler) den Standort und bekam dort einen Einblick in die Tätigkeiten der Firma.

Suche nach neuem Standort führte nach Nittenau

Seit dem Jahr 1999 war Roding die Heimat der S.A.B. Als die Suche nach einem neuen Grundstück erfolglos verlief, erhielt Schmid die Information über das Areal in Waltenried, wie er erzählt. Boml sei damals seinerseits auf der Suche nach einer neuen Bebauung für das Grundstück gewesen. „Es hat einfach gepasst“, erinnert sich der Rathauschef.

Dennoch lief nicht alles nach Plan. Phasenweise habe es Einschränkungen wegen der Verfügbarkeit des Materials gegeben, so Schmid. Am Ende waren Gebäude und Parkplatz trotzdem innerhalb eines Jahres fertig.

Die S.A.B. liefert Gas-Druckregel- und Messanlagen an Kunden aus der Industrie im In- und Ausland. Zu ihren Aufgabenfeldern zählen dabei sowohl Anlagen für Erd- und Biogas, als auch Wasserstoff. Ein Energieträger, der durch die Energiewende künftig an Bedeutung gewinnen könnte.

Auf die Energiewende vorbereitet

Derzeit fehle dafür in der Industrie noch die Geschäftsgrundlage. Ein Anschluss an das Gasnetz sei für die Betriebe aktuell noch wirtschaftlicher. Wenn sich daran etwas ändert, sei S.A.B. darauf vorbereitet. Auch die Nachfrage nach Einspeiseanlagen für Biogas steigt.

Die Fertigung und Produktion der Anlagen finde dabei ausschließlich in Nittenau und einem weiteren Standort im Landkreis Passau statt, erzählt Schmid. Zusammengebaut werden sie in der neuen Produktionshalle. Um die teils tonnenschweren Teile zu bewegen, wurden in die Halle Kräne eingebaut.

Gegenüber laufen derzeit noch die Arbeiten für einen Carport, der als zusätzliches Lager fungieren soll. Auch für einen derzeit noch ungenutzten Teil des Geländes hat Schmid schon Pläne: Dort könnte eine weitere Halle entstehen.

In Nittenau sind mittlerweile 47 Angestellte tätig, insgesamt beschäftigt das Unternehmen knapp unter 200, Tendenz steigend. Seit dem Umzug ist das Unternehmen um fünf Mitarbeiter gewachsen. Derzeit gibt es neun vakante Stellen, darunter drei Ausbildungsplätze. Das Unternehmen sucht vor allem Mitarbeiter in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik sowie im Handwerk als Elektriker und Schlosser.

Neue Bewerber von Anfang an

Beim Umzug von Roding nach Nittenau seien fast alle Angestellten mitgegangen. Nach dem Umzug habe es auch direkt Initiativbewerbungen gegeben, erzählt der Geschäftsführer. Durch den neuen Standort sei zudem die Sichtbarkeit des Unternehmens gewachsen. Im Juli findet erstmals das alljährliche Sommerfest in Nittenau statt. Neben den Angestellten aller Standorte beteiligen sich heuer auch einige der neuen Nachbarn daran. „Wir haben uns gut eingelebt“, fasst Schmid zusammen.

Auch für die anderen Bereiche des Geländes gibt es Pläne. Foto: Johannes Lesser