Wolken über Pilsachs Budget

Von Maria Krauß · 21. Mai 2024 um 01:30

Pilsach. Zwar seien die Einnahmen der Gemeinde Pilsach im Haushaltsplan deutlich zum Vorjahr gestiegen, „allerdings „explodieren auch die Ausgaben der Kommune“, wie Christoph Winkelbauer von der Verwaltungsgemeinschaft bei der vergangenen Gemeinderatssitzung betonte. Pilsach erhalte 2024 rund 550000 Euro mehr an Gewerbesteuer als im Vorjahr, allerdings seien die Schlüsselzuweisungen, die um 800000 Euro sinken, ein Wermutstropfen.

Vor allem Betriebskosten belasteten den Haushalt zusätzlich, unter anderem für die Verwaltung und Energie. Hinzu kämen ungeplante Ausgaben, wie der Generationenmanager, wofür es allerdings viel Lob von außerhalb gebe. Ansteigen würden die Zinsausgaben, da im Finanzplan erhebliche Kreditaufnahmen angedacht seien.

Überschuss erwirtschaftet

Dennoch werde die Gemeinde Pilsach es schaffen, einen kleinen Überschuss im Verwaltungshaushalt zu erwirtschaften, was sich in den nächsten Jahren noch verbessern werde, so Winkelbauer.

Man erreiche im Abwasserbereich eine Kostendecke von nur 46 Prozent. „An der Wasserkalkulation wird sich was tun müssen“, kündigte Winkelbauer an. Die Gemeinde Pilsach werde bis Ende 2027 insgesamt drei Millionen Euro an Neuschulden aufnehmen müssen, was für eine Kommune in der Größenordnung überdurchschnittlich sei. Winkelbauer kündigte hierzu Diskussionen mit dem Landratsamt an. Für die Zukunft könnten die größeren Gewerbegebiete helfen. Beim Objekt an der B299 könnte durch Miete relativ zeitnah Gewerbesteuer fließen, wohingegen es für Waldeck etwas länger dauern werde.

Winkelbauer plädierte dafür, dass Pilsach langfristig daran arbeite, unabhängiger von den Schlüsselzuweisungen zu werden, um von Schwankungen nicht so stark betroffen zu sein. Bürgermeister Andreas Truber lobte Winkelbauers Vorbereitung und Einschätzung. Nach kurzer Beratung wurde die Finanzplanung und der Haushaltsplan mit einer Gegenstimme angenommen.

Das Gremium einigte sich auch auf eine Planungsversion für die Erschließung des Baugebiets Litzlohe-Grasweg. Thomas Landauer von der Firma KBR Ingenieure aus Feucht stellte zu Beginn zwei Möglichkeiten vor: eine kostengünstigere Variante, ohne das Pflaster aufreißen zu müssen und eine Version, bei der Leerrohre in den Gehweg kommen und der Dreizeiler komplett neu gemacht werden muss.

Dritte Erschließungsversion

Einige Gemeinderäte fragten an, ob die Kabel nicht doch in den Gehweg gelegt werden könnten und der Dreizeiler bestehen bleiben könnte. In einer dritten Version soll nach Wunsch des Gremiums zumindest versucht werden, den Dreizeiler zu erhalten. Man müsse hier frühzeitig den Zweckverband der Pettenhofer Gruppe kontaktieren. Er soll versuchen, bereits während der Erschließung auch die Wasserleitungen zu legen.

Abschließend berichtete der Bürgermeister, dass für die Planung des Wasserstoff-Elektrolyseurs in Pilsach die Firma Team 4 die Vergabe erhielt. Auch wollte er Gerüchten entgegenwirken, wonach die Bauarbeiten am Pumptrack einen Stopp erhalten hätten, dies sei nicht der Fall. Aktuell sei die Fertigstellung immer noch bis Ende August geplant, hier sei für die Umsetzung noch Luft.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrike Nißlbeck fragte zur Bücherei-Verwaltung an. Hier müsse der Vertrag noch erstellt werden. Die Verwaltungsgemeinschaft prüfe aktuell die Lage, da hier zwei Träger mit im Spiel seien, erklärte Truber. Die Angelegenheit befinde sich bei einem Steueranwalt in Klärung.