Gewalt in Regensburger Clubs: Polizei stellt erneut Video-Aufzeichnung sicher

In der Regensburger Disko-Szene wird berichtet, dass sich die Atmosphäre verändert hat. Die Polizei sieht zwar keinen Trend zu mehr Straftaten rund um die Szene-Tempel am Petersweg, hat aber kürzlich in einem Club Video-Aufzeichnungen und Personalunterlagen beschlagnahmt.
Hintergrund ist ein Strafverfahren gegen einen Türsteher, der einen Gast attackiert haben soll. Pikant: Zeitgleich gab es im Nachbar-Club eine Massenschlägerei mit 15 Beteiligten und einem Messer.
Die Situation in der Obermünsterstraße und am Petersweg ist für Passanten gerade nachts von Unsicherheit und unschönen Szenen geprägt. Wer dort gerade an den Wochenenden die Regensburger Partymeile passiert, merkt schnell: Hier sind oft große Mengen Testosteron und Alkohol, aber auch Drogen im Spiel. Immer wieder kommt es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Schon vor Wochen bereitete die Polizei in einem Ermittlungsfall eine Durchsuchung eines Regensburger Clubs beziehungsweise dessen Verwaltungsräume vor.
Jetzt wurde die Maßnahme durchgeführt – die Staatsanwaltschaft bestätigte dies und erläuterte auch, um welchen konkreten Fall es sich handelt.
„Es geht um den Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung durch zwei Türsteher, die in der Nacht von 10. auf 11. Juni vergangenen Jahres passiert sein soll“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, Moritz Büchele. Das mutmaßliche Tatopfer schilderte, von zwei Türstehern geschlagen worden zu sein. „Durch die Sicherstellung von Videoaufzeichnungen und der Personalunterlagen soll das überprüft werden“, sagte Büchele. Das Material konnte bei der Polizeimaßnahme in den Räumen am Petersweg auch tatsächlich sichergestellt werden. Auch die Polizei bestätigt, dass es sich beim Haupt-Tatverdächtigen um einen 29-jährigen Türsteher handelt.
„Heute geht es mitunter aggressiver zu“
Maria Linsmeier war bis vor zwei Monaten Geschäftsführerin des Gatsby. Sie sagt: „Es hat sich schon etwas verändert. Auch früher gab es Rangeleien und Handgreiflichkeiten“, so Linsmeier. Doch es gehe heute mitunter aggressiver und brutaler im Nachtleben zu. Die Polizei würde auch häufiger Video-Aufzeichnungen aus den Clubs auswerten. Im Gatsby habe es bisher aber noch keinen Fall gegeben, bei dem auch ein Messer zum Einsatz kam.
Das war aber in der selben Nacht, in der auch die Tat mit dem Gast im Gatsby geschehen ist, im Nachbarclub der Fall.
Damals gingen 15 Personen aufeinander los, einer zog ein Messer. Wie die Polizei mitteilt, seien zwischenzeitlich 13 Personen von der Ermittlungsgruppe „Peter“ ermittelt worden. Es gehe dabei um Landfriedensbruch, Bedrohung und gefährliche Körperverletzung. Urteile sind bisher nicht bekannt geworden. Mit den Türstehern arbeite die Polizei in der Regel eher zusammen als gegen sie zu ermitteln, wie es im Gatsby nun der Fall ist. Insgesamt findet die Polizei die Situation rund um die Clubs eher „moderater“ als noch 2023, als nach der Pandemie auch die Gewalt in die Club-Szene Regensburgs zurückkehrte.