Der Randsbergerhof soll das Fenster zur Stadtmauer in Cham werden

Von Johannes Schiedermeier · 17. Mai 2024 um 15:00

Drei Jahre wurde diskutiert, umgestaltet, neu diskutiert. Nun hat Architekt Wolfgang Wilde dem Chamer Stadtrat einen neuen Plan für den Anbau an das Hotel Randsbergerhof im Bereich der Stadtmauer vorgestellt: der Randsbergerhof als Fenster zum historischen Gemäuer. Nun ist nur noch von „Denkmalnähe“ die Rede. Der Stadtrat fand das gut.

Architekt Wolfgang Wilde erläuterte die Gründe für den Erweiterungsbau: Sebastian Wittmann habe eine Familie gegründet und es brauche nun eine weitere Betriebsleiterwohnung. Wer ein Hotel leite, müsse auch dort wohnen.

Drei Jahre Planungen

Der Randsbergerhof sei zudem durch umliegende Bebauung und den Schienenverlauf bei Erweiterungsplänen eingeschränkt. Im Mai 2021 sei eine erste Planung eingereicht worden. Der Stadtrat habe diese zunächst befürwortet, der Denkmalschutz habe aber abgelehnt.

Nun sei man von der Stadtmauer abgerückt, die völlig unverändert bleibe. Der Baukörper wurde dadurch, so Wilde, etwas länger und der Durchgang durch die Stadtmauer bekomme eine gewisse neue Betonung. Wilde erinnerte daran, dass das alte Gebäude des Randsberger-hofs noch mit der Stadtmauer verbunden gewesen sei. Der Durchgang sei zur Landesgartenschau geschaffen worden und stelle keine historische Situation dar.

Cham: Stadtmauer bleibt sichtbar

Der Anbau werde genauso hoch wie der bestehende Bau. Ein Teil der Stadtmauer werde frei sichtbar bleiben. Stadtmauer und Vorbereich würden beleuchtet. Die Pläne zeigten eine bis zu sechs Meter hohe Aufständerung des 2. Obergeschosses auf fensterartigen durchbrochenen Mauerscheiben. So bleibt der Blick frei auf Durchgang und Teile der Mauer. Der Neubau wird außerdem in allen Bereichen einen Anstand von 1,30 Metern halten, dafür aber etwas länger werden, so Wilde.

Stadtbaumeister Franz Pamler erläuterte, dass die Planung in Zusammenarbeit mit Landratsamt und Kreisbaumeister entstanden sei und den Anforderungen des Landesamtes für Denkmalpflege genügen solle. Er müsse sich aber auch mit den Säulen, auf denen das Gebäude stehe, in das Ortsbild einfügen. Diesen Effekt habe man mit der Neuplanung wesentlich verbessert.

Hoffen auf das Landratsamt

Die Familie, so Bürgermeister Stoiber, habe auch noch weitere Pläne, das Hotel im Bereich des Parkplatzes zu erweitern, auf dem derzeit der Wellnessbereiches aufgeständert sei. Die Verwaltung habe einen positiven Beschlussvorschlag gemacht. Die Frage nach der Statik der Stadtmauer werde von Denkmalamt und Landratsamt noch geprüft und müsse im Vorfeld eines Baues nachgewiesen werden. Der Stadtrat winkte den neuen Vorschlag einstimmig durch.

„Dass ich das noch erleben darf“, lachte der Architekt nach der Zustimmung. Michael und Sebastian Wittmann äußerten sich nach der Sitzung im Hotel erleichtert. Nun hoffe man auf eine Genehmigung aus dem Landratsamt.

Stadt hält Grundsteuer niedrig

Die Auswirkungen der Grundsteuerreform für 2025 hat der Stadtrat in seiner Sitzung behandelt. Es ging zwar noch nicht um den neue Hebesatz, aber Bürgermeister Martin Stoiber sicherte den Bürgern zu, dass die Stadt nicht mehr einnehmen wolle als vorher.

Bei der Grundsteuer würde die Stadt nach den jetzigen Berechnungen Einnahmen bei 4,2 Millionen von den Bürgern bekommen und damit 1,6 Millionen Euro mehr. „Der politische Wille ist aber, dass wir das nicht wollen und deswegen über eine Senkung des Hebesatzes korrigieren werden“, so Stoiber. Er schränkte jedoch ein, dass es wohl aufgrund der neuen Berechnungsgrundlagen niemanden geben werde, der deshalb den gleichen Betrag zahlen müsse. Die bisherige Berechnung sei als gesetzeswidrig eingestuft worden, erklärte Stadtkämmerer Christian Plötz. Deswegen könne sich kein Bürger mehr auf die damaligen Beträge und Ergebnisse berufen. Im September müsse die Stadt die neuen Hebesätze in einer Satzung festlegen. Der Bürgermeister bekräftigte, dass es keine Befürchtungen der Bürger geben müsse. Die Stadt wolle aus dem Grundbesitz der Bürger nicht mehr Kapital schlagen. .

Die Neuplanung des Anbaus an das Hotel Randsbergerhof lässt den Zugang zur Stadtmauer offen und 1,30 Meter Abstand zu dem Bauwerk. Foto: Architekt Wilde