Millionenschaden: Schreinerei-Hallen in Michelsneukirchen werden Raub der Flammen

Ein Großbrand hat am Donnerstag in Michelsneukirchen (Landkreis Cham) einen Millionenschaden verursacht. Zwei Lagerhallen einer Schreinerei standen in Vollbrand. Der Löscheinsatz mit etlichen Einsatzkräften dauerte mehrere Stunden.
Die Rauchsäule, die den Rettungskräften am Donnerstag den Weg zur Einsatzstelle wies, war schon kilometerweit zu sehen. Um 12.29 Uhr hatte die Integrierte Leitstelle nach Alarmstufe „B4 – Brand Schreinerei“ Großeinsatz in Michelsneukirchen ausgelöst.
Als die Feuerwehr Michelsneukirchen eintraf, standen bereits zwei Lagerhallen des Betriebes – mit jeweils einer Größe von 25 Mal 25 Metern – in Vollbrand. Darin war zahlreiches Holzmaterial eingelagert. Wie Einsatzleiter Andreas Seidl informierte, bauten die ersteintreffenden Feuerwehrleute eine Riegelstellung zum Schreinerei-Gebäude auf, das bereits durch die enorme Hitzeentwicklung und Funkenflug zu brennen begann.
Zwei Drehleitern im Einsatz
Die Wasserversorgung für den Löschangriff wurde aus der am Betrieb befindlichen Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Litern Wasser sichergestellt. Im weiteren Einsatzverlauf wurde eine Wasserentnahme aus zwei Weihern sowie Oberflurhydranten aufgebaut. Wegen der Hitzeentwicklung und dem Grund, dass die Halle aus Stahlträgern bestand (dadurch bestand Einsturzgefahr) war weder das Betreten noch ein Löschangriff von Innen möglich.
Mit den beiden Drehleitern der Feuerwehren Roding und Cham wurde der Löschangriff von oben intensiviert, zudem löschten die Aktiven von außen gelöscht.
Enorme Rauchentwicklung
Probleme bereitete den Einsatzkräften die enorme Rauchentwicklung und der aufkommende Wind, der das Feuer immer wieder aufflammen ließ. Später wurden vier Einsatzabschnitte gebildet. Im Löscheinsatz befanden sich zwölf Atemschutztrupps. Wie Einsatzleiter Andreas Seidl berichtete, war es nur dem beherzten Eingreifen der ersteintreffenden Feuerwehren zu verdanken, dass man ein komplettes Übergreifen der Flammen auf die weiteren Hallen und das Schreinerei-Gebäude verhindern konnte. So beschränkte sich der Brand nur auf die beiden Lagerhallen, die aber komplett abbrannten.
Kreisbrandinspektor Norbert Mezei informierte, dass die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften hervorragend klappte. Er verhehlte aber nicht, dass gerade zu Beginn des Einsatzes die Zahl der Feuerwehrleute für eine solche Dimension eines Brandes arg am Limit gewesen sei. Erst nach und nach rückten Einsatzkräfte nach. Ein weiteres Problem war die 20 KV-Hochspannungsleitung des Netzbetreibers, die direkt am Betriebsgelände vorbeiführt. Diese wurde schließlich abgeschaltet.
Öl- und Gastank in der Nähe
Ein Augenmerk mussten die Feuerwehren auch auf einen Öltank mit einem Fassungsvermögen von 5000 Litern am Betriebsgelände legen. Dieser konnte aber gehalten werden. Außerdem befand sich in unmittelbarer Nähe zum Brandort ein Gastank, der aber glücklicherweise nicht gefüllt war. Aufgrund der in unmittelbarer Nähe vorbeiführenden Staatsstraße sorgte die Straßenmeisterei Cham für eine Totalsperre der Ortsdurchfahrt, um die Feuerwehren bei der Verkehrslenkung zu entlasten.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden aus dem Bereich Straubing noch die Feuerwehren Wiesenfelden und Zinzenzell mit weiteren Atemschutzgeräteträgern angefordert. Zudem kam das Technische Hilfswerk Roding mit ihrem Bagger und schwerem Gerät zur Einsatzstelle, um das Brandgut zu verteilen. Alarmiert wurden ferner der Gerätewagen Atemschutz aus Furth im Wald.
Laut Kreisbrandinspektor Norbert Mezei war der Einsatz aufgrund der Größe des Brandes, der massiven Rauchentwicklung und des Windes ein sehr fordernd für die Feuerwehr. Der Einsatz zog sich bis in die Abendstunden.
Keine Verletzten
Tobias Muhr, Einsatzleiter Rettungsdienst, sagte, dass sich die zehn Beschäftigten des Betriebes eigenständig in Sicherheit bringen konnten und deshalb keine Verletzten zu beklagen waren. Eine Besatzung des Rettungsdienstes rettete einen Esel und zwei Ziegen, deren Stall sich in unmittelbarer Nähe zu einer der beiden brennenden Hallen befand.
Wie Polizeihauptkommissar Wolfgang Straka informierte, sei die Bevölkerung mit einer App vor der massiven Rauchentwicklung gewarnt worden. Laut Straka werden sich am Freitag Brandfahnder der Kriminalpolizei Regensburg vor Ort ein Bild machen. Nach Beendigung der Löscharbeiten wird der Brandort sichergestellt.
Nach ersten vorsichtigen Schätzungen der Rodinger Polizei – auch in Rücksprache mit dem Eigentümer – dürfte ein Millionenschaden entstanden sein.


