„Wollen Fürsprecher für die Natur sein“: Was die neue Ortsgruppe des Bund Naturschutz plant

„Wir wollen Fürsprecher für die Natur sein“, sagt Konrad Höcherl, Vorsitzender der neu gegründeten Ortsgruppe für Roding und Umgebung des Bund Naturschutz. Dies sei in der Stadt und ihrem Umland, in der Industrie- und Gewerbegebiete stetig wachsen würden, sehr wichtig, ist er gemeinsam mit den weiteren Vorstandsmitgliedern Willi Dirnberger und Peter Adam überzeugt.
Die ersten Aktivitäten der neuen Ortsgruppe seien bereits in Planung. Höcherl, der in Geresdorf in der Gemeinde Zell wohnt, hat sich schon immer für den Naturschutz interessiert. In Roding und Umgebung möchte er einen Gegenpol schaffen, wie er erläutert: „Es ist eigentlich unglaublich, wie viel hier in den vergangenen Jahren schon gerodet und zubetoniert wurde“, bedauert er. Es gehe aber nicht darum, einfach dagegen zu sein, betont der Maschinenbau-Ingenieur, vielmehr sollten Lösungen gefunden werden, die für beide Seiten gangbar sind.
Interesse seit Kindheit
Schon in seiner Kindheit, Höcherl stammt aus einer Bauernhof-Familie, sei er stetig mit den Themen Umwelt und Natur konfrontiert gewesen, „als Kinder waren wir eigentlich ständig draußen unterwegs“. Dass dies heute immer weniger der Fall ist, weil sich die Landwirtschaft gewandelt hat, viele kleine Höfe aufgeben mussten, weil es wirtschaftlich nicht mehr ging, mache ihm Sorgen.
Als er hörte, dass sein Freund und früherer Schulkamerad Willi Dirnberger für Roding eine neue Ortsgruppe des Bund Naturschutz gründen möchte, sei für ihn sofort klar gewesen, dass er dabei sein möchte. „Nicht nur reden, sondern auch aktiv mitmachen“, war seine Devise.
Dass er bei der Gründungsversammlung dann gleich zum Vorsitzenden gewählt worden ist, sei nicht geplant gewesen, berichtet er, „aber so kann man vielleicht auch am meisten gestalten.“ Zudem erhalte er tatkräftige Unterstützung von seinen Kollegen in der Vorstandschaft.
Höcherl freut sich auch, dass bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Hecht problemlos eine Vorstandschaft gefunden werden konnte und es viel Interesse gab: „Das zeigt, dass es gut war, die neue Ortsgruppe zu gründen.“ Zudem hätten die Bürger nun Ansprechpartner vor Ort, wenn sie Anliegen haben.
„Wir wollen etwas bewegen“
„Wir wollen etwas bewegen“, sagt Höcherl, unter anderem wird die Ortsgruppe künftig für Pflege und Schutz der Biotope in ihren Bereichen zuständig sein, ebenso für Streuobstwiesen, von denen nach Möglichkeit mehrere neue entstehen sollen, berichtet er.
Ein weiteres, drängendes Thema sei bei der Gründungsversammlung auf das Tableau gekommen, so Höcherl: Beim Industriegebiet am Bahnhof sollen im Rahmen der 32. Änderung des Flächennutzungsplanes rund acht Hektar Kirchenwald abgeholzt werden. Dadurch sollen Erweiterungsmöglichkeiten für ansässige Firmen geschaffen werden. Es sollen Parkplatzflächen entstehen und Wohnmöglichkeiten geschaffen werden.
„Wir sind von besorgten Bürgern angesprochen worden, uns um das Thema anzunehmen“, sagt Höcherl. Vielleicht gäbe es auch Alternativen, für die weniger radikale Eingriffe in die Natur nötig seien, so der Vorsitzende, der sich etwa ein Parkhaus, das sehr viel weniger Platzbedarf haben würde, gut vorstellen kann.
„Andere Ideen einbringen“
„Wir wollen zu solchen Themen auch andere Ideen einbringen und vielleicht bessere Lösungsmöglichkeiten aufzeigen“, sagt Höcherl, der schon in der Diskussion über möglichen besseren Umweltschutz einen Fortschritt sieht.
Es gäbe fast immer einen besseren Weg, ist der Maschinenbau-Ingenieur überzeugt. Einige Mitglieder der neuen Ortsgruppe würden am Donnerstagabend auch bei der Sitzung des Stadtrates im Rathaus, bei der die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes für das Industriegebiet Oberkreith Thema ist, mit dabei sein.
Die weiteren Vorstandsmitglieder und ihre Motivation
Zweiter Vorsitzender Willi Dirnberger: Der zweite Vorsitzende Willi Dirnberger ist seit etwa zehn Jahren beim Bund Naturschutz aktiv, hauptsächlich in der Biotoppflege.
Vielfältige Interessen: Er will sich für die Belange von Natur und Tieren einsetzen, hat Interesse an Streuobstwiesen und am Anlegen von Hecken, am Klimaschutz und daran, Flächenverbrauch zu senken.
„Jeder will was bewegen“: „Ich glaube jeder, der beim Bund Naturschutz aktiv ist will was bewegen für eine bessere Welt“, sagt Dirnberger.
Beisitzer Peter Adam: Beisitzer Peter Adam ist 38 Jahre alt und von Beruf Garten- und Landschaftsbauer. Er lebt seit April 2023 in Wetterfeld.
Schon früh mit Umweltschutz in Berührung gekommen: Seine Motivation: „Meine Eltern haben die Ortsgruppe Obertraubling des Bund Naturschutz in den 90er Jahren mitgegründet. Ich bin so seit meiner frühen Kindheit mit dem aktiven Umweltschutz in Berührung gekommen. Ich möchte mich in Roding und Umgebung für den Erhalt und Neuanlegungen von naturnahen Flächen mit Begeisterung einsetzen. Außerdem bin ich bereit, Mitbürger von der Wichtigkeit der Arbeit des Bund Naturschutzes zu informieren und zu sensibilisieren – oder auch zu begeistern.“